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Das Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojektes zum Thema "Journalismus im Internet" veröffentlicht. Inhaltlich setzt sich die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Studie damit auseinander, welche Strukturen sich zur Veröffentlichung von journalistischen Inhalten im Internet entwickelt haben und welche Akteure daran beteiligt sind. Neben Medienauftritten großer Verlage, sind auch Weblogs, Nutzerplattformen oder Suchmaschinen wichtige Nachrichtenquellen für Nutzer geworden.
Für die Untersuchung wurden 183 Internetredaktionen aus ganz Deutschland befragt und es wurden 1200 Angebote mit einer Inhaltsanalyse auf ihren journalistischen Gehalt hin überprüft. Das Ergebnis: Im Bereich des Online-Journalismus sind die Angebote der klassischen Medien dominierend, denn die meisten Inhalte erfüllen keine journalistischen Anforderungen. So wirken denn auch die Ausprägungen wie Nachrichtensuchmaschinen oder Portale als Bereicherung, doch sie bedienen keinesfalls den Großteil der Öffentlichkeit mit aktuellen und gut recherchierten Informationen.
Vielmehr haben die Experten herausgefunden, dass Redaktionen die Ausprägungen des Intenets als wichtige Recherchequelle für sich entdeckt haben. So nutzen dreiviertel der befragten Redaktionen Weblogs zur Ideenfindung für spannende Themen und sogar 99 Prozent der Redaktionen verwenden die Enzyklopädie Wikipedia. Auch wenn die Rollen von Kommunikator und Rezipient weiterhin klar verteilt blieben, beziehen Online-Redaktionen ihre Webseitenbesucher durch Kommentierung von Beiträgen oder Podcasts mit ein. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Journalismus im Internet wichtig ist, aber es fehlt das passsende Geschäftsmodell, um journalistische Inhalte zu finanzieren.
Das im April 2009 veröffentlichte Buch "Journalismus im Internet" (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) kostet 29,90 Euro und beinhaltet die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Forschungsgemeinschaftsprojekts sowie weitere Gastbeiträge. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu finden.