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Zum vierten Mal ist im Jahr 2009 das Handbuch zum Dieter Baacke Preis erschienen. Herausgegeben von Jürgen Lauffer und Renate Röllecke stellt der Band wie seine Vorgänger die Preisträger des Wettbewerbs vor und bietet einen gelungenen Überblick über die aktuelle medienpädagogische Diskussion. Den Einstieg liefert Norbert Neuß fundierte Auseinandersetzung mit den populären Thesen des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer zu den negativen Folgen des Medienkonsums, die in ein Plädoyer für einen bewussten und kompetenten Einsatz von Medien in der frühkindlichen Erziehung mündet. Dieser Argumentationslinie folgen auch die Beiträge der anderen Autorinnen und Autoren, die sich sowohl mit der Nutzung von unterschiedlichen Medien beschäftigen als auch mit der Qualifizierung von medienpädagogisch Tätigen für die Vermittlung von Medienkompetenz.
Der Autor Klaus Lutz beschreibt beispielsweise in seinem Artikel "Eine glückliche Kindheit durch und mit Medien. Medienarbeit mit Kindern im Vor- und Grundschulbereich" die Vorteile und das Potential von Medien in der pädagogischen Arbeit: Medien unterstützen den Prozess der Reflektion, sowohl im Hinblick auf die Selbstwahrnehmung als auch im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Von diesem Hintergrund aus können Kinder und Jugendliche sich selbst spielerisch und schöpferisch ausprobieren und gesellschaftliche Erfahrungen in die Medienarbeit einfließen lassen. Der Autor beleuchtet die Vorteile der Nutzung verschiedener Medien wie Video, Radio oder Computer im Kindergarten und in der Grundschule und kommt zu dem Schluss, dass Medienarbeit sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder orientieren und in ein pädagogisches Gesamtkonzept einordnen muss.
Renate Röllecke setzt sich zum Schluss des Theorieteils mit der medienwirksam postulierten Medienabstinenz prominenter Eltern wie Madonna oder Brad Pitt und Angelina Jolie auseinander. Rölleckes Forderung, statt einer Diskussion um die Quantität des Medienkonsums, eine Debatte um die Qualität der medialen Inhalte zu führen, wird begleitet von einem Plädoyer für die aktive Beschäftigung Erziehungsverantwortlicher mit neuen medialen Angeboten und für eine reflektierte Toleranz gegenüber kindlichen und jugendlichen Mediennutzungsgewohnheiten.
Im Praxisteil des Handbuchs werden die Gewinner des Dieter Baacke Preises 2007 vorgestellt: Den ersten Preis erhielt der Verein Metaversa e.V. für das Projekt "Erlebte Geschichte - Lebendig gestalten", dabei werden Zeitzeugenberichte des Nationalsozialismus multimedial aufbereitet und in einem Webportal dokumentiert. Den zweiten Preis erhielt der Verein mokala c/o basis & woge für das Filmprojekt "ungeduldig - ein Film von jungen Flüchtlingen" aus Afghanistan, Iran, Kaschmir sowie Sierra Leone, die in Hamburg leben und den Status einer Duldung haben. Der dritte Preis wurde an drei Projekte vergeben: Das Jugendbildungswerk Main-Taunus-Kreis wurde für die Projekte "girls_log" und "Kids & Blogs" ausgezeichnet. Das Münchner Waisenhaus erhielt einen 3. Preis für "Odysseus Abenteuer - eine multimediale Nacht für Kinder". Eine besondere Anerkennung gab es für das Institut für neue Medien Rostock für das Projekt "Teach your teacher" sowie für das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium für eine tangible Media-Videoinstallation "Man ist, was man isst" und für das Wissenschaftliche Institut des Jugendhilfswerks e.V. für das Frauen- und Mädchenportal "www.multiline-net.de".
Zum Dieter Baacke Preis
Der medienpädagogische Preis der GMK wird seit 1999 verliehen und seit 2001 als Dieter Baacke Preis ausgeschrieben. Partner der GMK ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Verleihung des Dieter Baacke Preises ist nicht an eine Mindestlaufzeit der Projekte gebunden, im Fokus steht die Förderung der Medienkompetenz. Ausgezeichnet werden insbesondere Einrichtungen oder Personen der außerschulischen Arbeit.