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Geteilter Bildschirm - getrennte Welten? Konzepte für Pädagogik und Bildung

von Hrsg.: Bernward Hoffmann, Hans-Joachim Ulbrich
kopaed verlagsgmbh, München, Schriften zur Medienpädagogik 42 (2009)
rezensiert von Yvonne Zerbe


Buchtitel: Geteilter Bildschirm - getrennte Welten? Konzepte für Pädagogik und Bildung

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur hat den Sammelband "Geteilter Bildschirm - getrennte Welten?" in der Reihe Schriften zur Medienpädagogik Band 42 veröffentlicht. Die vorliegende Publikation wurde als Zusammenfassung des 3-tägigen GMK-Forums "Kommunikationskultur", das im Jahre 2008 in Rostock stattfand, veröffentlicht.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, erklärt in ihrem Grußwort an die Leser, dass eine gute Ausbildung für die Zukunft vieler Menschen in Deutschland wichtig sei. Das Internet könne für Jugendliche sehr gut zur Wissenserweiterung genutzt werden, wenn die Heranwachsenden stärker zur Mediennutzung motiviert werden.

Der Tagungsband gliedert die Beiträge der Experten, die am GMK-Forum teilgenommen haben, in vier Themenbereiche:

  1. Soziale Trennung.
  2. Ethnische Trennung.
  3. Umstrittene Teilungen des Bildschirms (u.a. Gaming).
  4. Politische Trennung und Möglichkeiten der Partizipation.

In der Rubrik "Soziale Benachteiligung" verdeutlicht Hans Joachim von Gottberg, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF) Berlin, mit seinem Artikel "Armut als Bildungsrisiko", dass Kinder aus ärmlichen Verhältnissen häufig nicht nur finanzielle, sondern auch soziale Nachteile, wie beispielsweise schlechtere Bildungschancen, haben. Der Autor betont, dass das Internet die Chancengleichheit erhöhen könne, da sich neue Bildungschancen ergeben: Wissen ist jederzeit jedem Nutzer zugänglich. Im Bereich der Medienpädagogik rät der Autor, Orientierung im Netz anzubieten und qualitativ hochwertige Angebote für Kinder und Jugendliche bekannt zu machen.

Im Abschnitt Migration befassen sich Andreas Hepp, Laura Suna und Stefan Welling mit der Frage, inwieweit digitale Medien eher zur Integration oder zur Segregation von Migrantinnen und Migranten beitragen. Sie legen dar, dass digitale Medien die Kommunikative Vernetzung von Menschen mit Migrationshintergrund ermöglichen und gleichzeitig deren Einbezug in weitere Netzwerke befördern.

Ulrich Wechselberger ist Erziehungswissenschaftler an der Universität Koblenz und stellt in der Rubrik "Problemzonen Gaming & PorNo" seinen Beitrag "Lernspiele aus pädagogischer Sicht" vor. Als digitale Lernspiele werden Computer- oder Videospiele bezeichnet, die Wissen über die Wirklichkeit vermitteln. Hier nennt der Autor "Serious Games" als Spiele, die dem Nutzer ein Lernziel vermitteln wolle sowie "Educational Games" als Spiele, die Lernen und Spielen miteinander verknüpfen. Aus pädagogischer Sicht ist Ulrich Wechselberger der Auffassung, dass Lernspiele unterhalten und den Spaß am Lernen fördern können, da Spielen grundsätzlich eine aktive und freudvolle Beschäftigung sei.

In der Rubrik "Partizipation" findet sich unter anderem der Beitrag "Videoarbeit als politische Partizipation" des Autors Norbert Weinrowsky: Der Diplom-Sozialpädagoge erklärt die Politikverdrossenheit Jugendlicher als eine Abneigung gegenüber der Vermittlungsform von politischen Inhalten und sieht den Einsatz von Medienpädagogik gefordert. Als Beispiel nennt er eine Aktion des Medienprojektes Wuppertal: Fünf Jugendliche zwischen 20 und 25 Jahren hatten im Juni 2007 den Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm filmisch festgehalten und transportierten dabei positive Botschaften des Protestes, unter anderem Kreativität, Solidarität oder politisches Engagement. Dieser Film "Die Welt zu Gast bei Freunden" fand eine weite Verbreitung, die DVD verkaufte sich alleine in den ersten Tagen mehr als einhundert Mal.

Der Tagungsband "Geteilter Bildschirm - getrennte Welten? Konzepte für Pädagogik und Bildung" ist bei der kopaed verlagsgmbh erschienen und kostet 16,00 Euro. Weitere Informationen sind auf dem Portal von kopaed erhältlich.

Im Angebot der SDC seit 12.01.10 (yze)

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Themenbereiche:
Bürgerrechte, Informationsfreiheit, Bildungspolitik / Bildungswesen, Bürgerbeteiligung, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Bürgernetze, Neue Technologien, Technische Unterstützung, Mediennutzung allgemein, Vernetzung und Kooperation, Medienpädagogische Konzepte, Medienpädagogische Projekte




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