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Wo der Spaß aufhört ... Studie des jff, München im Auftrag der BLM

von: U. Wagner / N. Brüggen / P. Gerlicher / M. Schemmerling, jff, München vom 07.02.12

Logo: Wo der Spaß aufhört ... Studie des jff, München im Auftrag der BLM

Wie Jugendliche mit zwischenmenschlichen Konflikten in Online-Communitys wie Facebook umgehen, zeigt die neue, durch das JFF - Institut für Medienpädagogik durchgeführte Studie "Wo der Spaß aufhört ... Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten". Im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien befragte das JFF Jugendliche selbst und gelangte zu interessanten Ergebnissen.

Jugendliche haben einen sehr differenzierten Blick auf Online-Konflikte. Die Bandbreite von Konflikten ist aus ihrer Sicht viel größer als Formen des Cybermobbings. Sie unterscheiden zwischen "Spaß-Streits", Meinungsverschiedenheiten, Streitereien und Mobbing. Dahinter liegt ein komplexes System aus Regeln, wie man bei welchem Konflikt reagieren kann. Wer diese Konfliktformen und Regeln nicht kennt, kann auch keine Hilfe geben. Für die meisten Erwachsenen trifft dies aus Sicht der Jugendlichen zu. Aber auch Jugendliche sind immer wieder überfordert.

Konflikte entstehen vor allem mit den "Freundesfreunden"

Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten werden meist für andere sichtbar. Alle "Freunde" auf der Plattform können mitlesen. Am häufigsten erleben die Befragten der Studie Konflikte dabei mit den Freunden von Freunden. Mit diesen "Freundesfreunden" würden die Jugendlichen offline - also im direkten Austausch - nicht unbedingt kommunizieren. In Online-Communitys ist dies aber durchaus üblich. Gerade mit den Freundesfreunden entsteht zum Beispiel aus einem "Spaß-Streit" besonders schnell ein echter Konflikt, da man sich nicht so gut kennt. Missverständnisse sind eine häufige Ursache für Konflikte in Online-Communitys.

Jugendliche sehen sich und andere nicht als Opfer und Täter

Jugendliche akzeptieren Zuschreibungen wie "Täter" und "Opfer" nur in stark eskalierten Konflikten. Dagegen formulieren sie den Anspruch an sich und andere, Konflikte selbstbestimmt zu lösen. Deshalb wirkt es von außen betrachtet teilweise so, als ob Jugendliche miterlebte Konflikte zwischen anderen Personen ignorieren. Aus ihrer Sicht respektieren sie dagegen die Souveränität der Konfliktparteien. Darin ist durchaus eine Orientierung an gesellschaftlichen Werten wie Selbständigkeit und Durchsetzungsfähigkeit zu erkennen. Doch mitunter sind Jugendliche damit auch überfordert. Und auch den Jugendlichen fällt schwer, Konfliktsituationen einzuschätzen und damit auch zu erkennen, wann es notwendig wäre einzuschreiten. Selbst in einen Konflikt verwickelt, erscheint ihnen mitunter das "Ignorieren einer Beleidigung" als einziger Weg. Dies kann ein "Aushalten der Anfeindung" aber auch ein souveränes "Über der Anfeindung stehen" bedeuten. Von außen ist das nicht eindeutig zu bewerten.

Unterstützung suchen und erhalten die Jugendlichen unter sich

Konflikte in Online-Communitys können Jugendliche vor Probleme stellen, mit denen sie nur schwer zurechtkommen. Insbesondere wenn sie auf sich alleine gestellt sind. Dass sich Freunde gegenseitig helfen, wenn sie gefragt werden, ist gängige Alltagspraxis. Erwachsene werden dagegen nur dann hinzugezogen, wenn die Jugendlichen ihnen vertrauen und wenn sie glauben, dass die Erwachsenen die komplexen Mechanismen und Regeln von Online-Konflikten ebenfalls verstehen. Informationsseiten im Internet stehen die Befragten insgesamt skeptisch gegenüber. Die Meldefunktion von Online-Plattformen erscheint für sie nur relevant, wenn sie Spam oder anderweitig Unerwünschtes von Fremden erhalten.

Die Studie formuliert auf den Ergebnissen aufbauend Leitlinien für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen:

  • Wo der Spaß aufhört, erschließt sich erst dann, wenn man einen differenzierten Blick auf die verschiedenartigen Konfliktformen wirft. Nur wer die Perspektive der Jugendlichen aufgreift, kann beurteilen, wo Jugendliche Unterstützung benötigen. Unverzichtbar ist, die unterschiedlichen Konfliktformen in ihrer Bandbreite mit Jugendlichen zu thematisieren und mit ihnen gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.
  • Wo der Spaß aufhört, liegt nicht allein im Ermessen der Streitenden. Auch gesellschaftlich geprägte Werteorientierungen spielen eine entscheidende Rolle im Aushandeln von Online-Konflikten. Das Spannungsverhältnis zwischen Erfahrungen aus der eigenen Lebenswelt und gesellschaftlich akzeptierten Normen und Werten (z. B. Selbstbestimmung und solidarisches Helfen) muss in der pädagogischen Praxis gemeinsam mit den Jugendlichen aufgegriffen werden.
  • Wo der Spaß aufhört, gibt es Klärungsbedarf. Nicht Konflikte an sich, sondern eskalierendes Konflikthandeln sollten in der pädagogischen Arbeit abgelehnt werden. In der Arbeit mit Jugendlichen gilt es, konstruktive Wege zum Handeln in Online-Konflikten zu erarbeiten und zu diskutieren. Zudem gilt zu klären, wie und wann andere in Online-Konflikten unterstützt werden können und sollten.

Die Kurzfassung der Studie steht hier zum Download zur Verfügung.



Download vorhanden  "Wo der Spaß aufhört ... Studie des jff, München im Auftrag der BLM" herunterladen
(pdf, 1.432 MB)


Im Angebot der SDC seit 20.02.12 (jcr)

Verwandte
Themenbereiche:
Grund-, Haupt- und Realschulen, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Medienpädagogische Konzepte





Nutzung von Social Networking Webseiten durch Jugendliche

von: Amanda Lenhart, Mary Madden, Pew Internet & American Life Project, Zusammenfassung Jeanette Christu vom 07.01.07

Social Networking Webseiten bieten die Möglichkeit sich ein eigenes Online-Profil zuzulegen und sich mit anderen Nutzern zu vernetzen. Allgemein wird angenommen, dass inzwischen jeder amerikanische Jugendliche solche Webseiten zur Pflege seiner Kontakte nutzt. Das Pew Internet & American Life Project hat diese verbreitete Ansicht in einer Studie untersucht und findet heraus, dass zwar nicht ‚alle’ Jugendlichen Networking-Webseiten nutzen, aber inzwischen mehr als die Hälfte der jugendlichen Onliner zwischen 12 und 17 Jahren diese für sich entdeckt hat.

Social Networking Webseiten sind Online-Angebote, die es ermöglichen ein eigenes Profil im Netz zu erstellen und auf diese Weise Kontakte mit anderen Nutzern der Webseite herzustellen und zu pflegen. In den letzen fünf Jahren sind derartige Internetangebote von einer Randerscheinung zu einem weit verbreitenden stark genutzten Phänomen geworden. So nutzen inzwischen mehr als die Hälfte (55%) der amerikanischen Onliner zwischen 12 und 17 Jahren Social Networking Webseiten wie MySpace oder Facebook und haben ihr eigenes Profil im Internet.

Dieses Profil gibt allerdings die Mehrheit der Jugendlichen nicht für die breite Internetöffentlichkeit frei: bei 66 Prozent der Jugendlichen, die ein Onlineprofil haben, ist es nicht für die Internet-Öffentlichkeit sichtbar.

Die stärksten Nutzer dieser Social Networking Seiten sind die älteren Mädchen. Sie nutzen die Webangebote vor allem um bereits bestehende Kontakte zu pflegen. Für Jungen, die die Angebote nutzen, steht dagegen stärker als für die Mädchen das Finden neuer Freundschaften im Vordergrund (60% zu 46%). Mary Maddan, Wissenschaftlerin der Studie, stellt fest, dass die älteren männlichen Jugendlichen diejenigen seien, welche die Seiten wahrhaftig im Sinne der Vernetzung nutzen.

Die Studienergebnisse basieren auf telefonischen Befragungen zwischen dem 23. Oktober und dem 19. November 2006. Befragt wurde eine Stichprobe von 935 US-amerikanischen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren.

Den Studienbericht können Sie hier in englischer Sprache herunterladen.

Download vorhanden  "Nutzung von Social Networking Webseiten durch Jugendliche" herunterladen
(pdf, 0.129 MB)


Im Angebot der SDC seit 09.01.07 (jch)
Logo: Pew Internet & American Life Project

Pew Internet & American Life Project

Das Pew Internet & American Life Project ist eine überparteiliche Non-Profit-Organisation mit Sitz in Washington, DC. Sie untersucht die sozialen Effekte des Internet auf das Leben in den USA.

Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.


Verwandte
Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Forschung





Pew Research Center: Zwischen Freundlichkeit und Grausamkeit - Das Verhalten Jugendlicher in sozialen Netzwerken

von: Lenhart, Madden, Smith, Purcell, Zickuhr, Rainie
Quelle: Pew Research Center’s Internet & American Life Project vom 09.11.11


Die Studie "Teens, Kindness and Cruelty on Social Network Sites" beschäftigt sich mit dem positiven und negativen Verhalten amerikanischer Jugendlicher in Sozialen Netzwerken. 69 Prozent der Jugendlichen, die soziale Netzwerke nutzen, gehen größtenteils freundlich innerhalb der Sozialen Netzwerke miteinander um. Doch 88 Prozent von diesen Jugendlichen geben an, bereits gemeines und grausames Verhalten in sozialen Netzwerken beobachtet zu haben und 15 Prozent waren bereits Opfer von gemeinem und grausamem Verhalten.

Erwachsene Nutzer von sozialen Netzwerken geben weniger häufig an dieses negative Verhalten beobachtet zu haben, aber berichten, dass es verbreitet ist: 69 Prozent der Erwachsenen, die soziale Netzwerke nutzen, sagen, dass sie andere bei diesem Verhalten innerhalb des Sozialen Netzwerks beobachtet haben.

Für diese Studie wurden in einer nationalen repräsentativen Erhebung 12-17-jährige amerikanische Jugendliche und ihre Eltern befragt und sieben Fokusgruppen mit Jugendlichen durchgeführt. Das Pew Research Center’s Internet & American Life Project setzte die Studie gemeinsam mit dem Family Online Safety Institute (FOSI) und der Stiftung Cable in the Classroom (CIC) um.

Hier können Sie die Studie als PDF-Datei herunterladen:



Download vorhanden  "Pew Research Center: Zwischen Freundlichkeit und Grausamkeit - Das Verhalten Jugendlicher in sozialen Netzwerken" herunterladen
(pdf, 1.180 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.pewinternet.org/Reports/2011/Teens-and-social-media.aspx?sr c=prc-twitter


Im Angebot der SDC seit 11.11.11 (ksh)
Logo: Pew Internet & American Life Project

Pew Internet & American Life Project

Das Pew Internet & American Life Project ist eine überparteiliche Non-Profit-Organisation mit Sitz in Washington, DC. Sie untersucht die sozialen Effekte des Internet auf das Leben in den USA.

Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.


Verwandte
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Internationale Aspekte, Jugendschutz, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche





Umfrage zum Thema "Cybermobbing - Gewalt unter Jugendlichen": 36 Prozent der Teens waren bereits Opfer des Phänomens

Quelle: Techniker Krankenkasse vom 18.07.11

Die Techniker Krankenkasse, Landesvertretung NRW, hat aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage zum Thema "Cybermobbing - Gewalt unter Jugendlichen" veröffentlicht. Zur Datenerhebung der Untersuchung wurden zwischen März und April insgesamt 1.000 deutschsprachige Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren interviewt. 492 der befragten Jugendlichen waren männlich und 508 der Studienteilnehmer waren weiblich. Die Ergebnisse zeigen: 99 Prozent der Teenager nutzen das Internet und 94 Prozent haben ein eigenes Handy. 69 Prozent der Teens sind täglich länger als eine Stunde online und 57 Prozent erachten das Internet als sehr wichtig. Die Nutzung sozialer Netzwerke zeigt: 88 Prozent der Heranwachsenden sind aktive Mitglieder in Netzwerken und 63 Prozent sind täglich in einem Netzwerk aktiv.

Zudem halten sich 36 Prozent der Teenager jeden Tag in einem Chatroom auf. Beim Cybermobbing setzten die Täter ihre Opfer im Internet oder mit Hilfe der Mobiltelefondienste unter Druck. Die Opfer werden beleidigt oder bedroht. Manchmal werden intime Fotos oder Videos in Umlauf gebracht, um das Opfer zu beschämen. Im Hinblick auf das Phänomen Cybermobbing zeigt die Untersuchung: 77 Prozent der Jugendlichen wissen, was dieser Begriff bedeutet und 74 Prozent kennen ein Opfer von Cybermobbing. Zudem haben 57 bereits in der Schule über die Auswirkungen von Cybermobbing gesprochen. 36 Prozent der befragten Teens gaben an, schon einmal ein Opfer von Cybermobbing gewesen zu sein. 60 Prozent der Opfer kennen den Täter sogar aus dem näheren oder entfernten Umfeld.

Die Cybermobbing-Formen sind unterschiedlich: 22 Prozent der Teenager wurden bedroht oder beleidigt und 15 Prozent haben Lästereien oder Verleumdungen erfahren. 4 Prozent der befragten Teens haben unter der unberechtigten Datenweitergabe gelitten. Die physischen und psychischen Auswirkungen von Cybermobbing sind bei den Opfern vielfältig: 70 Prozent der Teens, die bereits diese Form von Mobbing erfahren haben, sind sehr wütend. 24 Prozent sind verzweifelt und 22 Prozent fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Außerdem leiden 17 Prozent der Teenager, die bereits Opfer waren, an Schlafstörungen und 10 Prozent klagen über Kopfschmerzen.



Download vorhanden  "Umfrage zum Thema "Cybermobbing - Gewalt unter Jugendlichen": 36 Prozent der Teens waren bereits Opfer des Phänomens" herunterladen
(pdf, 0.075 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.tk.de/tk/kinder-jugendliche-und-familie/gewalt-gegen-kinder /cybermobbing/343730


Im Angebot der SDC seit 18.07.11 (yze)

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Jugendschutz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Sicherheit





Unterrichtseinheit zum Thema "Meine Daten kriegt Ihr nicht"

Quelle: Behörde für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien und Hansestadt Hamburg vom 17.02.11

Die Behörde für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien und Hansestadt Hamburg hat in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und weiteren Partnern eine Broschüre zum Thema "Meine Daten kriegt Ihr nicht" veröffentlicht: Beleuchtet wird die Unterrichtseinheit "Datenschutz", die im Frühjahr 2010 im 7. Jahrgang der Gesamtschule Walddörfer (Hamburg) durchgeführt wurde. Der Leitfaden richtet sich an Lehrer, Pädagogen sowie Medienexperten und möchte dazu anregen, Unterrichtseinheiten zur Förderung der Medienkompetenz an Schulen zu entwickeln und anzubieten.

Als Vorüberlegung sollte geklärt werden, ob reale Daten aus dem Netz zu Anschauungszwecken im Unterricht genutzt werden sollten. Die Experten raten an dieser Stelle, fiktive Personen ins Internet einzustellen. Auf diese Weise kann vermittelt werden, dass die Privatsphäre geschützt werden sollte, ohne dabei andere Nutzer bloßzustellen. Rechtlich ist dieser Vorgang ebenfalls möglich: So müssen beispielsweise Anbieter wie googlemail oder auch soziale Netzwerke wie SchülerVZ die Anmeldung von Nutzern mit Pseudonym zulassen. Im späteren Verlauf des Unterrichts kann schließlich aufgeklärt werden, dass es sich bei der untersuchten Person um eine fiktive Person handelt. Dies ist insbesondere wichtig, um den Schülern zunächst die Möglichkeit zu geben, sich unvoreingenommen mit den offengelegten Daten von Nutzern zu beschäftigen.

Die Schüler können im Unterricht die fiktive Persönlichkeit im Netz suchen und durch verschiedene Internetquellen Informationen von ihr einholen. Die Broschüre erklärt Lehrern in kleinen Schritten, wie diese einen fiktiven Nutzer im Internet platzieren können. Wenn dies zu aufwendig sein sollte, können Schüler auch nach ihren Lieblingsstars recherchieren. Zudem listet die Handreichung exemplarisch auf, wie die Unterrichtseinheit gestaltet werden sollte: Die Schüler reflektieren bei jedem Thema gemeinsam, wann persönliche Grenzen oder die Grenzen anderer Jugendlicher überschritten werden. Zudem sollten Jugendliche sich genau über Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) von sozialen Netzwerken informieren und bei der Veröffentlichung von persönlichen Daten nie blind vertrauen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Download.



Download vorhanden  "Unterrichtseinheit zum Thema "Meine Daten kriegt Ihr nicht"" herunterladen
(pdf, 2.147 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.datenschutz-hamburg.de/


Im Angebot der SDC seit 17.02.11 (yze)

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Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Medienpädagogische Konzepte, Internetdienste, Internet





Studie des JFF: Jugendliche wollen sich in Sozialen Netzwerken nicht in Konflikte einmischen

von: Yvonne Zerbe
Quelle: JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis vom 26.10.10


Das JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis hat die erste Teilstudie der 5. Konvergenzstudie "Das Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform Jugendlicher" veröffentlicht: Der Ergebnisbericht "Persönliche Informationen in aller Öffentlichkeit?" untersucht Jugendliche und ihre Perspektive auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Sozialen Netzwerkdiensten. Zur Datenerhebung wurden Einzelfallstudien mit elf Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren sowie Gruppenerhebungen mit 52 Hauptschülern der achten und neunten Jahrgangsstufe und dem Altersschwerpunkt 14 bis 16 Jahre durchgeführt.

Beleuchtet wird, wie Heranwachsende mit persönlichen Informationen umgehen und welches Verständnis sie von Öffentlichkeit und Privatheit haben. Im Rahmen der Studie werden als persönlichen Informationen Daten wie beispielsweise Name, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer sowie Auskünfte über persönliche Lebensumstände verstanden. In einem ersten Schritt zeigt die Studie, dass Jugendliche Medien auf Grund verschiedener relevanter Aspekte nutzen, die auch den Rahmen für ihr Handeln in Online-Netzwerken bilden:

  • Jugendliche stehen in einem regen Austausch mit anderen Gleichaltrigen und suchen in ihren medialen Selbstkonstruktionen Rückmeldung und Bestätigung von anderen Jugendlichen.

  • Medien bieten Heranwachsenden auf ihrer Suche nach Abgrenzung von Erwachsenen Ideen und Impulse für ihre persönliche Lebensgestaltung.

  • Jugendliche finden in medialen Räumen Möglichkeiten, um sich zu positionieren und zu verorten. Diese Verortung hilft, sich mit der eigenen Lebenswelt und der weiteren sozialen, kulturellen und politischen Welt auseinander zu setzen.

  • Jugendliche suchen in medialen Räumen eine Bestätigung für ihr Handeln und sind dabei stolz auf ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie auch ständig weiterentwickeln wollen.

Die Studienexperten heben zudem drei Spannungsfelder im Umgang mit dem Web 2.0 hervor, die auch bei der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen relevant sind:

  • Jugendliche wollen im Internet zu bestimmten Gruppen dazu gehören und den Online-Freundeskreis pflegen. Daher müssen sie persönliche Daten veröffentlichten, die unter Umständen von den Betreibern Sozialer Netzwerkdienste für eigene Zwecke verwendet werden können.

  • Jugendliche drücken ihre Identität durch Fotos, Zeichnungen oder Texte aus. Doch begrenzt werden diese Artikulationen in Sozialen Netzwerken oft von medialen Inszenierungsformen, die die Wahrnehmung der Nutzenden prägen. Außerdem können Jugendliche ihr Netzwerkprofil häufig nur eingeschränkt selbst gestalten, da die Anbieter mit festgelegten Kategorien die Gestaltung wesentlich formatieren.

  • Der Wunsch der Jugendlichen, ihre Identität und ihre Wertvorstellungen zur Geltung zu bringen, kann problematisch werden. Die Imagepflege führt eventuell dazu, dass Videos, Fotos oder Texte aus dem Netz verwendet werden, ohne das Urheberrecht zu beachten.

Die Ergebnisse zeigen: Jugendliche machen sich durchaus Gedanken darüber, was sie wem in Sozialen Netzwerkdiensten über sich mitteilen wollen und was besser nicht. Sie nannten vielfältige Begründungen, warum bestimmte persönliche Informationen schutzwürdig sind. Im Hinblick auf den Schutz vor unerwünschten Begegnungen und Kontakten sind sich die Jugendlichen einig, dass Angaben über regelmäßige Aufenthaltsorte in Online-Plattformen auf Grund möglicher Belästigungen nicht erwähnt werden sollten.

Bei der Vermeidung von Konflikten in Sozialen Netzwerken wird deutlich: Die Anlässe für Schwierigkeiten sind von den lebensweltlichen Erfahrungen abhängig. Die Jugendlichen sind sich aber einig, dass Fotos, die peinliche Situationen zeigen, nicht online gestellt werden sollten. Deutlich wird außerdem, dass die befragten Jugendlichen kein Bewusstsein für Themen haben, mit denen sie nicht persönlich konfrontiert werden. So haben die meisten Jugendlichen beispielsweise kaum eine Ahnung, was sich hinter dem Problem des Datenmissbrauchs durch Dritte verbirgt. Viele Jugendliche wissen auch nicht, dass ein Geburtsdatum zur Identifizierung von Menschen führen kann.

Was Jugendliche in Online-Netzwerken von sich preisgeben, ist außerdem davon beeinflusst, welche sozialen Spielregeln und Normen in den Netzwerken gelten. Die Untersuchung zeigt: Fast alle Befragten sind der Meinung, dass jeder Nutzer für die Preisgabe persönlicher Daten in sozialen Netzwerken selbst verantwortlich ist. Daraus ergibt sich aus Sicht der Jugendlichen die Konsequenz, dass man sich nicht in die Handlungen anderer Nutzer einmischen sollte.

Weitere Informationen zum Ergebnisbericht "Persönliche Informationen in aller Öffentlichkeit?" entnehmen Sie bitte dem Download.



Download vorhanden  "Studie des JFF: Jugendliche wollen sich in Sozialen Netzwerken nicht in Konflikte einmischen" herunterladen
(pdf, 2.267 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.jff.de/?BEITRAG_ID=6000


Im Angebot der SDC seit 26.10.10 (yze)

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Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Forschung, Mediennutzung allgemein, Internetdienste, Internet






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