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Downloads zum Themenbereich Medienkompetenz

Medienanstalt Hamburg /Schleswig-Holstein: Expertise "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach"

Quelle: Medienanstalt Hamburg /Schleswig-Holstein vom 14.04.10

Die Medienanstalt Hamburg /Schleswig-Holstein hat eine von der Universität Hamburg durchgeführte Expertise zum Thema "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach?" von Januar 2010 veröffentlicht und untersucht darin den Stellenwert der Medienkompetenzförderung in Schulen. Für das Gutachten wurden Konzepte, Rahmenpläne und Bildungs- und Lehrpläne der Bundesländer zum Thema Medienbildung beziehungsweise Medienerziehung im Hinblick auf die Vermittlung von Medienkompetenz untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Inhalte der Rahmen- oder Lehrpläne mit dem Schwerpunktthema Medien' in jedem Bundesland unterschiedlich definiert werden: In Baden-Württemberg existiert beispielsweise kein gesonderter Rahmenplan, der sich mit Medienbildung beschäftig. In Bayern wurde hingegen festgelegt, dass Medienkompetenzförderung fächerübergreifend stattfinden sollte und in Berlin finden sich zwei Konzepte für den Schwerpunkt "Medienerziehung": Das Konzept "Medienerziehung Berliner Schulen" legt die Rahmenstruktur für die Medienerziehung fest und der eEducation Masterplan Berlin beinhaltet Ziele und Strategien für die Nutzung digitaler Medien in der Berliner Bildung.

Laut Studie fehlt es den Bundesländern insgesamt an umfassenden Konzepten und konkreten Vorgaben, um Medienbildung zielsicher umzusetzen. Um das Thema "Medienbildung in der Schule" fundiert zu untersuchen, wurden Interviews mit Experten verschiedener Bildungseinrichtungen durchgeführt, unter ihnen waren Arthur Gottwald (Behörde für Berufsbildung, Amt für Bildung, strategisch-konzeptionelle Aufgaben des Bildungswesens, Referat Medienerziehung), Hartmut Karrasch (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) und Dr. Klaus Paffrath (Leiter des Referats Medien und Bildung in der frühkindlichen Erziehung, Schule, Lehre und Wissenschaft", Thüringer Kultusministerium).

Die Studie zeigt, dass die Experten in den Interviews einhellig der Meinung sind, dass Medienbildung ein wichtiger Teil der Unterrichtsfächer sein sollte, sie sprachen sich jedoch explizit gegen die Einrichtung des Schulfachs "Medienbildung" aus. Weitere Ergebnisse der Expertise "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach?" entnehmen Sie bitte dem Download, das für Sie zur Verfügung steht.



Download vorhanden  "Medienanstalt Hamburg /Schleswig-Holstein: Expertise "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach"" herunterladen
(pdf, 7.507 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.ma-hsh.de


Im Angebot der SDC seit 14.04.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Bildungspolitik / Bildungswesen, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Medienkompetenz, Mediennutzung allgemein





McAfee-Studie: 89 Prozent der US-amerikanischen Jugendlichen nutzen das Web für Hausaufgaben

von: Yvonne Zerbe
Quelle: McAfee vom 25.06.10


Das Unternehmen McAfee bietet Kunden Lösungen zum Schutz ihrer Computer und Netzwerke an und hat jetzt eine aktuelle Studie zum Thema "The Secret Online Lives of Teens" (auf Deutsch etwa: die geheimen Onlineleben von Jugendlichen) veröffentlicht. Die Studie hat das Online-Verhalten von 1.357 US-amerikanischen Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren, darunter 402 Jugendliche zwischen 10 und 12 Jahren, 593 Teenager im Alter von 13 bis 15 Jahren und 362 Teens im Alter von 16 bis 17 Jahren, beleuchtet. Die Studie zeigt: 59 Prozent der Befragten gaben an, das Internet seit fünf Jahren oder länger zu nutzen, und 58 Prozent der Befragten bezeichneten sich selbst als Intensivnutzer, da sie das Internet sechs oder sieben Tage in der Woche nutzen.

Wichtige Gründe für die Internetnutzung sind für Jugendliche die Aspekte Kommunikation, Spielen und Bildung. 89 Prozent der Befragten nutzten das Web, um für Hausaufgaben zu recherchieren. Die Nutzung Sozialer Netzwerke sind hingegen die am schnellsten wachsende Online-Aktivität: 81 Prozent der 16- bis 17-Jährigen berichteten, sie wären bei mindestens einem Netzwerk angemeldet. Im Hinblick auf den Einfluss der Eltern gaben insgesamt 91 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen an, ihre Eltern würden ihnen bei der Onlinenutzung Vertrauen entgegen bringen. Außerdem sagten 56 Prozent, ihre Eltern wüssten nur einige Details von dem, was sie online täten und 26 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, ihre Eltern hätten nicht genug Zeit, sie bei der Internetnutzung zu kontrollieren.

Bei der Studie gaben immerhin 56 Prozent der Jugendlichen an, sie würden ihre Online-Aktivitäten vor ihren Eltern geheim halten. 29 Prozent der Jugendlichen verstecken ihre Online-Aktivitäten, indem sie den Browser minimieren, wenn die Eltern in der Nähe sind, 20 Prozent verstecken und löschen schnell Textnachrichten und 21 Prozent entfernen die Browser-Chronik. Außerdem sagten 95 Prozent aller Heranwachsenden, sie würden sich sicher genug mit ihrer Fähigkeit fühlen, gefahrlos durchs Netz zu surfen. 52 Prozent der Studienteilnehmer gaben daher auch an, sie würden lediglich jemanden kennen, der Erfahrungen mit Cyberbullying, also mit dem Mobben und Ausgrenzen im Netz, gemacht hatte. Nur 29 Prozent der Befragten sagten, sie hätten damit auch schon selbst Erfahrungen gemacht. 25 Prozent der Jugendlichen sagten außerdem, sie stünden dem Problem Cyberbullying hilflos gegenüber und wüssten nicht, was in solch einer Situation zu tun sei.

Die Studie beleuchtet zudem das veränderte Nutzungsverhalten der Heranwachsenden im Vergleich zum Jahre 2008: 59 Prozent der 13- bis 17-Jährigen nutzten damals ein Soziales Netzwerk, heutzutage sind es schon 73 Prozent. Dieser Anstieg der Nutzung könnte laut Studie der Grund für den Anstieg der Preisgabe persönlicher Informationen sein. Insgesamt ist die Internetnutzung seit 2008 angestiegen, dies ist auch bedingt durch internetkompatible Smartphones und Spielkonsolen sowie durch die Zunahme von W-LAN Internetzugängen.

Mädchen sind laut Studie insgesamt online verletzbarer, da sie gerne miteinander kommunizieren und Informationen teilen. Die Zahlen zeigen: 25 Prozent der Mädels, inklusive 43 Prozent der jungen Frauen zwischen 16 und 17 Jahren, gaben an, sie würden online mit jemandem chatten, den sie nicht kennen. 35 Prozent der Jungen luden sich hingegen gerne Erwachseneninhalte herunter, insbesondere 45 Prozent der 16- bis 17-Jährigen. Weitere Ergebnisse der Studie "The Secret Online Lives of Teens" entnehmen Sie bitte dem Download, der in englischer Sprache für Sie bereit steht.



Download vorhanden  "McAfee-Studie: 89 Prozent der US-amerikanischen Jugendlichen nutzen das Web für Hausaufgaben" herunterladen
(pdf, 1.494 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://newsroom.mcafee.com/article_display.cfm?article_id=3659#


Im Angebot der SDC seit 25.06.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Jugendschutz, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Internet





Pew Research Center: Jugendliche werden auch mit zunehmenden Alter gerne Information im Netz teilen

Quelle: Pew Research Center Internet vom 23.07.10

Das Pew Research Center Internet & American Life Project hat zusammen mit der Elon Universität (North Carolina) insgesamt vier Studien zur Zukunft des Internet veröffentlicht, die in den Jahren 2004, 2006, 2008 und 2010 durchgeführt worden waren. Jetzt wurde ein neuer Bericht zum Thema "Jugendliche des neuen Jahrtausends machen die Nutzung Sozialer Netzwerke zu einer lebenslangen Angewohnheit" veröffentlicht. Die Ergebnisse dieses neuen Berichts entstammen der vierten Studie zur Zukunft des Internet und basieren auf einer Befragung von 895 Internetexperten und Internetnutzern.

Die Teilnehmer der vierten Studie zur Zukunft des Internet wurden von Dezember 2009 bis Januar 2010 befragt und sollten zehn Fragepaare bewerten, jedes Fragepaar stellte zwei verschiedene Zukunftsszenarien zu einem bestimmten Aspekt der Internetnutzung vor. Die Befragten sollten jeweils immer einem Zukunftsszenario zustimmen. Die Ergebnisse der Befragung wurden in sechs Berichten veröffentlicht, die Ergebnisse dieses letzten Berichts beschäftigen sich mit der zukünftigen Nutzung sozialer Technologien der heutigen Jugendlichen, auch Generation Y genannt.

Der Bericht untersucht die Ergebnisse zur Frage: "Wird die Bereitschaft der Generation Y, Informationen zu teilen, mit zunehmendem Alter abnehmen?" 69 Prozent aller Befragten stimmten dem Szenario zu, dass die heutigen Jugendlichen fortfahren würden, persönliche Informationen weiterzugeben, um mit Anderen in Verbindung zu bleiben und um von den sozialen, ökonomischen und politischen Vorteilen zu profitieren. 28 Prozent aller Befragten sagten hingegen, dass die Jugendlichen der Generation Y aus der Nutzung Sozialer Netzwerke herauswachsen würden. Daher würde ihr Enthusiasmus für das weitläufige Teilen von Informationen mit dem Älter werden abnehmen.

Der Bericht zeigt die Erklärungen der Studienteilnehmer, warum diese sich für ein bestimmtes Zukunftsszenario entschieden hatten: Hal Varian (Google) sagte, seit es einfacher sei mit Schulfreunden in Kontakt zu bleiben, blieben auch mehr Menschen in Kontakt. Soziales Netzwerken wird aus seiner Sicht zukünftig eine größere Rolle im Bereich Lernen und Arbeit spielen und wird nicht mehr länger eine reine Freizeitaktivität sein. Seth Grimes (Alta Plana Corporation) ist der Auffassung, dass die Nutzung Sozialer Netzwerke zukünftig zur Nutzung der Informationstechnologien dazu gehören wird. Er ist der Auffassung, jeder wird sich später daran beteiligen.

Barry Wellmann (Universität von Toronto) berief sich bei der Erklärung seiner Aussage auf George Bernhard Shaw, der sagte, jeder sei mit 20 Jahren ein Sozialist und mit 50 Jahren ein Kapitalist. Jetzt, so seine These, sei jeder mit 20 Jahren ein Informationssozialist und mit 50 Jahren ein Informationskapitalist. Zukünftig, so der Experte, würden Menschen mehr Informationen schützen müssen. Hjalmar Gislason (DataMarket) stellt folgende Vermutung auf: Wenn die Generation Y, auch Digital Natives (Jugendliche, die mit Sozialen Medien großwerden und kaum zwischen virtueller und realer Welt unterschieden) genannt, zunehmend einflussreichere Persönlichkeiten in der Gesellschaft werden, werden auch Transparenz und Offenheit in den Bereichen Wirtschaft und Regierung zunehmen. Weitere Informationen zur Generation Y bietet der Download, der in englischer Sprache bereit steht.



Download vorhanden  "Pew Research Center: Jugendliche werden auch mit zunehmenden Alter gerne Information im Netz teilen" herunterladen
(pdf, 0.411 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://pewinternet.org/Reports/2010/Future-of-Millennials.aspx


Im Angebot der SDC seit 23.07.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Medienkompetenz, Forschung, Internetdienste, Internet





Medienkonvergenz Monitoring Soziale Online-Netzwerke-Report 2010": 92 Prozent der Jugendlichen nutzen oft das Soziale Netzwerk schülerVZ

von: Yvonne Zerbe
Quelle: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft (Universität Leipzig) vom 01.09.10


Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig hat den "Medienkonvergenz Monitoring Soziale Online-Netzwerke-Report 2010" veröffentlicht und stellt Ergebnisse zur Nutzung Sozialer Netzwerke von Jugendlichen vor. Das Medienkonvergenz Monitoring ist ein Projekt, das regelmäßig die konvergenzbezogene Medienaneignung Jugendlicher untersucht. Als Medienkonvergenz wird das Zusammenwachsen ehemals getrennter Medienbereiche auf technischer und inhaltlicher Ebene bezeichnet. Zur Datenerhebung der Studie wurden 8382 Nutzer sozialer Netzwerkplattformen zwischen 12 und 19 Jahren online quantitativ befragt. Zudem wurden 31 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren aus der Region Leipzig qualitativ interviewt. Der Report zeigt: 92 Prozent der Jugendlichen nutzen oft das Soziale Netzwerk schülerVZ, 15 Prozent sind oft bei MySpace und 11 Prozent der Befragten nutzen oft studiVZ.

Zudem sind 29,7 Prozent der befragten Jugendlichen nur auf einem Sozialen Netzwerk angemeldet, nahezu 70 Prozent sind auf zwei und mehr Netzwerkplattformen aktiv. Bei der Betrachtung der genutzten Netzwerkplattformen hinsichtlich der Geschlechteraufteilung sowie Alter und Bildung wird deutlich: Die Vielnutzer Sozialer Netzwerke sind eher älter und weiblich. Durchschnittlich nutzen Mädchen 2,51 Netzwerkplattformen, bei den Jungen sind es durchschnittlich 2,08 Plattformen. Außerdem nutzen die Jugendlichen zwischen 18 und 19 Jahren durchschnittlich 2,74 Plattformen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 12- bis 13-Jährigen werden durchschnittlich 1,99 Soziale Netzwerke genutzt.

Die Untersuchung belegt auch, dass Jugendliche in erster Linie durch das nähere Umfeld (Freunde, Mitschüler oder Geschwister) auf die Sozialen Netzwerke aufmerksam geworden sind. Die häufigste Aussage der Jugendlichen lautete, dass sie von jemandem eingeladen worden seien, sich dort anzumelden. Die Studie hat die Herausforderungen beim Umgang Jugendlicher mit Sozialen Netzwerken untersucht: So gaben insgesamt 23 Prozent der befragten Jugendlichen an, schon einmal schlechte Erfahrungen in einem Sozialen Netzwerk gemacht zu haben. Bei der Betrachtung der Geschlechter zeigt sich, dass 25 Prozent der Mädchen und nur 19 Prozent der Jungen bereits negative Erfahrungen in Sozialen Netzwerken gesammelt haben.

Bei der Frage, ob die Jugendlichen schon einmal schlechte Erfahrungen bei der Nutzung von Sozialen Online-Netzwerken gemacht haben, zeigen die Antworten: 24 Prozent der Heranwachsenden haben schon einmal Phänomene wie Bedrohung, Beleidigung oder Mobbing erlebt. 18 Prozent der Befragten wurden schon einmal in einem Sozialen Netzwerk belästigt und vier Prozent haben es erlebt, dass private Daten an die Öffentlichkeit gelangten. Bei den Jungen und Mädchen kristallisierten sich Unterschiede beim Erleben schlechter Erfahrungen heraus: 25 Prozent der Mädchen sind schon einmal in einem Sozialen Netzwerk mit sexueller Belästigung konfrontiert worden, dies bestätigten auch sechs Prozent der Jungen. Beleidigungen haben außerdem schon 24 Prozent der Mädchen und 22 Prozent der Jungen erlebt.

Den Jugendlichen wurde außerdem die Frage gestellt: "Hast Du in Sozialen Online-Netzwerken schon einmal etwas gemacht, was du im Nachhinein nicht okay fandest?". Hier gaben 14 Prozent an, bereits einmal (subjektiv) negative Handlungen ausgeführt zu haben. Bei der Betrachtung der Altersgruppen zeigt sich: 18 Prozent der 12- bis 13-Jährigen stimmten dieser Antwort zu, bei den 14- bis 15- Jährigen stimmten 16 Prozent zu und bei den 18- bis 19-Jährigen nur 12 Prozent. Nach Meinung der Studienexperten ist es für Jugendliche unumgänglich, Mitglied in einem Sozialen Netzwerk zu sein. Denn dieser Lebensraum ermöglicht es Jugendlichen, unter Gleichaltrigen zu sein, sich mit ihnen auszutauschen und sich einer Gruppe mit gleichen Interessen zugehörig zu fühlen.

Auch die soziale Realität spiegelt sich in Sozialen Netzwerken wider. Geschlechterunterschiede werden dort deutlich, denn Mädchen scheint es auffallend wichtiger zu sein, Kontakte zu pflegen und sie auch zu erhalten. Insgesamt sind die Handlungsmöglichkeiten laut Experten in Sozialen Netzwerken eher begrenzt, sie beschränken sich im Wesentlichen auf Selbstpräsentation, Informationen über andere Nutzer erhalten und die Kommunikation mit anderen Jugendlichen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Download, der zur Verfügung steht.



Download vorhanden  "Medienkonvergenz Monitoring Soziale Online-Netzwerke-Report 2010": 92 Prozent der Jugendlichen nutzen oft das Soziale Netzwerk schülerVZ" herunterladen
(pdf, 0.735 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.uni-leipzig.de/~mepaed/medienkonvergenz-monitoring/publikat ionen/


Im Angebot der SDC seit 01.09.10 (yze)

Medienkonvergenz Monitoring Report


Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.


Verwandte
Themenbereiche:
Jugendschutz, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Forschung, Mediennutzung allgemein, Internetdienste, Internet





Studie des JFF: Jugendliche wollen sich in Sozialen Netzwerken nicht in Konflikte einmischen

von: Yvonne Zerbe
Quelle: JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis vom 26.10.10


Das JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis hat die erste Teilstudie der 5. Konvergenzstudie "Das Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform Jugendlicher" veröffentlicht: Der Ergebnisbericht "Persönliche Informationen in aller Öffentlichkeit?" untersucht Jugendliche und ihre Perspektive auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Sozialen Netzwerkdiensten. Zur Datenerhebung wurden Einzelfallstudien mit elf Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren sowie Gruppenerhebungen mit 52 Hauptschülern der achten und neunten Jahrgangsstufe und dem Altersschwerpunkt 14 bis 16 Jahre durchgeführt.

Beleuchtet wird, wie Heranwachsende mit persönlichen Informationen umgehen und welches Verständnis sie von Öffentlichkeit und Privatheit haben. Im Rahmen der Studie werden als persönlichen Informationen Daten wie beispielsweise Name, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer sowie Auskünfte über persönliche Lebensumstände verstanden. In einem ersten Schritt zeigt die Studie, dass Jugendliche Medien auf Grund verschiedener relevanter Aspekte nutzen, die auch den Rahmen für ihr Handeln in Online-Netzwerken bilden:

  • Jugendliche stehen in einem regen Austausch mit anderen Gleichaltrigen und suchen in ihren medialen Selbstkonstruktionen Rückmeldung und Bestätigung von anderen Jugendlichen.

  • Medien bieten Heranwachsenden auf ihrer Suche nach Abgrenzung von Erwachsenen Ideen und Impulse für ihre persönliche Lebensgestaltung.

  • Jugendliche finden in medialen Räumen Möglichkeiten, um sich zu positionieren und zu verorten. Diese Verortung hilft, sich mit der eigenen Lebenswelt und der weiteren sozialen, kulturellen und politischen Welt auseinander zu setzen.

  • Jugendliche suchen in medialen Räumen eine Bestätigung für ihr Handeln und sind dabei stolz auf ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie auch ständig weiterentwickeln wollen.

Die Studienexperten heben zudem drei Spannungsfelder im Umgang mit dem Web 2.0 hervor, die auch bei der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen relevant sind:

  • Jugendliche wollen im Internet zu bestimmten Gruppen dazu gehören und den Online-Freundeskreis pflegen. Daher müssen sie persönliche Daten veröffentlichten, die unter Umständen von den Betreibern Sozialer Netzwerkdienste für eigene Zwecke verwendet werden können.

  • Jugendliche drücken ihre Identität durch Fotos, Zeichnungen oder Texte aus. Doch begrenzt werden diese Artikulationen in Sozialen Netzwerken oft von medialen Inszenierungsformen, die die Wahrnehmung der Nutzenden prägen. Außerdem können Jugendliche ihr Netzwerkprofil häufig nur eingeschränkt selbst gestalten, da die Anbieter mit festgelegten Kategorien die Gestaltung wesentlich formatieren.

  • Der Wunsch der Jugendlichen, ihre Identität und ihre Wertvorstellungen zur Geltung zu bringen, kann problematisch werden. Die Imagepflege führt eventuell dazu, dass Videos, Fotos oder Texte aus dem Netz verwendet werden, ohne das Urheberrecht zu beachten.

Die Ergebnisse zeigen: Jugendliche machen sich durchaus Gedanken darüber, was sie wem in Sozialen Netzwerkdiensten über sich mitteilen wollen und was besser nicht. Sie nannten vielfältige Begründungen, warum bestimmte persönliche Informationen schutzwürdig sind. Im Hinblick auf den Schutz vor unerwünschten Begegnungen und Kontakten sind sich die Jugendlichen einig, dass Angaben über regelmäßige Aufenthaltsorte in Online-Plattformen auf Grund möglicher Belästigungen nicht erwähnt werden sollten.

Bei der Vermeidung von Konflikten in Sozialen Netzwerken wird deutlich: Die Anlässe für Schwierigkeiten sind von den lebensweltlichen Erfahrungen abhängig. Die Jugendlichen sind sich aber einig, dass Fotos, die peinliche Situationen zeigen, nicht online gestellt werden sollten. Deutlich wird außerdem, dass die befragten Jugendlichen kein Bewusstsein für Themen haben, mit denen sie nicht persönlich konfrontiert werden. So haben die meisten Jugendlichen beispielsweise kaum eine Ahnung, was sich hinter dem Problem des Datenmissbrauchs durch Dritte verbirgt. Viele Jugendliche wissen auch nicht, dass ein Geburtsdatum zur Identifizierung von Menschen führen kann.

Was Jugendliche in Online-Netzwerken von sich preisgeben, ist außerdem davon beeinflusst, welche sozialen Spielregeln und Normen in den Netzwerken gelten. Die Untersuchung zeigt: Fast alle Befragten sind der Meinung, dass jeder Nutzer für die Preisgabe persönlicher Daten in sozialen Netzwerken selbst verantwortlich ist. Daraus ergibt sich aus Sicht der Jugendlichen die Konsequenz, dass man sich nicht in die Handlungen anderer Nutzer einmischen sollte.

Weitere Informationen zum Ergebnisbericht "Persönliche Informationen in aller Öffentlichkeit?" entnehmen Sie bitte dem Download.



Download vorhanden  "Studie des JFF: Jugendliche wollen sich in Sozialen Netzwerken nicht in Konflikte einmischen" herunterladen
(pdf, 2.267 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.jff.de/?BEITRAG_ID=6000


Im Angebot der SDC seit 26.10.10 (yze)

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Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Forschung, Mediennutzung allgemein, Internetdienste, Internet





Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien

von: Yvonne Zerbe
Quelle: Verlag Barbara Budrich vom 23.11.10


Die Zeitschrift "Diskurs Kindheits- und Jugendforschung" hat im Sommer 2010 einen Beitrag der Autoren Bernward und Dagmar Hoffmann zum Thema "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" veröffentlicht. Die beiden Experten definieren darin den Begriff der "Medienpädagogik" und erklären die Bedeutung von "Medienerziehung", "Medienkompetenz" und "Medienbildung": So wird zunächst erläutert, dass die medienpädagogische Grundbildung ein wichtiger Bestandteil vieler kommunikations- und kulturwissenschaftlicher Lehrpläne sei. Das Ziel sollte es daher sein, den Rezipienten einen sozial- und ethisch verträglichen Umgang mit Medien vermitteln zu können.

Die Medienkompetenz wird von den Autoren als gesellschaftliche Schlüsselqualifikation verstanden. Traditionelle, analoge und digitale Medien bieten Rezipienten die Möglichkeit, Bildungsprozesse und Bildungserfahrungen zu erleben. Die Experten weisen in ihrem Beitrag darauf hin, dass es wichtig sei, die Verknüpfung von lebensweltlichen und institutionellen Bildungsprozessen anzuerkennen. Denn häufig würden Medieninhalte dazu genutzt werden, um sie im Alltag in Handlungswissen umzufunktionieren.

Bildung wird von Bernward und Dagmar Hoffmann als "Sich-In-Beziehung-Setzen" beschrieben, der Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Fähigkeit der Selbstreflexion. Medienbildung kann genau diesen Prozess fördern, denn die Medienrezeption beinhaltet Potentiale für verschiedene Sozialisationsprozesse. Lehrer und Eltern können viele Angebote wahrnehmen, um ihre Medienkompetenz zu verbessern und wirklichkeitsgemäße Medienbildung zu vermitteln. Dazu gehören beispielsweise Seminare, Leitfäden oder Handbücher.

Die Autoren nehmen medienpädagogische Aufklärung dennoch als sehr zäh war, da Kinder- und Jugendliche oft noch Schwierigkeiten bei der korrekten Mediennutzung aufweisen. Doch wird in dem Beitrag betont, dass in der medienpädagogischen Forschung und Praxis bereits viel erreicht wurde: Medienpädagogen konnten vermitteln, dass es wichtig ist, eigenes Medienhandeln zu reflektieren und sie haben auch auf das Problem der digitalen Kluft hingewiesen. Dadurch wird unter anderem verdeutlicht, dass Rezipienten, die digitale Technologien gut nutzen können, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Medienerziehung, denn damit sollen bildungsbenachteiligte Zielgruppen angesprochen werden. Die Autoren bemängeln allerdings, dass es in Deutschland häufig an organisatorischen Rahmenbedingungen in Bildungseinrichtungen fehlen würde, so dass eine nachhaltige Medienerziehung erschwert würde. Der Hauptkritikpunkt der Autoren in diesem Kontext ist: Es sei in Deutschland noch immer nicht erkannt, dass Medien einen pädagogischen Wert haben.

Die genannten Kritikpunkte führten im März 2009 dazu, ein "Medienpädagogisches Manifest" zu verfassen und damit die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" ins Leben zu rufen. Derzeit haben knapp 1000 Personen sowie Institutionen und Dachverbände aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen das Manifest unterzeichnet. Gefordert wird darin unter anderem eine dauerhafte Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen. Zudem sollten medienpädagogische Programme in den Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie in der Jugend- und Elternbildung verstärkt werden. Ein langfristiges Ziel ist es, ein breites gesellschaftliches Bündnis für Medienkompetenzförderung in Deutschland zu schließen. Im März 2011 wird daher der bundesweite, bildungspolitische Kongress "Keine Bildung ohne Medien!" an der Technischen Universität in Berlin stattfinden.

Den Kurzbeitrag "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" bieten wir Ihnen auch als Download an.



Download vorhanden  "Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" herunterladen
(pdf, 0.164 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.budrich-journals.de/index.php/diskurs


Im Angebot der SDC seit 23.11.10 (yze)

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Bildungspolitik / Bildungswesen, Grund-, Haupt- und Realschulen, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, E-Learning, Mediennutzung allgemein






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