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Medienkonvergenz Monitoring Online-Spieler-Report 2008: Gemeinsam statt einsam
von: Bernd Schorb, Matthias Kießling, Maren Würfel, Jan Keilhauer, Universität Leipzig vom 23.09.08
Der Medienkonvergenz Monitoring Report der Universität Leipzig, Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung untersucht, wie Jugendliche ihren Medienalltag gestalten - die Ergebnisse belegen, dass die jungen Spielerinnen und Spieler in der Mehrzahl mit anderen zusammen spielen und sozial eingebunden sind.
Spielen im oder über das Internet gehört inzwischen für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag, dies betrifft vor allem Jungen, jedoch sind auch viele Mädchen mit Online-Spielen vertraut. Vor allem die Möglichkeiten zur sozialen Interaktion der Spiele macht für sie die Faszination aus - sie können bei der Anwendung außerdem individuelle Interessen verfolgen, Beziehungen pflegen und ihre eigene Identität entwickeln.
Technisch und inhaltlich gibt es in dem Bereich recht große Unterschiede und bei der Nutzung geschlechtsbezogene Vorlieben. Die männlichen Befragten präferieren eher kampfbezogene Spiele wie Counterstrike, die weiblichen Befragten eher Spiele, die weniger kampfbetont sind bzw. verschiedene Spielstrategien zulassen, wie z.B. Rollenspiele, die bei beiden Geschlechtern sehr beliebt sind.
Über alle Differenzen hinweg sind es aber vor allem soziale Aspekte, die Jugendliche zum Spielen ins Netz ziehen: 78% der männlichen und weiblichen jungen Nutzer spielen im Internet gemeinsam mit Freunden aus der Schule, der Nachbarschaft oder aus dem weiteren direkten Umfeld. Ca. die Hälfte der befragten Online-Spielerinnen und -spieler hat sogar neue Freunde über das Online-Spielen gefunden - vor allem in dem weit verbreiteten Rollenspiel World of Warcraft, wo aus Netzbekanntschaften echte Freundschaften entstehen können. Die meisten von ihnen suchen aber nicht nach einer virtuellen Welt, die ihre reale Welt nachbildet oder ersetzt. Sie möchten ihr Leben nicht ins Netz verlagern - es soll vielmehr ihr ‚reales’ Leben bereichern.
Die befragten Jugendlichen haben sich auch mit Risiken und Problemen in ihren Spielewelten auseinandergesetzt. Neben negativen Effekten im sozialen Bereich (z.B. Beleidigungen) und im finanziellen Bereich (z.B. Abo-Spiele) haben sie den Zeitaufwand thematisiert, der mit dem Spielen im Internet einhergehen kann und wie groß die Suchtgefahr dabei ist. Die Gefahren sind also vielen Jugendlichen bewusst, es gilt, dieses Problembewusstsein zu schärfen und Strategien zu vermitteln, wie sie diesen Gefahren begegnen können.
Seit 2005 befragt das Medienkonvergenz Monitoring auf der Spielemesse ‚Games Convention’ jährlich insgesamt 1.000 Online-Spielerinnen und -spieler. Die Ergebnisse dieser aktuellen Erhebung von der Messe in 2007 basieren auf einer quantitativen Onlinebefragung von 367 Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 22 Jahren - zusätzlich wurden mit 45 Online-Spielerinnen und -spielern qualitative Interviews geführt. Somit konnten Spiel-Motive, Präferenzen und Problemlagen vertiefend erklärt und Zusammenhänge aufgedeckt werden.
"Medienkonvergenz Monitoring Online-Spieler-Report 2008: Gemeinsam statt einsam" herunterladen
(pdf, 0.482 MB)
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Im Angebot der SDC seit 23.09.08 (sbe)
Medienkonvergenz Monitoring Report
Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.
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Themenbereiche:
- Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche
Bildungsbarometer zum Thema Förderung im Bildungssystem
von: Doris Jäger-Flor, Reinhold S. Jäger, Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf)
Universität Landau vom 08.09.08
Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Schülerhilfe eine Befragung zum Thema ‚Förderung an Deutschlands Schulen’ durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden folgende Fragen aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften fokussiert:
- Was wird unter Förderung verstanden?
- Wie kommt Förderung bei den direkt und indirekt Betroffenen an?
- Wie wird diagnostiziert, wann und im welchem Bereich Förderung angebracht ist?
- Wie erfolgreich ist Förderung und was kann durch sie erreicht werden?
Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass Förderung an deutschen Schulen stark verbesserungswürdig ist: die befragten Eltern haben die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder als befriedigend eingestuft. Dies ist insoweit problematisch, da Förderung nur dann greifen kann, wenn Eltern und Lehrkräfte gut miteinander kooperieren. Dazu bedarf es einer professionellen Entwicklung von Förderplänen, da diese derzeit sehr selten eingesetzt werden.
Weiterhin sind lediglich 14,4% der Lehrkräfte mit diagnostischen Hilfsmitteln vertraut, die zur Entscheidung beitragen, ob ein Förderbedarf vorliegt – dies ist elementar für die Begründung und Kontrolle von Förderung. Sie geben weiter an, dass sie sich für keinen in der Befragung vorgegebenen Förderbereich gut vorbereitet fühlen – darunter fallen soziale Kompetenzen, Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung dazu: "Die durch das Bildungsbarometer aufgezeigten Problembereiche sind markant. Die Ergebnisse machen deutlich, warum Schule soziale Benachteilungen nicht auffangen kann. Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland und zur Sicherung von Chancengerechtigkeit."
Bei der Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet (510 Eltern und 545 Lehrkräfte).
Das Angebot zum Download der Studie ist mit ausdrücklicher Genehmigung des zepf erfolgt.
"Bildungsbarometer zum Thema Förderung im Bildungssystem" herunterladen
(pdf, 0.507 MB)
Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.zepf.uni-landau.de
Im Angebot der SDC seit 08.09.08 (sbe)
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- Grund-, Haupt- und Realschulen
"Teens and Sexting": 4 Prozent der Jugendlichen verschicken von sich anzügliche Nacktfotos per SMS
von: Yvonne Zerbe
Quelle: Pew Internet & American Life Project vom 16.12.09
Das Pew Internet & American Life Project ist eines von sieben Initiativen des Pew Research Centers. Diese Non-Profitorganisation stellt Informationen zu Themen oder Trends bereit, die US-Amerika und die restliche Welt betreffen und hat jetzt Studie "Teens and Sexting" veröffentlicht. Inhaltlich wird beleuchtet, wie Teenager mit dem Versenden von SMS, die einen sexuellen Hintergrund haben, umgehen. Das Kunstwort "Sexting" setzt sich hierbei aus den Begriffen "Sexualität" und "Texten" zusammen. Der Report basiert auf Ergebnisse einer Telefonuntersuchung zum Thema "Die Nutzung des Mobiltelefons von Jugendlichen und Erwachsenen", die mit sechs Hauptgruppen in 3 U.S. Städten im Oktober 2009 mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren durchgeführt wurde. Die quantitativen Ergebnisse der Untersuchung basieren auf Telefoninterviews, die zwischen Juni und September 2009 mit 800 Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren durchgeführt wurden.
Die Studie zeigte: 75 Prozent aller Jugendlichen besaßen ein Mobiltelefon und 66 Prozent von ihnen nutzten die SMS-Funktion (im englischen Sprachgebrauch auch "texting" genannt). Von den Jugendlichen, die ein Mobiltelefon besitzen, verschickten vier Prozent ein sexuell anzügliches Nacktfoto beziehungsweise ein Foto oder Video mit fast nacktem Körper von sich selber an jemand anderen. Insbesondere Jugendliche, die ihre Handykosten selber tragen, sind bei der Versendung anzüglicher Fotos weniger zurückhaltend: 17 Prozent von ihnen sendeten sexuell andeutende SMS an andere, im Gegensatz zu drei Prozent derjenigen Heranwachsenden, die nicht oder nur teilweise für ihre Handykosten selbst aufkommen müssen.
Im Hinblick auf den Empfang von sexuell anzüglichen Nackt- oder Halbnacktfotos gaben 15 Prozent der 12 bis 17-Jährigen an, bereits solch ein Foto auf ihrem Handy empfangen zu haben. 18 Prozent der älteren Teenager zwischen 14 und 18 Jahren haben solch ein Foto bekommen, jedoch nur 6 Prozent der 12 bis 13-Jährigen. Bei Teenagern, die anzügliche SMS versenden und erhalten, spielt das Mobiltelefon eine zentrale Rolle in ihrem Leben: 16 Prozent der Jugendlichen, die regelmäßig SMS versenden, erhielten anzügliche Bilder, jedoch gaben nur 7 Prozent der Jugendlichen, die keine SMS-Funktion nutzen an, solche Fotos zu erhalten.
Interessanterweise gaben 80 Prozent der Jugendlichen, die sexuell anzügliche Inhalte erhalten an, sie würden ihre Telefon nutzen, um Langeweile zu kompensieren, dies sagten auch 67 Prozent der Jugendlichen, die keine sexuellen Fotos oder ähnliches zugesandt bekamen. 68 Prozent der Jugendlichen, die obszöne Fotos erhielten, sagten außerdem, sie würden generell nicht ihr Mobiltelefon ausstellen, wenn sie es nicht wirklich müssten. Dies bestätigten auch 46 Prozent der Jugendlichen, die keine anzüglichen SMS bekamen. Die Experten von Pew Internet & American Life Project fanden außerdem heraus, dass drei generelle Situationen vorherrschen, die das Versenden von SMS mit anzüglichen Bildern bedingen: In einer Situation werden diese Bilder zwischen zwei verliebten Partnern geteilt, manchmal ist "sexting" auch Teil einer experimentellen Phase von Teenagern, die noch nicht sexuell aktiv sind. Manchmal werden auch Fotos mit sexuellem Inhalt an Freunde und Klassenkameraden verschickt, beispielsweise aus Rache am ehemaligen Partner oder aus Sehnsucht nach einer Partnerschaft. Weitere Informationen zum Thema "Versenden von SMS mit anzüglichem Hintergrund unter Teenagern" entnehmen Sie bitte der Studie "Teens and Sexting", die zum Download bereit steht.
""Teens and Sexting": 4 Prozent der Jugendlichen verschicken von sich anzügliche Nacktfotos per SMS" herunterladen
(pdf, 1.027 MB)
Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.pewinternet.org/Reports/2009/Teens-and-Sexting.aspx?r=1
Im Angebot der SDC seit 16.12.09 (yze)
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Themenbereiche:
- Internationale Aspekte, Kunst, Informationsfreiheit, Bürgerbeteiligung, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Kosten des Zugangs, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein, Medienpädagogische Konzepte
studiVZ, Facebook, MySpace: Erste Studie zu Social Networking Sites in Österreich
von: Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs, Universität Salzburg
Quelle: Pressemitteilung vom 19.01.09
An der von der eTheory Forschungsgruppe (Universität Salzburg, ICT&S Center) durchgeführten Studie
nahmen 674 Studierende aus Salzburg teil. 88.3% der Befragten nutzen die Plattform
studiVZ, 39.5% Facebook, 15.9% MySpace, 9.0% Xing, 7.4% Lokalisten. 61 weitere Social Networking Sites
(SNS) werden von jeweils weniger als 1% genutzt. Studienleiter Privatdozent Dr. Christian
Fuchs meint dazu: Es gibt Anzeichen für eine starke medienökonomische Konzentration im
Bereich der SNS. Einerseits hinsichtlich der Nutzung, dadurch aber andererseits auch in
Bezug auf die Gewinne durch Werbeeinnahmen".
Als größten Vorteil von SNS nennen 59.1% die Aufrechterhaltung von Kontakten über das
Internet, als größten Nachteil 55.7% die Gefahr der ökonomischen und politischen
Überwachung. Fuchs: Studierende sind sich sehr bewusst über die massive Sammlung
persönlicher Daten auf diesen Plattformen, nutzen diese aber, da die erwarteten
kommunikativen Vorteile für die meisten im Vordergrund stehen. Dies bedeutet nicht einen
unvorsichtigen Umgang, sondern deutet auf einen strukturellen Mangel an alternativen
Plattformen hin. Nichtkommerzielle, nichtgewinnorientierte Plattformen brauchen die Daten
der NutzerInnen nicht für personalisierte Werbung auszuwerten, dadurch sinkt die
Wahrscheinlichkeit der Überwachung und des Datenmissbrauches. Solche Plattformen gibt es
derzeit aber kaum bzw. sind sie völlig unbekannt, daher sind junge Menschen als
Hauptnutzergruppe von Social Networking Sites auf die Verwendung von kommerziellen
Internetdiensten angewiesen, die Daten sammeln, auswerten und dadurch in der Form von
personalisierter Werbung Gewinne erzielen".
81.8% der Befragten haben nur wenig Wissen über konkrete Entwicklungen im Bereich der
Datenüberwachung in Europa (Z.B. Vorratsdatenspeicherung, Sicherheitspolizeigesetz).
67.4% sehen jedoch das Thema Überwachung kritisch oder sehr kritisch. 88.7% der studiVZ
NutzerInnen haben gutes oder sehr gutes Wissen darüber, was mit ihren Daten auf der
Plattform geschieht. Bei MySpace sind dies nur 49.5% und bei Facebook 34.1%.
Durchschnittlich 67.4% der studiVZ Nutzer haben die Werbeoptionen deaktiviert, auf
Facebook sind dies 35.9% und bei MySpace 22.6%. Fuchs: Studierende sind generell
kritisch gegenüber Überwachung, haben aber wenig konkretes Wissen über geltende
politische Rahmenbedingungen. Das eher hohe Wissen über studiVZ und das eher kritische
Informationsverhalten auf dieser Plattform im Gegensatz zu Facebook und MySpace kann
damit erklärt werden, dass die Änderung der Nutzungsbedingungen von studiVZ Anfang
2008, die personalisierte Werbung ermöglichte, von einer Informationskampagne unter
Studierenden auf der Plattform begleitet wurde und zu öffentlichen Diskussionen geführt hat,
in denen studiVZ als das ‚SchnüffelVZ' präsentiert wurde. Diese Kampagne kann als eine
Form der fragmentierten Öffentlichkeit interpretiert werden und war daher nur beschränkt
erfolgreich. Trotzdem hat sie offenbar dazu geführt, dass sich die meisten Studierenden genau
über die neuen Nutzungsbedingungen informiert haben und die Standardwerbeoptionen auf
studiVZ deaktiviert haben, was bei anderen Plattformen nicht der Fall war".
Die Studie empfiehlt, dass BürgerInnen kommerziellen Internetplattformen, die auf der
Speicherung persönlicher Daten basieren, grundsätzlich kritisch gegenübertreten und dass
durch den Aufbau spezieller Konsumentenschutzwebseiten öffentlich dokumentiert wird,
welche Rechte im Umgang mit Daten sich derartige Plattformen durch ihre
Nutzungsbedingungen einräumen. Christian Fuchs: Es gibt viele Beispiele dafür wie mit
Hilfe von Webseiten von Betroffenen versucht wird, Überwacher zu überwachen. Dies kann
einen gewissen Schutz durch öffentliche Information bieten, hat aber auch Limitierungen,
denn das Grundproblem ist, dass wir in einer Zeit leben, in der es einerseits große
kommerzielle Interessen an Datensammlung und Datenauswertung gibt und andererseits nach
9/11 stetig immer mehr politische Schritte zur Schaffung eines gläsernen Menschen gesetzt
wurden. Das sind politisch-ökonomische Probleme, keine technischen".
Die Erkenntnisse aus der vorliegenden Studie werden in das gerade anlaufende europaweite
Forschungsprojekt Living in Surveillance Societies" der European Science Foundation
eingehen, in dem Christian Fuchs mit dem Team der eTheory Forschungsgruppe für
Österreich vertreten ist.
Kontakt:
Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs
Universität Salzburg
ICT&S Center
Sigmund Haffner Gasse 18
5020 Salzburg
christian.fuchs@sbg.ac.at
+43 662 8044 4823
Die Studie wird unter der
Creative Commons License zum Download in englischer Sprache zur Verfügung gestellt.
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(pdf, 5.777 MB)
Im Angebot der SDC seit 26.01.09 (kkz)
- Verwandte
Themenbereiche:
- Jugendschutz, Universitäten, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Neue Technologien
Merkmale pathologischer Computerspielnutzung im Kindes- und Jugendalter
von: Prof. Dr. Reinhold S. Jäger / Nina Moormann, Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Quelle: Universität Koblenz-Landau vom 21.08.08
In der Studie "Merkmale pathologischer Computerspielnutzung im Kindes- und Jugendalter" des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau, wurde die Rolle des Computerspielens im Alltag von Kindern und Jugendlichen untersucht.
Dazu wurden 784 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 - 20 Jahren mittels eines Online-Fragebogens gebeten, Auskunft über ihre Lebenssituation und ihr Computerspielverhalten zu geben. Die Befragten wurden je nach Nutzungsdauer in Nicht- und Wenigspieler, regelmäßige Spieler, Vielspieler und pathologische (krankhafte) Spieler unterteilt. Pathologische Spieler nutzen mindestens 3-4-mal pro Woche und 2 Stunden an Schultagen Computerspiele und erfüllen zusätzlich diagnostische Kriterien zu pathologischem Verhalten; unter den Befragten fielen
11,3 % - vornehmlich Jungen - in diese Gruppe.
Diese geben häufiger an, sich in ihrer konkreten Lebenssituation überfordert zu fühlen und weniger sicher gebunden zu sein, als diejenigen, die viel, regelmäßig oder wenig spielen. Für pathologische Spieler hat der Computer eine Bewältigungsfunktion, er wird dazu benutzt, negative Emotionen zu regulieren bzw. zu verdrängen. Diese Kinder bzw. Jugendlichen sind häufig unzufrieden mit ihrer persönlichen Situation in den Bereichen Schule, Freizeit oder Familie. Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Studie lassen keine Rückschlüsse darauf zu, ob das übermäßige Spielen eine Form der Realitätsflucht aus dem nicht bewältigten Alltag darstellt, oder ob vielmehr das Spielen die Alltagsprobleme hervorruft bzw. diese verstärkt.
Die Autoren der Studie betonen, dass häufiges und langes Computerspielen nicht als pathologisch aufgefasst werden muss - auffällig wird das Computerspielverhalten erst, wenn gleichzeitig Merkmale süchtigen Verhaltens erkennbar sind. Dies beinhaltet beispielsweise negative Konsequenzen im schulischen und sozialen Bereich, Schwierigkeiten, das Spielen einzuschränken oder selbst zu beenden sowie körperliche Symptome wie Unruhe, Nervosität und Gereiztheit, wenn längere Zeit nicht am Computer gespielt wird.
"Merkmale pathologischer Computerspielnutzung im Kindes- und Jugendalter" herunterladen
(pdf, 0.338 MB)
Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.zepf.uni-landau.de/
Im Angebot der SDC seit 21.08.08 (sbe)
Vermittlung von Medienkompetenz als Mittel zur Digitalen Integration
von: Susanne Bernsmann vom 23.06.08
Unter besonderer Berücksichtigung der Förderung benachteiligter Jugendlicher
Durch die rasante Entwicklung und Verbreitung der Informations- und Kommunikations-
technologien und des Internet haben sich viele Bereiche innerhalb der Gesellschaft verändert. Dadurch entstehen viele Vorteile und neue Möglichkeiten, von denen allerdings nicht alle Bevölkerungsteile gleich stark profitieren können. Die in der Gesellschaft benachteiligten Gruppen sind auch im Internet unterrepräsentiert, somit werden bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt und neue verursacht. Der so genannte ‚Digital Divide’ ist ein ernstzunehmendes Problem der Gesellschaft geworden. Diese Situation verschärft sich dadurch, dass diejenigen, die die modernen Techniken nutzen, bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen besitzen und sich somit immer mehr von den benachteiligten Nichtnutzern entfernen. Durch Maßnahmen der Digitalen Integration können den z.B. durch Alter, Geschlecht, Bildungsstand oder sozialer Zugehörigkeit ausgegrenzten Gruppen Chancengleichheit und mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe gewährt werden.
Mittlerweile ist der physische Zugang zu den Medien in Deutschland nicht mehr als Hauptproblem des Digital Divides anzusehen, sondern die fehlende bzw. geringe Medienkompetenz. Der Bildungshintergrund und die soziale Umgebung spielen eine zentrale Rolle für die Nutzung bzw. Nichtnutzung und die Qualität des Internetgebrauchs.
In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, inwieweit der nicht vorhandene Zugang zum Internet, bzw. die fehlende oder mangelnde Medienkompetenz sozial benachteiligte Jugendliche in Deutschland beeinträchtigt. Ihnen fehlen oft Grundvoraussetzungen wie ein förderndes soziales Umfeld (Unterstützung von Familie und Freunden) oder die Motivation und Disziplin, sich die fehlende Kompetenz anzueignen. Somit entsteht für sie ein besonderer Unterstützungsbedarf.
Unter Berücksichtigung aktueller Studien soll eine gegenwärtige Bestandsaufnahme der quantitativen und qualitativen Nutzung des Internets in Bezug auf die Zielgruppe vorgenommen werden. Diese aktuellen Erhebungen werden mit den theoretischen Grundlagen auf diesem Gebiet verknüpft. Dadurch sollen Lösungsansätze aufgezeigt werden, wie die Jugendlichen erreicht und für die Nutzung der Technologien bzw. für die Aneignung der Kompetenzen motiviert werden können, um so ihre gesellschaftliche Teilhabe zu steigern.
Als Ergebnis werden Handlungsempfehlungen für die auf die Medienkompetenz einwirkenden Einflussfaktoren auf verschiedenen Ebenen aufgeführt und aufeinander bezogen, um der aufgezeigten Entwicklung des ‚Digital Divide’ innerhalb dieser Zielgruppe entgegenzutreten.
Aufbau
Nach einer einleitenden Abhandlung der Problemstellung und Zielsetzung werden die Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Gesellschaft aufgeführt. Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Möglichkeiten und den neuen Gefährdungspotentialen des Internet, welche ein Grund für die Nichtnutzung sein können. Abschließend werden aktuelle Zahlen zur Internetnutzung in Deutschland herangezogen.
Ausgehend von der Wissensklufthypothese wird auf die verschiedenen Formen der Digitalen Spaltung mit aktuellen Daten aus Deutschland eingegangen. Eine differenziertere Betrachtung beinhalten die Überlegungen zur ‚Digital Inequality’, welche die Unterschiede in der Nutzung des Mediums herausstellen.
Danach werden die verschiedenen Komponenten der Medienkompetenz thematisiert und welche Besonderheiten für die Nutzung des Internet erforderlich sind. Dieser theoretische Teil bildet den Rahmen für die im Folgenden vorgestellten praxisorientierten Projekte und Erhebungen.
Nach einer Vorstellung des Projektes ‚Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft’ der Stiftung ‚Digitale Chancen’ werden die Formen der Benachteiligungen von Jugendlichen aufgeführt und wie diese das Internet nutzen. Anschließend werden die Besonderheiten bei der Vermittlung der Medienkompetenzen für diese Zielgruppe erläutert und welche Relevanz die Fähigkeiten für den beruflichen Bereich hat.
Abschließend werden Handlungsempfehlungen zur Förderung der Digitalen Integration und Vermittlung von Medienkompetenz und Lösungsansätze zur Behebung der zuvor aufgeführten Probleme auf verschiedenen Ebenen vorgestellt.
"Vermittlung von Medienkompetenz als Mittel zur Digitalen Integration" herunterladen
(pdf, 0.375 MB)
Im Angebot der SDC seit 23.06.08 (sbe)
- Verwandte
Themenbereiche:
- Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche