Veröffentlicht: 01.06.17

Studie zu Lernbedarfen von Seniorinnen und Senioren sowie Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Umgang mit Tablet PCs.

Senior Citizens' and Multipliers' Training Needs Study - Report on Findings (english version of the article)

Konsortium des Projektes Seniors@DigiWorld, VIPT (Litauen), CIDET (Spanien), EOS (Romanien), SDC (Deutschland)

Ansicht: Studie zu Lernbedarfen von Seniorinnen und Senioren sowie Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Umgang mit Tablet PCs.

Im Rahmen des europäischen Projekts „Connect Seniors to the Digital World“ wurden die Interessen und Bedarfe älterer Menschen zur Tablet-Nutzung erfragt. Auf Grundlage dieser Bedarfe wird im Projekt Anfang 2018 ein Pilottraining für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Seniorenarbeit stattfinden, um so die alltäglichen Vorteile der Tablet-Nutzung erfahrbar zu machen und einen Zugang zur digitalen Angebotsvielfalt zu erhalten.

Die Ergebnisse der internationalen Befragung in den vier Ländern Deutschland, Spanien, Rumänien und Litauen zeigen, dass ältere Menschen sich für die Möglichkeiten der Tablet-Nutzung interessieren. Jedoch ist sich die Mehrheit der Befragten nicht darüber bewusst, welchen Mehrwert die Tablet-Nutzung für sie persönlich hat. 67% der Seniorinnen und Senioren wissen nicht, welche praktischen Vorteile die Tablet-Nutzung ihnen bietet und für 56% sind Tablets unbekannt. Jedoch können sich 76% der Befragten vorstellen, Filme und Fotos anzusehen, 70% der Befragten möchten erlernen, mit ihren Familien und Freunden zu kommunizieren, aber auch, wie man nach Informationen im Internet sucht. Sicherheitsaspekte sind oft Barrieren, um das Tablet zu nutzen. Auch die Betreuenden - Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Seniorenarbeit - fühlen sich nur teilweise sicher im Umgang mit Tablet PCs. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie sich in den Bereichen Fotos teilen, einen E-Mail Account erstellen oder Apps installieren wenig sicher oder gar nicht sicher fühlen.

„Hier ist ein großer Aufholbedarf sowohl bei den Betreuenden also auch bei den älteren Menschen selbst. Die digitalen Möglichkeiten, zum Beispiel Kontakt und Fotoaustausch mit der Familie oder früheren Bekannten, erhöhen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und damit ihre Lebensqualität“, erklärt die Projektleiterin Katrin Schuberth von der Stiftung Digitale Chancen. Darüber hinaus sehen die befragten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Vermittlung des Umgangs mit dem Tablet PC und geeigneter Anwendungen in Kleingruppen bzw. im Beratungsgespräch für die Zielgruppe Menschen über 65 Jahre als besonders geeignet an.

An den insgesamt drei Umfragen, die im Januar und Februar 2017 stattgefunden haben, nahmen 383 Menschen über 65 Jahre, 335 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und 40 Entscheidungsträger von öffentlichen Lernorten (z. B. Bibliotheken) oder Senioreneinrichtungen teil. Ziel war es, die Lernbedarfe zu evaluieren, die ältere Menschen bei der Nutzung von Tablet PCs haben. Auch die Unterstützungsbedarfe, die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sehen und brauchen, um IKT-Wissen zu vermitteln, wurden analysiert.

Vier Organisationen der Erwachsenenbildung aus Litauen, Rumänien, Spanien und Deutschland erarbeiten im zweijährigen Projekt „Connect Seniors to the Digital World“ ein Training für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Seniorenarbeit. Gerade Multiplikatoren der Seniorenarbeit sind oft erste Ansprechpartner für die ältere Zielgruppe. Das Projekt baut auf die Erfahrungen aus dem bundesweiten Projekt „Digital mobil im Alter“, das die Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit Telefónica durchführt und ist im Rahmen einer strategischen Erasmus+-Partnerschaft von der Europäischen Kommission gefördert. Der gesamte Bericht „Senior citizens‘ and multipliers’ training needs“ ist in englischer Sprache verfügbar und enthält u.a. die nationalen Auswertungen der Umfrage.

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Seniors@DigiWorld

Ziel des Projektes "Connect Seniors to the Digital World", oder kurz Seniors@DigiWorld, ist, Seniorinnen und Senioren dazu zu befähigen, selbstständig Tablets zu nutzen und in ihrem Alltag davon zu profitieren. Dazu werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult, die in non-formalen Bildungseinrichtungen, wie Bibliotheken, Interneterfahrungsorten aber auch Seniorenwohnheimen, arbeiten. Im Projekt wird eine Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erarbeitet und ab Januar 2018 in den Partnerländern Litauen, Rumänien, Spanien und Deutschland getestet.

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