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Es gibt viele Menschen mit Behinderung, die das Internet öfter nutzen als Menschen ohne Behinderung. Mit diesen Intensivnutzern hat sich eine erste umfassende Studie zum Nutzungsverhalten von Menschen mit Behinderung befasst. Die Studie wurde von der Stiftung Digitale Chancen in Zusammenarbeit mit der result GmbH Köln im Auftrag der Aktion Mensch erstellt. Während der durchschnittliche Bundesbürger an 5,1 Tagen die Woche ins Netz geht, besuchten die hier befragten Nutzer mit Behinderung rund 6,5 mal in der Woche das WorldWideWeb. Menschen mit Behinderung können eine Vorreiterrolle bei der Aneignung und Nutzung von Web 2.0-Anwendungen übernehmen.
Mehr als 600 Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderung nahmen an der quantitativen und qualitativen Erhebung teil. In Expertengespächen und Gruppeninterviews sowie einer barrierefrei gestalteten Online-Umfrage gaben sie detailliert Auskunft über ihre Nutzungsgewohnheiten. Das Ergebnis dokumentiert, dass das Internet die selbständige Lebensführung aller Gruppen von Menschen mit Behinderung stärkt
, so Iris Hobler von der Aktion Mensch. Je nach Behinderung kann das Internet dazu beitragen, Beeinträchtigungen zu kompensieren. Sehbehinderte und blinde Onliner zum Beispiel nutzen das Web als wichtige Informationsquelle. Schwerhörige und gehörlose Befragte dagegen sehen darin vor allem ein Kommunikationsmittel und setzen Videos mit Gebärdensprache zur Verständigung ein
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Insgesamt eröffnen die neuen Internet-Techniken vielfältige Chancen zur selbstbestimmten Beteiligung in allen Lebensbereichen - von der politischen Diskussion über Einkäufe und Behördengänge bis hin zu privaten Kontakten und Unterhaltungsangeboten. Nach wie vor aber verhindern komplizierte Registrierungsverfahren oder Reklamationswege, die Potentiale des Internet voll auszuschöpfen.Wenn wir die Angebote im Internet insgesamt verständlicher machen, können wir auch diejenigen erreichen, die dem Medium bisher eher zurückhaltend gegenüber stehen
, erklärt Jutta Croll, die als Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen an den qualitativen Erhebungen mitgearbeitet hat. So können wir die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen nachhaltig fördern.
Erstmals wurde mit der aktuellen Studie systematisch erfasst, wo und wie Internetnutzer Barrieren erfahren. Ein großes Hindernis stellen die so genannten Captchas dar. Das sind nicht-maschinenlesbare, optisch verzerrte Zahlen- oder Buchstaben-Grafikcodes, wie sie bei der Registrierung für Communities oder zur Nutzung von Bankmodulen vorgeschaltet sind. Aber auch Sprache und Texte bereiten vielen Menschen mit Behinderung größere Probleme als bisher angenommen. Dabei zeigt die Praxis, dass alle Nutzer eine klare und leichte Sprache bevorzugen.
Die Studie legt nahe, bei der Entwicklung von neuen Webangeboten die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle Menschen im Blick zu haben. Das Internet sorgt schon heute dafür, dass Menschen mit Behinderungen autonom und selbstbestimmt an der Gesellschaft teilhaben können", bilanziert Iris Hobler. "Ein barrierefreies Internet ist deshalb ein wichtiger Beitrag auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft
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Weitere Informationen zur Studie "Web 2.0/barrierefrei" entnehmen Sie bitte dem Download.
Das Pew Internet & American Life Project ist ein Projekt der Organisation "Pew Research Center" und hat gemeinsam mit der California HealthCare Foundation die Studie "Chronic Disease and the Internet" (Chronische Erkrankungen und das Internet) veröffentlicht: Mehrfach erkrankte Menschen haben eher weniger Internetzugang: 68 Prozent der Erwachsenen mit einer chronischen Krankheit haben Internetzugang und 52 Prozent der Erwachsenen mit zwei oder mehr chronischen Krankheiten sind online. Hingegen sind 81 Prozent der Erwachsenen ohne chronische Krankheit online und 62 Prozent der Erwachsenen mit nur einer oder mehreren chronischen Krankheiten sind online. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Download, das für Sie bereit steht.
Die 71. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) endete in Berlin mit der Verabschiedung von Resolutionen zur inklusiven Bildung und zu den Potenzialen sozialer Medien für die Arbeit der UNESCO.
Die DUK fordert in der Resolution "Inklusive Bildung in Deutschland stärken" Bund, Länder und Kommunen auf, zügig Aktionspläne auf Landes- und kommunaler Ebene zur inklusiven Bildung zu erarbeiten. Deutschland habe im Vergleich zu vielen europäischen Ländern einen erheblichen Nachholbedarf bei der Entwicklung zu einem inklusiven Bildungswesen. Inklusion beinhalte - unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Behinderung, Geschlecht oder Herkunft - das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule. Die DUK appelliert, die Sonderschulen planvoll in das allgemeine Schulwesen zu überführen. Inklusive Bildung müsse als Leitidee in der Aus- und Fortbildung aller pädagogischen Berufe verankert und in der wissenschaftlichen Forschung gefördert werden. Die DUK betont das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerte Menschenrecht auf gemeinsames Lernen. Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention.
Die DUK verabschiedete außerdem die Resolution "Potenziale von Sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen". Darin ruft sie alle politisch und fachlich zuständigen Institutionen in Deutschland auf, soziale Medien im Sinne der UNESCO für die Förderung moderner Wissensgesellschaften einzusetzen. Sie ruft den Bund auf, rechtliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien zu überprüfen. Sie appelliert insbesondere an Bund, Länder und die Akteure des Bildungssystems, durch soziale Medien neue Lernformen auf allen Bildungsstufen zu fördern. Die DUK ruft dazu auf, die Vermittlung von Kompetenzen für den Umgang mit sozialen Medien auf allen Bildungsstufen und an alle Generationen sicherzustellen. Die DUK verpflichtet sich unter anderem, den Einsatz von sozialen Medien in der Schule im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen weiter zu erproben, Ergebnisse ihrer Arbeit nach ihren Möglichkeiten unter freien Lizenzierungsformen zu veröffentlichen und soziale Medien für die Erreichung neuer Zielgruppen in allen Generationen einzusetzen.
Die DUK hat 114 Mitglieder, unter ihnen Vertreter von Bund und Ländern, wichtiger Organisationen aus Bildung, Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie berät die Bundesregierung, den Bundestag und die übrigen zuständigen Stellen in allen Fragen, die sich aus der Mitgliedschaft Deutschlands in der UNESCO ergeben. Die DUK ist Verbindungsstelle zwischen Staat und Zivilgesellschaft und Partnerin der UNESCO und ihrer 196 Nationalkommissionen.