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Studie: Gründe und Ursachen für die Nichtnutzung von Bibliotheken

Quelle: Deutscher Bibliotheksverband e.V., Institut für Lese- und Medienforschung (Stiftung Lesen) vom 27.04.12

Öffentliche Bibliotheken ermöglichen den Zugang zu Bildung und Kultur für Menschen aller Generationen und jeder Herkunft. Sie haben ein breites Dienstleistungsspektrum und reagieren zeitnah auf alle neuen Entwicklungen auf dem Medien- und Informationsmarkt. Nahezu jeder Dritte ab 14 Jahren hat im vergangenen Jahr das Angebot Öffentlicher Bibliotheken genutzt. Das ergab eine repräsentative Befragung von 1.300 Personen zwischen 14 und 75 Jahren, die vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und dem Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen mit Förderung vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durchgeführt wurde. Erstmals wurde darin untersucht, warum viele Jugendliche und Erwachsene keine öffentliche Stadt- oder Gemeindebibliothek (mehr) nutzen und welche Möglichkeiten es gibt, sie (zurück-) zugewinnen.

Ziel war es, detaillierte, empirisch fundierte und flächendeckende Erkenntnisse über die Gruppe der Nichtnutzer und deren Gründe für die Nichtnutzung zu gewinnen. Die Rückschlüsse und Empfehlungen können Bibliotheken bei der Entwicklung individueller Ansprachen und Angebote für die verschiedenen Zielgruppen unterstützen, um Nichtnutzer und ehemalig Nutzer gezielter zu erreichen und sie (wieder) in die Bibliotheken zu locken.

In einer computerunterstützten Telefonumfrage durch das Feldinstitut IFAK (Taunusstein) wurden 1.300 Bürger zwischen 14 und 75 Jahren befragt. In die repräsentative Umfrage wurden sowohl Nutzer als auch Nichtnutzer von Öffentlichen Bibliotheken eingebunden, um einen direkten Vergleich zwischen diesen beiden Gruppen zu ermöglichen.

Die Nicht- bzw. Nicht-Mehr-Nutzer wünschen erweiterte Öffnungszeiten, ansprechendere Räumlichkeiten und ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot. Am eindrücklichsten ist jedoch, dass sich der frühe Bibliotheksbesuch auszahlt: 62 Prozent der heutigen Bibliothekskunden haben in ihrer Kindheit mit ihren Eltern eine Bibliothek besucht, bei den Nicht- oder Nicht-Mehr-Nutzern sind dies nur 42 Prozent.

Handlungsempfehlungen

Wer in der Kindheit eine Bibliothek besucht hat, bleibt auch in seinem späteren Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit Bibliothekskunde. Kinder müssen Bibliotheken also schon früh als selbstverständlichen Treffpunkt erfahren. Es wird daher empfohlen, verbindliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Bibliotheken und Schulen sowie Kindergärten zügig weiter auszubauen, damit auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erreicht werden, für die ein Bibliotheksbesuch nicht zum Alltag gehört. Hier ist das Engagement der Länder und Kommunen gefordert. Auch Eltern sollen vermehrt mit niedrigschwelligen Angeboten sensibilisiert und aktiviert werden, die sie in die Bibliothek führen und mit den Bibliotheksangeboten in Kontakt bringen.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass in den digitalen Angeboten ein großes Potenzial liegt, weitere Besucher zu gewinnen. Gezielte Investitionen, die eine stärkere Aktualität der Medien sowie eine größere Auswahl an DVDs, CDs und digitalen Medien gestatten sowie eine höhere Anzahl an Internetarbeitsplätzen sind nur einige von vielen konkreten Maßnahmen, mit denen Bibliotheken ihre Attraktivität gerade für junge Menschen steigern können. Hierin liegt sicherlich auch Potenzial, die 14- bis 19-Jährigen auch über die Schulzeit hinaus an Bibliotheken zu binden.

Eine große Chance Bibliotheksbesucher (zurück-)zu gewinnen liegt auch in längeren Öffnungszeiten am Abend und in der Sonntagsöffnung, was eine aktuelle Bundesratsinitiative zur bundesweiten Sonntagsöffnung von Bibliotheken unterstützt. Auch Räumlichkeiten mit mehr Licht und hellen Farben sowie ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot mit ungewöhnlichen Anreizen und Events, das neugierig auf die Bibliothek macht, stehen auf der Wunschliste ganz oben. Gut besuchte Veranstaltungen sorgen für mehr Interesse und positive Mundpropaganda.

Die Einrichtung einer Cafeteria gibt der Bibliothek einen weiteren Anziehungspunkt und macht sie zum Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Bei Nichtnutzern, die durch dieses Angebot angelockt werden, kann so ein neues oder wiedergefundenes Interesse geweckt werden.

Image-Defizite in spezifischen Gruppen ernst nehmen: Bibliotheken sollten versuchen, die Realsituation zu verbessern (wo notwendig) und parallel dazu regionale / lokale Imagekampagnen durchzuführen. Hilfreich ist auch eine "Professionalisierung" der Außenauftritte (Flyer, Webseite, Plakate usw.) - dadurch erfolgt eine Aufwertung des Angebots auch nach außen.

Neue Distributionswege von Medien für bestimmte Zielgruppen, wie Lieferungen nach Hause (z. B. Senioren) oder an Packstationen (z.B. für junge Berufstätige) könnten in Pilotprojekten getestet werden.

Eine Kurzfassung der Ergebnisse finden Sie in folgender Zusammenfassung.



Download vorhanden  "Studie: Gründe und Ursachen für die Nichtnutzung von Bibliotheken" herunterladen
(pdf, 0.846 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.bibliotheksverband.de/


Im Angebot der SDC seit 27.04.12 (sbe)

Verwandte
Themenbereiche:
Bibliotheken, Mediennutzung allgemein





Resolution "Inklusive Bildung in Deutschland stärken"

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission e.V. vom 24.09.11

Die 71. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) endete in Berlin mit der Verabschiedung von Resolutionen zur inklusiven Bildung und zu den Potenzialen sozialer Medien für die Arbeit der UNESCO.

Die DUK fordert in der Resolution "Inklusive Bildung in Deutschland stärken" Bund, Länder und Kommunen auf, zügig Aktionspläne auf Landes- und kommunaler Ebene zur inklusiven Bildung zu erarbeiten. Deutschland habe im Vergleich zu vielen europäischen Ländern einen erheblichen Nachholbedarf bei der Entwicklung zu einem inklusiven Bildungswesen. Inklusion beinhalte - unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Behinderung, Geschlecht oder Herkunft - das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule. Die DUK appelliert, die Sonderschulen planvoll in das allgemeine Schulwesen zu überführen. Inklusive Bildung müsse als Leitidee in der Aus- und Fortbildung aller pädagogischen Berufe verankert und in der wissenschaftlichen Forschung gefördert werden. Die DUK betont das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerte Menschenrecht auf gemeinsames Lernen. Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention.

Die DUK verabschiedete außerdem die Resolution "Potenziale von Sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen". Darin ruft sie alle politisch und fachlich zuständigen Institutionen in Deutschland auf, soziale Medien im Sinne der UNESCO für die Förderung moderner Wissensgesellschaften einzusetzen. Sie ruft den Bund auf, rechtliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien zu überprüfen. Sie appelliert insbesondere an Bund, Länder und die Akteure des Bildungssystems, durch soziale Medien neue Lernformen auf allen Bildungsstufen zu fördern. Die DUK ruft dazu auf, die Vermittlung von Kompetenzen für den Umgang mit sozialen Medien auf allen Bildungsstufen und an alle Generationen sicherzustellen. Die DUK verpflichtet sich unter anderem, den Einsatz von sozialen Medien in der Schule im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen weiter zu erproben, Ergebnisse ihrer Arbeit nach ihren Möglichkeiten unter freien Lizenzierungsformen zu veröffentlichen und soziale Medien für die Erreichung neuer Zielgruppen in allen Generationen einzusetzen.

Die DUK hat 114 Mitglieder, unter ihnen Vertreter von Bund und Ländern, wichtiger Organisationen aus Bildung, Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie berät die Bundesregierung, den Bundestag und die übrigen zuständigen Stellen in allen Fragen, die sich aus der Mitgliedschaft Deutschlands in der UNESCO ergeben. Die DUK ist Verbindungsstelle zwischen Staat und Zivilgesellschaft und Partnerin der UNESCO und ihrer 196 Nationalkommissionen.



Download vorhanden  "Resolution "Inklusive Bildung in Deutschland stärken"" herunterladen
(pdf, 0.039 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.unesco.de/reshv71-1.html


Im Angebot der SDC seit 24.09.11 (sbe)

Verwandte
Themenbereiche:
Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Sonderschulen





Studie: Die Rolle des Internets während der Wahlkampagne 2008 in den USA

von: Yvonne Zerbe
Quelle: Pew Internet & American Life Project vom 16.04.09


Das Pew Internet & American Life Project ist eines von sieben Initiativen des Pew Research Centers. Diese Non-Profitorganisation stellt Informationen zu Themen oder Trends bereit, die US-Amerika und die restliche Welt betreffen. Die Organisation nimmt zu politischen Fragen nicht Stellung und hat jetzt aktuell die Rolle des Internets während des Wahlkampfs in Amerika 2008 untersucht. Die Zahlen überraschen, denn 74 Prozent der Internetnutzer waren während der Wahlen 2008 online, um daran teilzunehmen oder um Meldungen und Neuigkeiten über die Wahlkampagne zu erfahren. Dies repräsentiert laut des Pew Internet & American Life Project 55 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung in den USA.

Weiterhin sagt die Studie, dass das Internet in der Medienumgebung an vorderster Front agiert. Das Internet ist bei der Berichterstattung von Wahlkampfkampagnen ebenso eine wichtige Quelle wie Zeitungen geworden. So erhalten 26 Prozent der Erwachsenen Neuigkeiten zu Wahlen aus dem Internet, im Vergleich zu 28 Prozent, die ihre Neuigkeiten durch Zeitungen beziehen. Dies ist erstaunlich, denn noch dominiert der Fernseher in diesem Land als Quelle für die politische Berichterstattung, er wird von etwa 78 Prozent der Erwachsenen genutzt.

Auch ein weiterer Trend ist in den USA laut Studie abzusehen: Die politisch aktiven Internetnutzer wechseln von Webseiten, die keine Stellung beziehen, hin zu Onlineauftritten, die mit ihrer politischen Richtung übereinstimmen. Für 2008 sagten bereits 44 Prozent der Demokraten und 35 Prozent der Republikaner, sie würden Webseiten nutzen, die ihrem politischen Standpunkt entsprächen. Der größte Wechsel im Nutzerverhalten macht sich bei der Gruppe der 18 bis 24-jährigen Nutzer deutlich: 2004 sagten noch 22 Prozent, ihre besuchten Webseiten stimmten mit ihren persönlichen Ansichten überein. Im Jahre 2008 teilten sogar schon 43 Prozent der Nutzer diese Auffassung.

Die aktuelle Studie des Pew Internet & American Life Project geht auch direkt auf das Verhalten von Barack Obama Wählern und John McCain Wählern ein: Demnach waren die Befürworter von John McCain mit 83 Prozent mehr Internetnutzer als die Fans von Barack Obama mit einem Anteil von nur 76 Prozent. Dies entspräche der Tatsache, dass McCain-Unterstützer einen größeren Bildungsumfang und ein höheres Einkommen als die Demokraten hätten. Andererseits hätten sich 22 Prozent aller Obama-Anhänger mehr untereinander mit dem Handy verständigt und dadurch Informationen von der Partei erhalten, im Vergleich zu 14 Prozent der John McCain Wähler.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass die jungen Erwachsenen den größten Anteil der politisch engagierten Internetnutzer ausmachen. In der Kategorie der 18 bis 29-jährigen politischen Onlinenutzer sind es 72 Prozent, in der Gruppe der 30 bis 49-Jährigen engagieren sich 65 Prozent politisch und in der Altersklasse der 65-jährigen und älteren politisch aktiven Onliner sind es immerhin noch 22 Prozent. Weitere Studienergebnisse entnehmen Sie bitte dem hier bereit gestellten Download.

Download vorhanden  "Studie: Die Rolle des Internets während der Wahlkampagne 2008 in den USA" herunterladen
(pdf, 5.753 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.pewinternet.org/Reports/2009/6--The-Internets-Role-in-Campa ign-2008/1--Summary-of-Findings.aspx?r=1


Im Angebot der SDC seit 16.04.09 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Bildungspolitik / Bildungswesen, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein





Studieren im Web 2.0 - Studienbezogene Web- und E-Learning-Dienste

von: Bernd Kleimann, Murat Özkilic, Marc Göcks, Hochschul-Informations-System GmbH, Multimedia Kontor Hamburg vom 12.12.08

Laut der Studie "Studieren im Web 2.0" der Hochschul-Informations-System GmbH und des Multimedia Kontors Hamburg bewegt sich die Mehrheit der deutschen Studierenden (73%) täglich zwischen einer und drei Stunden aktiv im Internet - ein knappes Viertel (23 %) sogar zwischen vier bis sechs Stunden am Tag.

Im Fokus der vorliegenden Untersuchung stand die Frage, wie Studierende Internetanwendungen und E-Learning-Angebote in der Hochschullehre beurteilen und welchen Einfluss die jungen Nutzer auf die Entwicklung netzgestützter Lehr- und Lernformen an Hochschulen haben. Es werden Informationen dazu bereitgestellt, wie Studierende an den öffentlichen und privaten deutschen Hochschulen diese Angebote nutzen und wie nützlich diese für ihr Studium sind. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist, für wie vertrauenswürdig sie die Informationen bekannter Wissensportale halten.

Zu den Nutzungsgewohnheiten von Wikis, Blogs oder Social Communities - privat und in Lehrveranstaltungen - wurde belegt, dass die Studierenden besonders häufig auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Social Communities wie StudiVZ, FaceBook, MySpace oder Xing zugreifen. Dort kommunizieren sie überwiegend mit Freunden, tauschen sich aber auch mit Kommilitonen über Themen des Studiums aus.

Es wurde weiterhin nach der Kenntnis und Nutzung "älterer" E-Learning-Formen oder nach der Verlässlichkeit netzgestützter Informationsquellen aus Sicht der Studierenden gefragt. Dabei zeigte sich, dass sich an der Nutzungshäufigkeit von E-Learning-Formen wie lehrveranstaltungsbegleitenden Materialien, netzgestützten Seminaren oder virtuellen Laboren seit einer HISBUS-Erhebung aus 2004 kaum etwas verändert hat. Allerdings fällt die Nutzung vor allem der digital bereitgestellten Lernmaterialien heute deutlich intensiver aus, was auf das große Angebot von Selbst-Test-Möglichkeiten und elektronischen Übungsumgebungen zurückzuführen sein dürfte.

Weiterhin werden Angaben zur Einschätzung der Nützlichkeit und zu den studienbezogenen Zwecken von digitalen Anwendungen und Diensten, die Studierende damit verfolgen, bereitgestellt.

Zur Methode: Es wurde eine Online-Befragung mit Studierenden aus dem HISBUS Studierenden-Panel durchgeführt. Es konnten Antworten von 4.400 deutschen Studierenden innerhalb des Erhebungszeitraums von vier Wochen im September und Oktober 2008 in die Untersuchung einbezogen werden. Die Erhebung ist im Hinblick auf die genannten Strukturmerkmale für deutsche Studierende repräsentativ.

HISBUS ist ein von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH durchgeführtes und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt. Ziel des Projekts ist es, Kenntnisse und Erfahrungen der Studierenden aktuell und schon im Vorfeld von Entscheidungen in die Diskussion in Parlamenten, Ministerien und Hochschulen einfließen zu lassen. Das HISBUS-Panel ist als virtuelles Studierendendorf konzipiert: Die Panelisten sind so ausgewählt, dass sie möglichst exakt die Wirklichkeit der Studierenden insgesamt abbilden.



Download vorhanden  "Studieren im Web 2.0 - Studienbezogene Web- und E-Learning-Dienste" herunterladen
(pdf, 1.332 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
https://hisbus.his.de


Im Angebot der SDC seit 12.12.08 (sbe)

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Themenbereiche:
Universitäten, E-Learning





Bildungsbarometer zum Thema Förderung im Bildungssystem

von: Doris Jäger-Flor, Reinhold S. Jäger, Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf)
Universität Landau vom 08.09.08


Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Schülerhilfe eine Befragung zum Thema ‚Förderung an Deutschlands Schulen’ durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden folgende Fragen aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften fokussiert:

  • Was wird unter Förderung verstanden?
  • Wie kommt Förderung bei den direkt und indirekt Betroffenen an?
  • Wie wird diagnostiziert, wann und im welchem Bereich Förderung angebracht ist?
  • Wie erfolgreich ist Förderung und was kann durch sie erreicht werden?

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass Förderung an deutschen Schulen stark verbesserungswürdig ist: die befragten Eltern haben die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder als befriedigend eingestuft. Dies ist insoweit problematisch, da Förderung nur dann greifen kann, wenn Eltern und Lehrkräfte gut miteinander kooperieren. Dazu bedarf es einer professionellen Entwicklung von Förderplänen, da diese derzeit sehr selten eingesetzt werden.

Weiterhin sind lediglich 14,4% der Lehrkräfte mit diagnostischen Hilfsmitteln vertraut, die zur Entscheidung beitragen, ob ein Förderbedarf vorliegt – dies ist elementar für die Begründung und Kontrolle von Förderung. Sie geben weiter an, dass sie sich für keinen in der Befragung vorgegebenen Förderbereich gut vorbereitet fühlen – darunter fallen soziale Kompetenzen, Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.

Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung dazu: "Die durch das Bildungsbarometer aufgezeigten Problembereiche sind markant. Die Ergebnisse machen deutlich, warum Schule soziale Benachteilungen nicht auffangen kann. Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland und zur Sicherung von Chancengerechtigkeit."

Bei der Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet (510 Eltern und 545 Lehrkräfte).

Das Angebot zum Download der Studie ist mit ausdrücklicher Genehmigung des zepf erfolgt.

Download vorhanden  "Bildungsbarometer zum Thema Förderung im Bildungssystem" herunterladen
(pdf, 0.507 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.zepf.uni-landau.de


Im Angebot der SDC seit 08.09.08 (sbe)

Verwandte
Themenbereiche:
Grund-, Haupt- und Realschulen





Horizon Report 2011: Elektronische Bücher gehören zu den aktuellen Trendtechnologien

vom 04.04.11

Das "The New Media Consortium" hat in Kooperation mit der EDUCAUSE Learning Initiative den "Horizon Report 2011" entwickelt. Der Report berichtet über Untersuchungsergebnisse, die den Einsatz von neuen Medien und neuen Technologien in den Bereichen Lehre, Lernen und kreative Forschung betreffen. Vorgestellt werden mediale Trends, die Reihenfolge der Vorstellung richtet sich nach der Einschätzung, wie bedeutend diese im Verlauf der nächsten fünf Jahre für Bildungsträger sein werden. Insgesamt präsentiert der Horizon Report 2011 sechs Trendtechnologien, die in drei Zeithorizonte eingeteilt wurden.

Der kurzfristige Zeithorizont sagt aus, dass die Technologien sich voraussichtlich in den nächsten zwölf Monaten durchsetzen werden. Zu diesen Techniken gehören elektronische Bücher und mobile Endgeräte. Der mittelfristige Horizont geht davon aus, dass die entsprechenden Techniken zwei bis drei Monate zur Etablierung brauchen. In diesen Bereich fallen Augmented Reality und Game-basiertes lernen. Der langfristige Zeithorizont geht davon aus, dass die entsprechenden technischen Entwicklungen vier bis fünf Jahre brauchen werden, um sich durchzusetzen. Dazu gehören gestenbasiertes Computing und Learning Analystics.

Die Erklärungen zu den einzelnen Trends lauten:

Kurzfristiger Zeithorizont

  • Elektronische Bücher
    Ermöglicht werden neue Leseerlebnisse, dazu gehören unter anderem die Einbeziehung multimedialer Elemente wie Grafiken, Links oder Videos. Gestenbasierte Oberflächen fördern die Interaktion mit Medien und stimulieren die Sinne des Lesers. Laut Report haben elektronische Bücher ein hohes Potential, die Lehrpraxis zu verändern. Beispielsweise können Inhalte elektronischer Bücher an jeder Stelle im Text schnell aufgerufen werden, dies erleichtert die Gruppenarbeit und regt den Austausch der Schüler untereinander an.

  • Mobile Endgeräte
    Zu den mobilen Endgeräten gehören unter anderem Handys oder iPads. Auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Display-Größe sind sie eine Alternative zu Laptops geworden. Ergänzend wird neben dem Smartphone von Nutzern gerne ein Tablet-PC zum Stöbern im Web oder Lesen von spannenden Nachrichten verwendet. Das Potential von mobile Computing ist laut Report bereits in verschiedenen Hochschulprojekten erkennbar, beispielsweise erlernen Studierende das Programmieren von Applikationen, die den Einsatz von Spielen oder Nachschlagewerken ermöglichen.

Mittelfristiger Horizont

  • Augmented Reality
    Augmented Reality bedeutet, der realen Welt eine computergestützte Informationsebene hinzuzufügen. Beste frühe Beispiele sind die Filme Terminator und Robocop, dort setzten die menschlichen Roboter diese Technik ein: Die Roboter schauen mit ihren Augen auf ein Motiv und erhalten zusätzliche Hintergrundinformationen im Sichtfeld. In Zukunft können Nutzer beispielsweise mit ihrem Smartphone den Eifelturm fotografieren und erhalten gleichzeitig auf dem Display Zusatzinformationen zur Bauweise und Entstehung. Im Lernumfeld können Schüler auf spielerische Weise Wissen erwerben.

  • Game-basiertes Lernen
    Digitale Spiele sind unter anderem Spiele für Computer oder Konsolensysteme sowie Online-Spiele. Serious Games ermöglichen Nutzern die Annäherung an komplexe Themen durch aktive Beteiligung. Zudem sollen Elemente der Unterhaltungsspiele genutzt werden, um das Lernen von Schülern oder Studenten interessanter zu gestalten. Laut Report können Spieler durch die Identifikation mit ihren Rollen unter anderem die Entwicklung von Problemlösungsstrategien erlernen.

Langfristiger Zeithorizont

  • Gestenbasiertes Computing
  • Das beste Beispiel ist der Film "Minority Report" mit Tom Cruise von 2002: Eine Webcam filmt den Nutzer und übersetzt die Gesten in digitale Befehle. In der heutigen Zeit reagieren bereits mobile Geräte wie iPhone oder Smartphone auf Berührungen, Drehen oder Schütteln. Das Ziel ist laut Report das Erleben der direkten Interaktion mit dem Gerät. Gestenbasiertes Computing erleichtert die Bedienung technischer Geräte und bietet neue Möglichkeiten der Aufbereitung und visuellen Darstellung von Lerninhalten.

  • Learning Analytics
  • Learning Analytics impliziert eine Vereinfachung der Datenauswertung. Ziel ist es, dass Daten, die von verschiedenen Quellen kommen, in komprimierter Form zusammengefügt werden. Im akademischen Bereich werden beispielsweise Daten, die von Studenten in verschiedenen Kontexten aufbereitet wurden, zusammengetragen. Analysemodelle sollen die Daten auswerten und eine Einschätzung der Fähigkeiten der Studierenden erleichtern. Entstehen sollen beispielsweise Studierendenprofile.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der deutschen Ausgabe des "Horizon Report 2011", die in Zusammenarbeit mit dem Multimedia Kontor Hamburg GmbH verfasst wurde und bei uns als Download erhältlich ist. Der Bericht steht unter Creative Commons Lizenz.



Download vorhanden  "Horizon Report 2011: Elektronische Bücher gehören zu den aktuellen Trendtechnologien" herunterladen
(pdf, 1.638 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.mmkh.de/index.php?idcat=63


Im Angebot der SDC seit 04.04.11 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Berufliche Aus- und Weiterbildung, Mediennutzung allgemein, Medienpädagogische Konzepte, Mobile Nutzung






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