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Öffentliche Bibliotheken ermöglichen den Zugang zu Bildung und Kultur für Menschen aller Generationen und jeder Herkunft. Sie haben ein breites Dienstleistungsspektrum und reagieren zeitnah auf alle neuen Entwicklungen auf dem Medien- und Informationsmarkt. Nahezu jeder Dritte ab 14 Jahren hat im vergangenen Jahr das Angebot Öffentlicher Bibliotheken genutzt. Das ergab eine repräsentative Befragung von 1.300 Personen zwischen 14 und 75 Jahren, die vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und dem Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen mit Förderung vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durchgeführt wurde. Erstmals wurde darin untersucht, warum viele Jugendliche und Erwachsene keine öffentliche Stadt- oder Gemeindebibliothek (mehr) nutzen und welche Möglichkeiten es gibt, sie (zurück-) zugewinnen.
Ziel war es, detaillierte, empirisch fundierte und flächendeckende Erkenntnisse über die Gruppe der Nichtnutzer und deren Gründe für die Nichtnutzung zu gewinnen. Die Rückschlüsse und Empfehlungen können Bibliotheken bei der Entwicklung individueller Ansprachen und Angebote für die verschiedenen Zielgruppen unterstützen, um Nichtnutzer und ehemalig Nutzer gezielter zu erreichen und sie (wieder) in die Bibliotheken zu locken.
In einer computerunterstützten Telefonumfrage durch das Feldinstitut IFAK (Taunusstein) wurden 1.300 Bürger zwischen 14 und 75 Jahren befragt. In die repräsentative Umfrage wurden sowohl Nutzer als auch Nichtnutzer von Öffentlichen Bibliotheken eingebunden, um einen direkten Vergleich zwischen diesen beiden Gruppen zu ermöglichen.
Die Nicht- bzw. Nicht-Mehr-Nutzer wünschen erweiterte Öffnungszeiten, ansprechendere Räumlichkeiten und ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot. Am eindrücklichsten ist jedoch, dass sich der frühe Bibliotheksbesuch auszahlt: 62 Prozent der heutigen Bibliothekskunden haben in ihrer Kindheit mit ihren Eltern eine Bibliothek besucht, bei den Nicht- oder Nicht-Mehr-Nutzern sind dies nur 42 Prozent.
Wer in der Kindheit eine Bibliothek besucht hat, bleibt auch in seinem späteren Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit Bibliothekskunde. Kinder müssen Bibliotheken also schon früh als selbstverständlichen Treffpunkt erfahren. Es wird daher empfohlen, verbindliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Bibliotheken und Schulen sowie Kindergärten zügig weiter auszubauen, damit auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erreicht werden, für die ein Bibliotheksbesuch nicht zum Alltag gehört. Hier ist das Engagement der Länder und Kommunen gefordert. Auch Eltern sollen vermehrt mit niedrigschwelligen Angeboten sensibilisiert und aktiviert werden, die sie in die Bibliothek führen und mit den Bibliotheksangeboten in Kontakt bringen.
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass in den digitalen Angeboten ein großes Potenzial liegt, weitere Besucher zu gewinnen. Gezielte Investitionen, die eine stärkere Aktualität der Medien sowie eine größere Auswahl an DVDs, CDs und digitalen Medien gestatten sowie eine höhere Anzahl an Internetarbeitsplätzen sind nur einige von vielen konkreten Maßnahmen, mit denen Bibliotheken ihre Attraktivität gerade für junge Menschen steigern können. Hierin liegt sicherlich auch Potenzial, die 14- bis 19-Jährigen auch über die Schulzeit hinaus an Bibliotheken zu binden.
Eine große Chance Bibliotheksbesucher (zurück-)zu gewinnen liegt auch in längeren Öffnungszeiten am Abend und in der Sonntagsöffnung, was eine aktuelle Bundesratsinitiative zur bundesweiten Sonntagsöffnung von Bibliotheken unterstützt. Auch Räumlichkeiten mit mehr Licht und hellen Farben sowie ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot mit ungewöhnlichen Anreizen und Events, das neugierig auf die Bibliothek macht, stehen auf der Wunschliste ganz oben. Gut besuchte Veranstaltungen sorgen für mehr Interesse und positive Mundpropaganda.
Die Einrichtung einer Cafeteria gibt der Bibliothek einen weiteren Anziehungspunkt und macht sie zum Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Bei Nichtnutzern, die durch dieses Angebot angelockt werden, kann so ein neues oder wiedergefundenes Interesse geweckt werden.
Image-Defizite in spezifischen Gruppen ernst nehmen: Bibliotheken sollten versuchen, die Realsituation zu verbessern (wo notwendig) und parallel dazu regionale / lokale Imagekampagnen durchzuführen. Hilfreich ist auch eine "Professionalisierung" der Außenauftritte (Flyer, Webseite, Plakate usw.) - dadurch erfolgt eine Aufwertung des Angebots auch nach außen.
Neue Distributionswege von Medien für bestimmte Zielgruppen, wie Lieferungen nach Hause (z. B. Senioren) oder an Packstationen (z.B. für junge Berufstätige) könnten in Pilotprojekten getestet werden.
Die 71. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) endete in Berlin mit der Verabschiedung von Resolutionen zur inklusiven Bildung und zu den Potenzialen sozialer Medien für die Arbeit der UNESCO.
Die DUK fordert in der Resolution "Inklusive Bildung in Deutschland stärken" Bund, Länder und Kommunen auf, zügig Aktionspläne auf Landes- und kommunaler Ebene zur inklusiven Bildung zu erarbeiten. Deutschland habe im Vergleich zu vielen europäischen Ländern einen erheblichen Nachholbedarf bei der Entwicklung zu einem inklusiven Bildungswesen. Inklusion beinhalte - unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Behinderung, Geschlecht oder Herkunft - das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule. Die DUK appelliert, die Sonderschulen planvoll in das allgemeine Schulwesen zu überführen. Inklusive Bildung müsse als Leitidee in der Aus- und Fortbildung aller pädagogischen Berufe verankert und in der wissenschaftlichen Forschung gefördert werden. Die DUK betont das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerte Menschenrecht auf gemeinsames Lernen. Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention.
Die DUK verabschiedete außerdem die Resolution "Potenziale von Sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen". Darin ruft sie alle politisch und fachlich zuständigen Institutionen in Deutschland auf, soziale Medien im Sinne der UNESCO für die Förderung moderner Wissensgesellschaften einzusetzen. Sie ruft den Bund auf, rechtliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien zu überprüfen. Sie appelliert insbesondere an Bund, Länder und die Akteure des Bildungssystems, durch soziale Medien neue Lernformen auf allen Bildungsstufen zu fördern. Die DUK ruft dazu auf, die Vermittlung von Kompetenzen für den Umgang mit sozialen Medien auf allen Bildungsstufen und an alle Generationen sicherzustellen. Die DUK verpflichtet sich unter anderem, den Einsatz von sozialen Medien in der Schule im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen weiter zu erproben, Ergebnisse ihrer Arbeit nach ihren Möglichkeiten unter freien Lizenzierungsformen zu veröffentlichen und soziale Medien für die Erreichung neuer Zielgruppen in allen Generationen einzusetzen.
Die DUK hat 114 Mitglieder, unter ihnen Vertreter von Bund und Ländern, wichtiger Organisationen aus Bildung, Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie berät die Bundesregierung, den Bundestag und die übrigen zuständigen Stellen in allen Fragen, die sich aus der Mitgliedschaft Deutschlands in der UNESCO ergeben. Die DUK ist Verbindungsstelle zwischen Staat und Zivilgesellschaft und Partnerin der UNESCO und ihrer 196 Nationalkommissionen.
Weiterhin sagt die Studie, dass das Internet in der Medienumgebung an vorderster Front agiert. Das Internet ist bei der Berichterstattung von Wahlkampfkampagnen ebenso eine wichtige Quelle wie Zeitungen geworden. So erhalten 26 Prozent der Erwachsenen Neuigkeiten zu Wahlen aus dem Internet, im Vergleich zu 28 Prozent, die ihre Neuigkeiten durch Zeitungen beziehen. Dies ist erstaunlich, denn noch dominiert der Fernseher in diesem Land als Quelle für die politische Berichterstattung, er wird von etwa 78 Prozent der Erwachsenen genutzt.
Auch ein weiterer Trend ist in den USA laut Studie abzusehen: Die politisch aktiven Internetnutzer wechseln von Webseiten, die keine Stellung beziehen, hin zu Onlineauftritten, die mit ihrer politischen Richtung übereinstimmen. Für 2008 sagten bereits 44 Prozent der Demokraten und 35 Prozent der Republikaner, sie würden Webseiten nutzen, die ihrem politischen Standpunkt entsprächen. Der größte Wechsel im Nutzerverhalten macht sich bei der Gruppe der 18 bis 24-jährigen Nutzer deutlich: 2004 sagten noch 22 Prozent, ihre besuchten Webseiten stimmten mit ihren persönlichen Ansichten überein. Im Jahre 2008 teilten sogar schon 43 Prozent der Nutzer diese Auffassung.
Die aktuelle Studie des Pew Internet & American Life Project geht auch direkt auf das Verhalten von Barack Obama Wählern und John McCain Wählern ein: Demnach waren die Befürworter von John McCain mit 83 Prozent mehr Internetnutzer als die Fans von Barack Obama mit einem Anteil von nur 76 Prozent. Dies entspräche der Tatsache, dass McCain-Unterstützer einen größeren Bildungsumfang und ein höheres Einkommen als die Demokraten hätten. Andererseits hätten sich 22 Prozent aller Obama-Anhänger mehr untereinander mit dem Handy verständigt und dadurch Informationen von der Partei erhalten, im Vergleich zu 14 Prozent der John McCain Wähler.
Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass die jungen Erwachsenen den größten Anteil der politisch engagierten Internetnutzer ausmachen. In der Kategorie der 18 bis 29-jährigen politischen Onlinenutzer sind es 72 Prozent, in der Gruppe der 30 bis 49-Jährigen engagieren sich 65 Prozent politisch und in der Altersklasse der 65-jährigen und älteren politisch aktiven Onliner sind es immerhin noch 22 Prozent. Weitere Studienergebnisse entnehmen Sie bitte dem hier bereit gestellten Download.
Laut der Studie "Studieren im Web 2.0" der Hochschul-Informations-System GmbH und des Multimedia Kontors Hamburg bewegt sich die Mehrheit der deutschen Studierenden (73%) täglich zwischen einer und drei Stunden aktiv im Internet - ein knappes Viertel (23 %) sogar zwischen vier bis sechs Stunden am Tag.
Im Fokus der vorliegenden Untersuchung stand die Frage, wie Studierende Internetanwendungen und E-Learning-Angebote in der Hochschullehre beurteilen und welchen Einfluss die jungen Nutzer auf die Entwicklung netzgestützter Lehr- und Lernformen an Hochschulen haben. Es werden Informationen dazu bereitgestellt, wie Studierende an den öffentlichen und privaten deutschen Hochschulen diese Angebote nutzen und wie nützlich diese für ihr Studium sind. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist, für wie vertrauenswürdig sie die Informationen bekannter Wissensportale halten.
Zu den Nutzungsgewohnheiten von Wikis, Blogs oder Social Communities - privat und in Lehrveranstaltungen - wurde belegt, dass die Studierenden besonders häufig auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Social Communities wie StudiVZ, FaceBook, MySpace oder Xing zugreifen. Dort kommunizieren sie überwiegend mit Freunden, tauschen sich aber auch mit Kommilitonen über Themen des Studiums aus.
Es wurde weiterhin nach der Kenntnis und Nutzung "älterer" E-Learning-Formen oder nach der Verlässlichkeit netzgestützter Informationsquellen aus Sicht der Studierenden gefragt. Dabei zeigte sich, dass sich an der Nutzungshäufigkeit von E-Learning-Formen wie lehrveranstaltungsbegleitenden Materialien, netzgestützten Seminaren oder virtuellen Laboren seit einer HISBUS-Erhebung aus 2004 kaum etwas verändert hat. Allerdings fällt die Nutzung vor allem der digital bereitgestellten Lernmaterialien heute deutlich intensiver aus, was auf das große Angebot von Selbst-Test-Möglichkeiten und elektronischen Übungsumgebungen zurückzuführen sein dürfte.
Weiterhin werden Angaben zur Einschätzung der Nützlichkeit und zu den studienbezogenen Zwecken von digitalen Anwendungen und Diensten, die Studierende damit verfolgen, bereitgestellt.
Zur Methode: Es wurde eine Online-Befragung mit Studierenden aus dem HISBUS Studierenden-Panel durchgeführt. Es konnten Antworten von 4.400 deutschen Studierenden innerhalb des Erhebungszeitraums von vier Wochen im September und Oktober 2008 in die Untersuchung einbezogen werden. Die Erhebung ist im Hinblick auf die genannten Strukturmerkmale für deutsche Studierende repräsentativ.
HISBUS ist ein von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH durchgeführtes und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt. Ziel des Projekts ist es, Kenntnisse und Erfahrungen der Studierenden aktuell und schon im Vorfeld von Entscheidungen in die Diskussion in Parlamenten, Ministerien und Hochschulen einfließen zu lassen. Das HISBUS-Panel ist als virtuelles Studierendendorf konzipiert: Die Panelisten sind so ausgewählt, dass sie möglichst exakt die Wirklichkeit der Studierenden insgesamt abbilden.
Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Schülerhilfe eine Befragung zum Thema ‚Förderung an Deutschlands Schulen’ durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden folgende Fragen aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften fokussiert:
Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass Förderung an deutschen Schulen stark verbesserungswürdig ist: die befragten Eltern haben die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder als befriedigend eingestuft. Dies ist insoweit problematisch, da Förderung nur dann greifen kann, wenn Eltern und Lehrkräfte gut miteinander kooperieren. Dazu bedarf es einer professionellen Entwicklung von Förderplänen, da diese derzeit sehr selten eingesetzt werden.
Weiterhin sind lediglich 14,4% der Lehrkräfte mit diagnostischen Hilfsmitteln vertraut, die zur Entscheidung beitragen, ob ein Förderbedarf vorliegt – dies ist elementar für die Begründung und Kontrolle von Förderung. Sie geben weiter an, dass sie sich für keinen in der Befragung vorgegebenen Förderbereich gut vorbereitet fühlen – darunter fallen soziale Kompetenzen, Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung dazu: "Die durch das Bildungsbarometer aufgezeigten Problembereiche sind markant. Die Ergebnisse machen deutlich, warum Schule soziale Benachteilungen nicht auffangen kann. Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland und zur Sicherung von Chancengerechtigkeit."
Bei der Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet (510 Eltern und 545 Lehrkräfte).
Das Angebot zum Download der Studie ist mit ausdrücklicher Genehmigung des zepf erfolgt.