|
![]() |
|
||||
|
Start |
||||||
Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Schülerhilfe eine Befragung zum Thema ‚Förderung an Deutschlands Schulen’ durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden folgende Fragen aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften fokussiert:
Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass Förderung an deutschen Schulen stark verbesserungswürdig ist: die befragten Eltern haben die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder als befriedigend eingestuft. Dies ist insoweit problematisch, da Förderung nur dann greifen kann, wenn Eltern und Lehrkräfte gut miteinander kooperieren. Dazu bedarf es einer professionellen Entwicklung von Förderplänen, da diese derzeit sehr selten eingesetzt werden.
Weiterhin sind lediglich 14,4% der Lehrkräfte mit diagnostischen Hilfsmitteln vertraut, die zur Entscheidung beitragen, ob ein Förderbedarf vorliegt – dies ist elementar für die Begründung und Kontrolle von Förderung. Sie geben weiter an, dass sie sich für keinen in der Befragung vorgegebenen Förderbereich gut vorbereitet fühlen – darunter fallen soziale Kompetenzen, Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung dazu: "Die durch das Bildungsbarometer aufgezeigten Problembereiche sind markant. Die Ergebnisse machen deutlich, warum Schule soziale Benachteilungen nicht auffangen kann. Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland und zur Sicherung von Chancengerechtigkeit."
Bei der Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet (510 Eltern und 545 Lehrkräfte).
Das Angebot zum Download der Studie ist mit ausdrücklicher Genehmigung des zepf erfolgt.Die englische Organisation Beatbullying setzt sich für die Bekämpfung von Mobbing ein und hat eine Studie zum Thema "Virtuelle Gewalt: Kinder vor Cyberbullying schützen" veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden zwischen November 2008 und Februar 2009 insgesamt 2,094 Kinder, die weiterführende Schulen besuchen und aus den englischen Bezirken Cambridge, Essex, Inner London, Kent, Middlesex, Surrey und South Yorkshire kommen, interviewt. Cyberbullying wird in diesem Zusammenhang definiert als die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere Mobiltelefone und Internet, um jemandem absichtlich wehzutun. Dazu gehören unter anderem: Falschmeldungen, Schmähanrufe oder schweigende Anrufe mit dem Mobiltelefon, außerdem beschämende Fotos oder Videos aufnehmen und diese über das Handy oder eine Webseite verbreiten.
Die Untersuchung zeigt, dass 30 Prozent der 11 bis 16-Jährigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Formen von Cyberbullying gemacht haben. Ein Viertel dieser Jugendlichen sagte, die Mobbingaktionen seien fortlaufend und nicht nur einmalig gewesen. Die am meisten verbreitete Form von Cyberbullying waren außerdem Falschmeldungen, 18 Prozent der Jugendlichen berichteten darüber, 13 Prozent gaben hingegen an, durch SMS oder E-Mails gemobbt worden zu sein und 8 Prozent der Jugendlichen hatten die Erfahrung gemacht, dass verletzende Kommentare über sie in Sozialen Netzwerken geschrieben wurden.
Laut der Studie erfahren Jugendliche, wenn es zu Cyberbullying kommt, Gewalt durch verschiedene Technologien und durch verschiedene Formen der Qual. Insbesondere fand Cyberbullying auf dem Portal von MSN Messenger sowie im Sozialen Netzwerk Bebo statt.: 18 Prozent der Jugendlichen identifizierten den MSN Service als Medium, durch das sie gemobbt wurden. Da dort sehr viel Bewegung herrscht und die Nutzer sehr schnell im Live-Chat reagieren können, ist dieses Phänomen laut Studie erklärbar.
Ein anderes Phänomen ist die Videoplattform YouTube, die es jedem, der einen Internetzugang hat, möglich macht, ein Video hochzuladen, dass Millionen von Nutzern wenige Minuten später sehen können. Während laut Studie 5 Prozent der Nutzer auf YouTube Mobbingopfer waren, sahen sieben Mal so viele dabei zu, wie andere Nutzer gemobbt wurden. Die Studie gibt bekannt, dass 62 Prozent derjenigen Kinder, die kontinuierlich Cyberbullying erfahren hatten, es als eine Erweiterung des Mobbings, das sie in der Schule oder an öffentlichen Orten erlebt hatten, ansahen. Nur 22 Prozent gaben an, sie seien erstmals per Handy oder das Internet gemobbt worden.
Ein weiteres Charakteristikum von Kindern, die fortwährend Cyberbullying erfahren ist, dass sie das Internet regelmäßig nutzen: Von den 1251 Kindern, die in der Befragung angaben, nie mit den neuen Medien gemobbt worden zu sein, nutzen 65 Prozent das Internet täglich und 29 Prozent nutzten es wöchentlich. Von den 158 Kinden, die angaben, fortwährend Cyberbullying erfahren zu haben, sagten indessen 78 Prozent, sie würden das Internet täglich nutzen und 19 Prozent gaben an, es wöchentlich zu nutzen. Weitere Informationen zur Studie "Virtuelle Gewalt: Kinder vor Cyberbullying schützen" entnehmen Sie bitte dem Download.
Das Pew Internet & American Life Project ist eines von sieben Initiativen des Pew Research Centers. Diese Non-Profitorganisation stellt Informationen zu Themen oder Trends bereit, die US-Amerika und die restliche Welt betreffen und hat jetzt Studie "Teens and Sexting" veröffentlicht. Inhaltlich wird beleuchtet, wie Teenager mit dem Versenden von SMS, die einen sexuellen Hintergrund haben, umgehen. Das Kunstwort "Sexting" setzt sich hierbei aus den Begriffen "Sexualität" und "Texten" zusammen. Der Report basiert auf Ergebnisse einer Telefonuntersuchung zum Thema "Die Nutzung des Mobiltelefons von Jugendlichen und Erwachsenen", die mit sechs Hauptgruppen in 3 U.S. Städten im Oktober 2009 mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren durchgeführt wurde. Die quantitativen Ergebnisse der Untersuchung basieren auf Telefoninterviews, die zwischen Juni und September 2009 mit 800 Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren durchgeführt wurden.
Die Studie zeigte: 75 Prozent aller Jugendlichen besaßen ein Mobiltelefon und 66 Prozent von ihnen nutzten die SMS-Funktion (im englischen Sprachgebrauch auch "texting" genannt). Von den Jugendlichen, die ein Mobiltelefon besitzen, verschickten vier Prozent ein sexuell anzügliches Nacktfoto beziehungsweise ein Foto oder Video mit fast nacktem Körper von sich selber an jemand anderen. Insbesondere Jugendliche, die ihre Handykosten selber tragen, sind bei der Versendung anzüglicher Fotos weniger zurückhaltend: 17 Prozent von ihnen sendeten sexuell andeutende SMS an andere, im Gegensatz zu drei Prozent derjenigen Heranwachsenden, die nicht oder nur teilweise für ihre Handykosten selbst aufkommen müssen.
Im Hinblick auf den Empfang von sexuell anzüglichen Nackt- oder Halbnacktfotos gaben 15 Prozent der 12 bis 17-Jährigen an, bereits solch ein Foto auf ihrem Handy empfangen zu haben. 18 Prozent der älteren Teenager zwischen 14 und 18 Jahren haben solch ein Foto bekommen, jedoch nur 6 Prozent der 12 bis 13-Jährigen. Bei Teenagern, die anzügliche SMS versenden und erhalten, spielt das Mobiltelefon eine zentrale Rolle in ihrem Leben: 16 Prozent der Jugendlichen, die regelmäßig SMS versenden, erhielten anzügliche Bilder, jedoch gaben nur 7 Prozent der Jugendlichen, die keine SMS-Funktion nutzen an, solche Fotos zu erhalten.
Interessanterweise gaben 80 Prozent der Jugendlichen, die sexuell anzügliche Inhalte erhalten an, sie würden ihre Telefon nutzen, um Langeweile zu kompensieren, dies sagten auch 67 Prozent der Jugendlichen, die keine sexuellen Fotos oder ähnliches zugesandt bekamen. 68 Prozent der Jugendlichen, die obszöne Fotos erhielten, sagten außerdem, sie würden generell nicht ihr Mobiltelefon ausstellen, wenn sie es nicht wirklich müssten. Dies bestätigten auch 46 Prozent der Jugendlichen, die keine anzüglichen SMS bekamen. Die Experten von Pew Internet & American Life Project fanden außerdem heraus, dass drei generelle Situationen vorherrschen, die das Versenden von SMS mit anzüglichen Bildern bedingen: In einer Situation werden diese Bilder zwischen zwei verliebten Partnern geteilt, manchmal ist "sexting" auch Teil einer experimentellen Phase von Teenagern, die noch nicht sexuell aktiv sind. Manchmal werden auch Fotos mit sexuellem Inhalt an Freunde und Klassenkameraden verschickt, beispielsweise aus Rache am ehemaligen Partner oder aus Sehnsucht nach einer Partnerschaft. Weitere Informationen zum Thema "Versenden von SMS mit anzüglichem Hintergrund unter Teenagern" entnehmen Sie bitte der Studie "Teens and Sexting", die zum Download bereit steht.
Die Medienanstalt Hamburg /Schleswig-Holstein hat eine von der Universität Hamburg durchgeführte Expertise zum Thema "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach?" von Januar 2010 veröffentlicht und untersucht darin den Stellenwert der Medienkompetenzförderung in Schulen. Für das Gutachten wurden Konzepte, Rahmenpläne und Bildungs- und Lehrpläne der Bundesländer zum Thema Medienbildung beziehungsweise Medienerziehung im Hinblick auf die Vermittlung von Medienkompetenz untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Inhalte der Rahmen- oder Lehrpläne mit dem Schwerpunktthema Medien' in jedem Bundesland unterschiedlich definiert werden: In Baden-Württemberg existiert beispielsweise kein gesonderter Rahmenplan, der sich mit Medienbildung beschäftig. In Bayern wurde hingegen festgelegt, dass Medienkompetenzförderung fächerübergreifend stattfinden sollte und in Berlin finden sich zwei Konzepte für den Schwerpunkt "Medienerziehung": Das Konzept "Medienerziehung Berliner Schulen" legt die Rahmenstruktur für die Medienerziehung fest und der eEducation Masterplan Berlin beinhaltet Ziele und Strategien für die Nutzung digitaler Medien in der Berliner Bildung.
Laut Studie fehlt es den Bundesländern insgesamt an umfassenden Konzepten und konkreten Vorgaben, um Medienbildung zielsicher umzusetzen. Um das Thema "Medienbildung in der Schule" fundiert zu untersuchen, wurden Interviews mit Experten verschiedener Bildungseinrichtungen durchgeführt, unter ihnen waren Arthur Gottwald (Behörde für Berufsbildung, Amt für Bildung, strategisch-konzeptionelle Aufgaben des Bildungswesens, Referat Medienerziehung), Hartmut Karrasch (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) und Dr. Klaus Paffrath (Leiter des Referats Medien und Bildung in der frühkindlichen Erziehung, Schule, Lehre und Wissenschaft", Thüringer Kultusministerium).
Die Studie zeigt, dass die Experten in den Interviews einhellig der Meinung sind, dass Medienbildung ein wichtiger Teil der Unterrichtsfächer sein sollte, sie sprachen sich jedoch explizit gegen die Einrichtung des Schulfachs "Medienbildung" aus. Weitere Ergebnisse der Expertise "Medienbildung - (k)ein Unterrichtsfach?" entnehmen Sie bitte dem Download, das für Sie zur Verfügung steht.
Die Zeitschrift "Diskurs Kindheits- und Jugendforschung" hat im Sommer 2010 einen Beitrag der Autoren Bernward und Dagmar Hoffmann zum Thema "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" veröffentlicht. Die beiden Experten definieren darin den Begriff der "Medienpädagogik" und erklären die Bedeutung von "Medienerziehung", "Medienkompetenz" und "Medienbildung": So wird zunächst erläutert, dass die medienpädagogische Grundbildung ein wichtiger Bestandteil vieler kommunikations- und kulturwissenschaftlicher Lehrpläne sei. Das Ziel sollte es daher sein, den Rezipienten einen sozial- und ethisch verträglichen Umgang mit Medien vermitteln zu können.
Die Medienkompetenz wird von den Autoren als gesellschaftliche Schlüsselqualifikation verstanden. Traditionelle, analoge und digitale Medien bieten Rezipienten die Möglichkeit, Bildungsprozesse und Bildungserfahrungen zu erleben. Die Experten weisen in ihrem Beitrag darauf hin, dass es wichtig sei, die Verknüpfung von lebensweltlichen und institutionellen Bildungsprozessen anzuerkennen. Denn häufig würden Medieninhalte dazu genutzt werden, um sie im Alltag in Handlungswissen umzufunktionieren.
Bildung wird von Bernward und Dagmar Hoffmann als "Sich-In-Beziehung-Setzen" beschrieben, der Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Fähigkeit der Selbstreflexion. Medienbildung kann genau diesen Prozess fördern, denn die Medienrezeption beinhaltet Potentiale für verschiedene Sozialisationsprozesse. Lehrer und Eltern können viele Angebote wahrnehmen, um ihre Medienkompetenz zu verbessern und wirklichkeitsgemäße Medienbildung zu vermitteln. Dazu gehören beispielsweise Seminare, Leitfäden oder Handbücher.
Die Autoren nehmen medienpädagogische Aufklärung dennoch als sehr zäh war, da Kinder- und Jugendliche oft noch Schwierigkeiten bei der korrekten Mediennutzung aufweisen. Doch wird in dem Beitrag betont, dass in der medienpädagogischen Forschung und Praxis bereits viel erreicht wurde: Medienpädagogen konnten vermitteln, dass es wichtig ist, eigenes Medienhandeln zu reflektieren und sie haben auch auf das Problem der digitalen Kluft hingewiesen. Dadurch wird unter anderem verdeutlicht, dass Rezipienten, die digitale Technologien gut nutzen können, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Medienerziehung, denn damit sollen bildungsbenachteiligte Zielgruppen angesprochen werden. Die Autoren bemängeln allerdings, dass es in Deutschland häufig an organisatorischen Rahmenbedingungen in Bildungseinrichtungen fehlen würde, so dass eine nachhaltige Medienerziehung erschwert würde. Der Hauptkritikpunkt der Autoren in diesem Kontext ist: Es sei in Deutschland noch immer nicht erkannt, dass Medien einen pädagogischen Wert haben.
Die genannten Kritikpunkte führten im März 2009 dazu, ein "Medienpädagogisches Manifest" zu verfassen und damit die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" ins Leben zu rufen. Derzeit haben knapp 1000 Personen sowie Institutionen und Dachverbände aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen das Manifest unterzeichnet. Gefordert wird darin unter anderem eine dauerhafte Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen. Zudem sollten medienpädagogische Programme in den Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie in der Jugend- und Elternbildung verstärkt werden. Ein langfristiges Ziel ist es, ein breites gesellschaftliches Bündnis für Medienkompetenzförderung in Deutschland zu schließen. Im März 2011 wird daher der bundesweite, bildungspolitische Kongress "Keine Bildung ohne Medien!" an der Technischen Universität in Berlin stattfinden.
Den Kurzbeitrag "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" bieten wir Ihnen auch als Download an.