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Studieren im Web 2.0 - Studienbezogene Web- und E-Learning-Dienste
von: Bernd Kleimann, Murat Özkilic, Marc Göcks, Hochschul-Informations-System GmbH, Multimedia Kontor Hamburg vom 12.12.08
Laut der Studie "Studieren im Web 2.0" der Hochschul-Informations-System GmbH und des Multimedia Kontors Hamburg bewegt sich die Mehrheit der deutschen Studierenden (73%) täglich zwischen einer und drei Stunden aktiv im Internet - ein knappes Viertel (23 %) sogar zwischen vier bis sechs Stunden am Tag.
Im Fokus der vorliegenden Untersuchung stand die Frage, wie Studierende Internetanwendungen und E-Learning-Angebote in der Hochschullehre beurteilen und welchen Einfluss die jungen Nutzer auf die Entwicklung netzgestützter Lehr- und Lernformen an Hochschulen haben. Es werden Informationen dazu bereitgestellt, wie Studierende an den öffentlichen und privaten deutschen Hochschulen diese Angebote nutzen und wie nützlich diese für ihr Studium sind. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist, für wie vertrauenswürdig sie die Informationen bekannter Wissensportale halten.
Zu den Nutzungsgewohnheiten von Wikis, Blogs oder Social Communities - privat und in Lehrveranstaltungen - wurde belegt, dass die Studierenden besonders häufig auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Social Communities wie StudiVZ, FaceBook, MySpace oder Xing zugreifen. Dort kommunizieren sie überwiegend mit Freunden, tauschen sich aber auch mit Kommilitonen über Themen des Studiums aus.
Es wurde weiterhin nach der Kenntnis und Nutzung "älterer" E-Learning-Formen oder nach der Verlässlichkeit netzgestützter Informationsquellen aus Sicht der Studierenden gefragt. Dabei zeigte sich, dass sich an der Nutzungshäufigkeit von E-Learning-Formen wie lehrveranstaltungsbegleitenden Materialien, netzgestützten Seminaren oder virtuellen Laboren seit einer HISBUS-Erhebung aus 2004 kaum etwas verändert hat. Allerdings fällt die Nutzung vor allem der digital bereitgestellten Lernmaterialien heute deutlich intensiver aus, was auf das große Angebot von Selbst-Test-Möglichkeiten und elektronischen Übungsumgebungen zurückzuführen sein dürfte.
Weiterhin werden Angaben zur Einschätzung der Nützlichkeit und zu den studienbezogenen Zwecken von digitalen Anwendungen und Diensten, die Studierende damit verfolgen, bereitgestellt.
Zur Methode: Es wurde eine Online-Befragung mit Studierenden aus dem HISBUS Studierenden-Panel durchgeführt. Es konnten Antworten von 4.400 deutschen Studierenden innerhalb des Erhebungszeitraums von vier Wochen im September und Oktober 2008 in die Untersuchung einbezogen werden. Die Erhebung ist im Hinblick auf die genannten Strukturmerkmale für deutsche Studierende repräsentativ.
HISBUS ist ein von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH durchgeführtes und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt. Ziel des Projekts ist es, Kenntnisse und Erfahrungen der Studierenden aktuell und schon im Vorfeld von Entscheidungen in die Diskussion in Parlamenten, Ministerien und Hochschulen einfließen zu lassen. Das HISBUS-Panel ist als virtuelles Studierendendorf konzipiert: Die Panelisten sind so ausgewählt, dass sie möglichst exakt die Wirklichkeit der Studierenden insgesamt abbilden.
"Studieren im Web 2.0 - Studienbezogene Web- und E-Learning-Dienste" herunterladen
(pdf, 1.332 MB)
Mehr Infos finden Sie unter:
https://hisbus.his.de
Im Angebot der SDC seit 12.12.08 (sbe)
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- Universitäten, E-Learning
studiVZ, Facebook, MySpace: Erste Studie zu Social Networking Sites in Österreich
von: Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs, Universität Salzburg
Quelle: Pressemitteilung vom 19.01.09
An der von der eTheory Forschungsgruppe (Universität Salzburg, ICT&S Center) durchgeführten Studie
nahmen 674 Studierende aus Salzburg teil. 88.3% der Befragten nutzen die Plattform
studiVZ, 39.5% Facebook, 15.9% MySpace, 9.0% Xing, 7.4% Lokalisten. 61 weitere Social Networking Sites
(SNS) werden von jeweils weniger als 1% genutzt. Studienleiter Privatdozent Dr. Christian
Fuchs meint dazu: Es gibt Anzeichen für eine starke medienökonomische Konzentration im
Bereich der SNS. Einerseits hinsichtlich der Nutzung, dadurch aber andererseits auch in
Bezug auf die Gewinne durch Werbeeinnahmen".
Als größten Vorteil von SNS nennen 59.1% die Aufrechterhaltung von Kontakten über das
Internet, als größten Nachteil 55.7% die Gefahr der ökonomischen und politischen
Überwachung. Fuchs: Studierende sind sich sehr bewusst über die massive Sammlung
persönlicher Daten auf diesen Plattformen, nutzen diese aber, da die erwarteten
kommunikativen Vorteile für die meisten im Vordergrund stehen. Dies bedeutet nicht einen
unvorsichtigen Umgang, sondern deutet auf einen strukturellen Mangel an alternativen
Plattformen hin. Nichtkommerzielle, nichtgewinnorientierte Plattformen brauchen die Daten
der NutzerInnen nicht für personalisierte Werbung auszuwerten, dadurch sinkt die
Wahrscheinlichkeit der Überwachung und des Datenmissbrauches. Solche Plattformen gibt es
derzeit aber kaum bzw. sind sie völlig unbekannt, daher sind junge Menschen als
Hauptnutzergruppe von Social Networking Sites auf die Verwendung von kommerziellen
Internetdiensten angewiesen, die Daten sammeln, auswerten und dadurch in der Form von
personalisierter Werbung Gewinne erzielen".
81.8% der Befragten haben nur wenig Wissen über konkrete Entwicklungen im Bereich der
Datenüberwachung in Europa (Z.B. Vorratsdatenspeicherung, Sicherheitspolizeigesetz).
67.4% sehen jedoch das Thema Überwachung kritisch oder sehr kritisch. 88.7% der studiVZ
NutzerInnen haben gutes oder sehr gutes Wissen darüber, was mit ihren Daten auf der
Plattform geschieht. Bei MySpace sind dies nur 49.5% und bei Facebook 34.1%.
Durchschnittlich 67.4% der studiVZ Nutzer haben die Werbeoptionen deaktiviert, auf
Facebook sind dies 35.9% und bei MySpace 22.6%. Fuchs: Studierende sind generell
kritisch gegenüber Überwachung, haben aber wenig konkretes Wissen über geltende
politische Rahmenbedingungen. Das eher hohe Wissen über studiVZ und das eher kritische
Informationsverhalten auf dieser Plattform im Gegensatz zu Facebook und MySpace kann
damit erklärt werden, dass die Änderung der Nutzungsbedingungen von studiVZ Anfang
2008, die personalisierte Werbung ermöglichte, von einer Informationskampagne unter
Studierenden auf der Plattform begleitet wurde und zu öffentlichen Diskussionen geführt hat,
in denen studiVZ als das ‚SchnüffelVZ' präsentiert wurde. Diese Kampagne kann als eine
Form der fragmentierten Öffentlichkeit interpretiert werden und war daher nur beschränkt
erfolgreich. Trotzdem hat sie offenbar dazu geführt, dass sich die meisten Studierenden genau
über die neuen Nutzungsbedingungen informiert haben und die Standardwerbeoptionen auf
studiVZ deaktiviert haben, was bei anderen Plattformen nicht der Fall war".
Die Studie empfiehlt, dass BürgerInnen kommerziellen Internetplattformen, die auf der
Speicherung persönlicher Daten basieren, grundsätzlich kritisch gegenübertreten und dass
durch den Aufbau spezieller Konsumentenschutzwebseiten öffentlich dokumentiert wird,
welche Rechte im Umgang mit Daten sich derartige Plattformen durch ihre
Nutzungsbedingungen einräumen. Christian Fuchs: Es gibt viele Beispiele dafür wie mit
Hilfe von Webseiten von Betroffenen versucht wird, Überwacher zu überwachen. Dies kann
einen gewissen Schutz durch öffentliche Information bieten, hat aber auch Limitierungen,
denn das Grundproblem ist, dass wir in einer Zeit leben, in der es einerseits große
kommerzielle Interessen an Datensammlung und Datenauswertung gibt und andererseits nach
9/11 stetig immer mehr politische Schritte zur Schaffung eines gläsernen Menschen gesetzt
wurden. Das sind politisch-ökonomische Probleme, keine technischen".
Die Erkenntnisse aus der vorliegenden Studie werden in das gerade anlaufende europaweite
Forschungsprojekt Living in Surveillance Societies" der European Science Foundation
eingehen, in dem Christian Fuchs mit dem Team der eTheory Forschungsgruppe für
Österreich vertreten ist.
Kontakt:
Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs
Universität Salzburg
ICT&S Center
Sigmund Haffner Gasse 18
5020 Salzburg
christian.fuchs@sbg.ac.at
+43 662 8044 4823
Die Studie wird unter der
Creative Commons License zum Download in englischer Sprache zur Verfügung gestellt.
"studiVZ, Facebook, MySpace: Erste Studie zu Social Networking Sites in Österreich" herunterladen
(pdf, 5.777 MB)
Im Angebot der SDC seit 26.01.09 (kkz)
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- Jugendschutz, Universitäten, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Neue Technologien
Horizon Report 2009: Cloud Computing und mobile Endgeräte gehören zu den Technologien der Zukunft
von: Multimedia Kontor Hamburg GmbH & the New Media Consortium
Quelle: New Media Consortium (NMC) vom 08.07.09
Der Horizon (übersetzt: Horizont) Report 2009 wurde von dem New Media Consortium und der gemeinnützigen Gesellschaft "EDUCAUSE Learning Initiative" erstellt und berichtet über das Horizon Projekt, das sich mit neuen Technologien aus den Bereichen Lehre, Lernen oder Forschung auseinandersetzt. Vorgestellt werden in diesem 6. Jahresbericht neue Technologien und Anwendungen, die in den nächsten Jahren ihren Nutzen finden werden. Zudem werden Trends und Entwicklungen im Bereich der Hochschullehre aufgezeigt.
Zu den zukunftsweisenden Technologien gehören laut Forschungsbericht mobile Endgeräte wie Mobiltelefone oder Cloud (übersetzt: Wolke) Computing: Darunter wird ein Konzept verstanden, bei dem Daten und Anwendungen sich nicht auf einem lokalen Rechner, sondern in einem Netzwerk verbundener Server befinden. Weitere Technologien der Zukunft könnten smart objects (intelligente Objekte) sein, dabei handelt es sich um Technologien, die Objekte dazu bringen können, sich mit anderen Informationen zu verknüpfen oder ihre geografische Lage zu erkennen. Die Herausforderungen in der Lehre bestehen laut des Horizon Berichts darin, dass Hochschuleinrichtungen veraltetete Lernmaterialien benutzen. Zudem müssen immer mehr Daten der Studierenden erfragt und verwaltet werden und Studenten müssen umfassende technologische Fähigkeiten erwerben.
Mobile Endgeräte finden schon bald einen verstärkten Einsatz in der Lehre und Forschung, da sie die Anwendungsmöglichkeiten und die Flexibilität des Studierenden und Lehrenden erhöhen: Die Anwendungen von Mobilfunkgeräten beinhaltet die Nutzung von Werkzeugen zum Rechnen oder die Erstellung von Checklisten, außerdem können Videos, Töne und Bilder aufgenommen werden und der Zugang ins Internet ist ebenfalls möglich. Mobile Endgeräte werden beispielsweise in den Mathematikwissenschaften eingesetzt, wenn Studierende ihre iPhones in Computer umwandeln, oder in den Musikwissenschaften, beim Komponieren von Musikstücken.
Cloud Computing ist hingegen ein Service, der in drei unterschiedliche Formen umgesetzt werden kann: Die erste Form dient dazu, das Netzwerk unter anderem für eine erhöhte Datenspeicherung zu nutzen. Der zweite Typus konzentriert sich auf die Bereitstellung des technischen Equipments, um die Anwendung zu ermöglichen und die dritte Form des Services bietet nur Rechenleistungen an. Der Nachteil von Cloud Computing ist, das Daten nicht auf einem Computer gespeichert werden, sondern sie werden einer Cloud anvertraut. In Lehre und Forschung kann Cloud Computing jedoch Kosten senken und Gruppenarbeit fördern. In der Wissenschaft wird CloudComputing bereits bei dem Projekt Science Clouds eingesetzt: Forscher können Arbeitsspeicher innerhalb der Cloud namens Nimbus nutzen. Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Horizon Reports entnehmen Sie bitte dem Download.
"Horizon Report 2009: Cloud Computing und mobile Endgeräte gehören zu den Technologien der Zukunft" herunterladen
(pdf, 0.859 MB)
Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.nmc.org
Im Angebot der SDC seit 08.07.09 (yze)
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Themenbereiche:
- Universitäten, Forschung, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein, Vernetzung und Kooperation