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Positionspapier zum elektronischen Personalausweis

vom 14.11.08

Titelblatt des Positionspapiers zum elektronischen Personalausweis
© Stiftung Digitale Chancen, DSiN, FSM
Der elektronische Personalausweis (ePA) soll ab dem Jahr 2010 eingeführt werden und sukzessive den bisherigen Personalausweis ersetzen. Er umfasst einen optionalen elektronischen Identitätsnachweis zur Erleichterung elektronischer Geschäftsvorfälle und Verwaltungsvorgänge. Derzeit ist der ePA zwar bereits als für Kinder beantrag- und ausstellbar vorgesehen. Eine Aktivierung des elektronischen Identitätsnachweises (eID - keine offizielle Abkürzung) ist jedoch derzeit nur für Minderjährige ab 16 Jahren vorgesehen, vgl. §10 Abs. 2 des Gesetzentwurfs. Demnach steht die Möglichkeit der elektronischen Identifizierung über ein Lesegerät einem Minderjährigen unter 16 Jahren nach dem geplanten Gesetzentwurf nicht zur Verfügung.

Die geradezu explosionsartig steigenden Nutzungszahlen etwa von Community-Plattformen für Minderjährige haben jedoch gezeigt, dass ein Bedarf besteht, auch jüngere Minderjährige zuverlässig identifizieren zu können. Es sind Einsatzmöglichkeiten des ePA z.B. für zwischen 12- und 16-Jährige denkbar, die nicht die Gefahr beinhalten, das Vertrauen in das Dokument zu schädigen, wie es im Grobkonzept des BMI befürchtet wird. Durch die vergleichsweise flexible Technik eröffnen sich hier Chancen für den Jugendmedienschutz, die bei dem geplanten Ausschluss von unter 16-Jährigen nicht genutzt werden könnten.

In dem Positionspapier, das von der Stiftung Digitale Chancen gemeinsam mit dem Verein Deutschland sicher im Netz (DSiN) e. V. und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) e. V. erarbeitet wurde, werden beispielhaft einige Modelle skizziert, die zeigen sollen, dass eine genaue Analyse und Risikoabwägung hinsichtlich einer Absenkung der Altersgrenze zu Nut-zungsmöglichkeiten der eID, etwa im Rahmen eines Gutachtens, erfolgen sollte, bevor diese im Gesetz fixiert wird. Die Beispiele sollen dabei Möglichkeiten anregen; deren genaue Gestaltung muss einem detaillierten Risikovergleich der Alternativen vorbehalten bleiben. Bei der Analyse wird auch zu berücksichtigen sein, ob und inwieweit die Einführung neuer Technologien die Nutzbarkeit bestimmter Angebote einschränkt mit der Folge, dass Nutzer auf Dienste von Anbietern ausweichen, die nicht den Regelungen des Gesetzes unterworfen sind (z. B. ausländische Angebote).

Das Positionspapier steht in einer Kurzfassung und als Langversion zur Verfügung. Für die Kurzfassung klicken Sie bitte hier.

Die Langversion steht unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung.

Download vorhanden  "Positionspapier zum elektronischen Personalausweis" herunterladen
(pdf, 0.438 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.digitale-chancen.de


Im Angebot der SDC seit 19.11.08 (jcr)

Verwandte
Themenbereiche:
Jugendschutz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche





studiVZ, Facebook, MySpace: Erste Studie zu Social Networking Sites in Österreich

von: Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs, Universität Salzburg
Quelle: Pressemitteilung vom 19.01.09


An der von der eTheory Forschungsgruppe (Universität Salzburg, ICT&S Center) durchgeführten Studie nahmen 674 Studierende aus Salzburg teil. 88.3% der Befragten nutzen die Plattform studiVZ, 39.5% Facebook, 15.9% MySpace, 9.0% Xing, 7.4% Lokalisten. 61 weitere Social Networking Sites (SNS) werden von jeweils weniger als 1% genutzt. Studienleiter Privatdozent Dr. Christian Fuchs meint dazu: Es gibt Anzeichen für eine starke medienökonomische Konzentration im Bereich der SNS. Einerseits hinsichtlich der Nutzung, dadurch aber andererseits auch in Bezug auf die Gewinne durch Werbeeinnahmen".

Als größten Vorteil von SNS nennen 59.1% die Aufrechterhaltung von Kontakten über das Internet, als größten Nachteil 55.7% die Gefahr der ökonomischen und politischen Überwachung. Fuchs: Studierende sind sich sehr bewusst über die massive Sammlung persönlicher Daten auf diesen Plattformen, nutzen diese aber, da die erwarteten kommunikativen Vorteile für die meisten im Vordergrund stehen. Dies bedeutet nicht einen unvorsichtigen Umgang, sondern deutet auf einen strukturellen Mangel an alternativen Plattformen hin. Nichtkommerzielle, nichtgewinnorientierte Plattformen brauchen die Daten der NutzerInnen nicht für personalisierte Werbung auszuwerten, dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit der Überwachung und des Datenmissbrauches. Solche Plattformen gibt es derzeit aber kaum bzw. sind sie völlig unbekannt, daher sind junge Menschen als Hauptnutzergruppe von Social Networking Sites auf die Verwendung von kommerziellen Internetdiensten angewiesen, die Daten sammeln, auswerten und dadurch in der Form von personalisierter Werbung Gewinne erzielen".

81.8% der Befragten haben nur wenig Wissen über konkrete Entwicklungen im Bereich der Datenüberwachung in Europa (Z.B. Vorratsdatenspeicherung, Sicherheitspolizeigesetz). 67.4% sehen jedoch das Thema Überwachung kritisch oder sehr kritisch. 88.7% der studiVZ NutzerInnen haben gutes oder sehr gutes Wissen darüber, was mit ihren Daten auf der Plattform geschieht. Bei MySpace sind dies nur 49.5% und bei Facebook 34.1%. Durchschnittlich 67.4% der studiVZ Nutzer haben die Werbeoptionen deaktiviert, auf Facebook sind dies 35.9% und bei MySpace 22.6%. Fuchs: Studierende sind generell kritisch gegenüber Überwachung, haben aber wenig konkretes Wissen über geltende politische Rahmenbedingungen. Das eher hohe Wissen über studiVZ und das eher kritische Informationsverhalten auf dieser Plattform im Gegensatz zu Facebook und MySpace kann damit erklärt werden, dass die Änderung der Nutzungsbedingungen von studiVZ Anfang 2008, die personalisierte Werbung ermöglichte, von einer Informationskampagne unter Studierenden auf der Plattform begleitet wurde und zu öffentlichen Diskussionen geführt hat, in denen studiVZ als das ‚SchnüffelVZ' präsentiert wurde. Diese Kampagne kann als eine Form der fragmentierten Öffentlichkeit interpretiert werden und war daher nur beschränkt erfolgreich. Trotzdem hat sie offenbar dazu geführt, dass sich die meisten Studierenden genau über die neuen Nutzungsbedingungen informiert haben und die Standardwerbeoptionen auf studiVZ deaktiviert haben, was bei anderen Plattformen nicht der Fall war".

Die Studie empfiehlt, dass BürgerInnen kommerziellen Internetplattformen, die auf der Speicherung persönlicher Daten basieren, grundsätzlich kritisch gegenübertreten und dass durch den Aufbau spezieller Konsumentenschutzwebseiten öffentlich dokumentiert wird, welche Rechte im Umgang mit Daten sich derartige Plattformen durch ihre Nutzungsbedingungen einräumen. Christian Fuchs: Es gibt viele Beispiele dafür wie mit Hilfe von Webseiten von Betroffenen versucht wird, Überwacher zu überwachen. Dies kann einen gewissen Schutz durch öffentliche Information bieten, hat aber auch Limitierungen, denn das Grundproblem ist, dass wir in einer Zeit leben, in der es einerseits große kommerzielle Interessen an Datensammlung und Datenauswertung gibt und andererseits nach 9/11 stetig immer mehr politische Schritte zur Schaffung eines gläsernen Menschen gesetzt wurden. Das sind politisch-ökonomische Probleme, keine technischen".

Die Erkenntnisse aus der vorliegenden Studie werden in das gerade anlaufende europaweite Forschungsprojekt Living in Surveillance Societies" der European Science Foundation eingehen, in dem Christian Fuchs mit dem Team der eTheory Forschungsgruppe für Österreich vertreten ist.

Kontakt:
Priv.Doz. Dr. Christian Fuchs
Universität Salzburg
ICT&S Center
Sigmund Haffner Gasse 18
5020 Salzburg
christian.fuchs@sbg.ac.at
+43 662 8044 4823

Die Studie wird unter der Creative Commons License zum Download in englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Download vorhanden  "studiVZ, Facebook, MySpace: Erste Studie zu Social Networking Sites in Österreich" herunterladen
(pdf, 5.777 MB)


Im Angebot der SDC seit 26.01.09 (kkz)

Verwandte
Themenbereiche:
Jugendschutz, Universitäten, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Neue Technologien





Englische Studie zum Thema "Cyberbullying": 30 Prozent der 11 bis 16-Jährigen wurden im Netz gemobbt

vom 20.11.09

Die englische Organisation Beatbullying setzt sich für die Bekämpfung von Mobbing ein und hat eine Studie zum Thema "Virtuelle Gewalt: Kinder vor Cyberbullying schützen" veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden zwischen November 2008 und Februar 2009 insgesamt 2,094 Kinder, die weiterführende Schulen besuchen und aus den englischen Bezirken Cambridge, Essex, Inner London, Kent, Middlesex, Surrey und South Yorkshire kommen, interviewt. Cyberbullying wird in diesem Zusammenhang definiert als die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere Mobiltelefone und Internet, um jemandem absichtlich wehzutun. Dazu gehören unter anderem: Falschmeldungen, Schmähanrufe oder schweigende Anrufe mit dem Mobiltelefon, außerdem beschämende Fotos oder Videos aufnehmen und diese über das Handy oder eine Webseite verbreiten.

Die Untersuchung zeigt, dass 30 Prozent der 11 bis 16-Jährigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Formen von Cyberbullying gemacht haben. Ein Viertel dieser Jugendlichen sagte, die Mobbingaktionen seien fortlaufend und nicht nur einmalig gewesen. Die am meisten verbreitete Form von Cyberbullying waren außerdem Falschmeldungen, 18 Prozent der Jugendlichen berichteten darüber, 13 Prozent gaben hingegen an, durch SMS oder E-Mails gemobbt worden zu sein und 8 Prozent der Jugendlichen hatten die Erfahrung gemacht, dass verletzende Kommentare über sie in Sozialen Netzwerken geschrieben wurden.

Laut der Studie erfahren Jugendliche, wenn es zu Cyberbullying kommt, Gewalt durch verschiedene Technologien und durch verschiedene Formen der Qual. Insbesondere fand Cyberbullying auf dem Portal von MSN Messenger sowie im Sozialen Netzwerk Bebo statt.: 18 Prozent der Jugendlichen identifizierten den MSN Service als Medium, durch das sie gemobbt wurden. Da dort sehr viel Bewegung herrscht und die Nutzer sehr schnell im Live-Chat reagieren können, ist dieses Phänomen laut Studie erklärbar.

Ein anderes Phänomen ist die Videoplattform YouTube, die es jedem, der einen Internetzugang hat, möglich macht, ein Video hochzuladen, dass Millionen von Nutzern wenige Minuten später sehen können. Während laut Studie 5 Prozent der Nutzer auf YouTube Mobbingopfer waren, sahen sieben Mal so viele dabei zu, wie andere Nutzer gemobbt wurden. Die Studie gibt bekannt, dass 62 Prozent derjenigen Kinder, die kontinuierlich Cyberbullying erfahren hatten, es als eine Erweiterung des Mobbings, das sie in der Schule oder an öffentlichen Orten erlebt hatten, ansahen. Nur 22 Prozent gaben an, sie seien erstmals per Handy oder das Internet gemobbt worden.

Ein weiteres Charakteristikum von Kindern, die fortwährend Cyberbullying erfahren ist, dass sie das Internet regelmäßig nutzen: Von den 1251 Kindern, die in der Befragung angaben, nie mit den neuen Medien gemobbt worden zu sein, nutzen 65 Prozent das Internet täglich und 29 Prozent nutzten es wöchentlich. Von den 158 Kinden, die angaben, fortwährend Cyberbullying erfahren zu haben, sagten indessen 78 Prozent, sie würden das Internet täglich nutzen und 19 Prozent gaben an, es wöchentlich zu nutzen. Weitere Informationen zur Studie "Virtuelle Gewalt: Kinder vor Cyberbullying schützen" entnehmen Sie bitte dem Download.



Download vorhanden  "Englische Studie zum Thema "Cyberbullying": 30 Prozent der 11 bis 16-Jährigen wurden im Netz gemobbt" herunterladen
(pdf, 0.714 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.beatbullying.org/docs/media-centre/press-releases/Nov09/vir tual-violence-report.html


Im Angebot der SDC seit 20.11.09 (yze)

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Internationale Aspekte, Informationsfreiheit, Jugendschutz, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Medienkompetenz, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein, Öffentlichkeitsarbeit





Pew Internet: 82 Prozent der Online-Teenager zwischen 14 und 17 Jahren nutzen Soziale Netzwerke

Quelle: Pew Internet & American Life Project vom 05.02.10

Das Pew Internet & American Life Project ist ein Projekt des nichtkommerziellen "Pew Research Centers" und hat aktuell eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Thema "Soziale Medien und junge Erwachsene" beschäftigt. Der Report setzt sich aus Erkenntnissen zusammen, die die Nutzung Sozialer Medien von Jugendlichen betreffen. Als Soziale Medien (Social Media) werden beispielsweise Soziale Netzwerke (Facebook oder MySpace), Wikis und Blogs verstanden.

Die Untersuchungsergebnisse von Jugendlichen stammen aus einer Erhebung, die zwischen Juni und September 2009 mit 800 Heranwachsenden zwischen 12 und 17 Jahren durchgeführt wurde. Die Ergebnisse von Erwachsenen sind einer Untersuchung entnommen, die zwischen August und September 2009 mit 2.253 Erwachsenen ab 18 Jahren durchgeführt wurde.

Die Studie zeigte: Annähernd 63 Prozent der jugendlichen Internetnutzer gehen jeden Tag ins Netz, 36 Prozent der Teenager surfen sogar mehrmals pro Tag im Internet und 27 Prozent sind einmal täglich online. Zudem zeigte die Befragung, dass 26 Prozent der Jugendlichen wöchentlich online sind. Unter den erwachsenen Internetnutzern sind hingegen 68 Prozent jeden Tag online, 21 Prozent gehen mehrmals pro Woche und 10 Prozent sind weniger als mehrmals pro Woche im Netz.

Laut Studie gehen jugendliche Internetnutzer, damit sind diejenigen unter 30 Jahren gemeint, nicht häufiger ins Internet als Nutzer, die 30 Jahre alt und älter sind. Dennoch: Erwachsene Internetnutzer, die zu Hause über eine Breitbandverbindung verfügen, und Erwachsene, die das Internet mit dem lokalen Funknetz W-LAN betreten, gehen unabhängig von ihrem Alter wesentlich häufiger ins Netz als andere Internetnutzer.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass annähernd 79 Prozent der Teenager ein iPod oder andere MP3-Player besaßen. Bereits eine Studie im September 2009 hatte Erwachsene zu ihrem Nutzungsverhalten im Hinblick auf technische Geräte wie Computer, Spielkonsolen und E-book Reader befragt. Damals hatte sich gezeigt, dass 43 Prozent der Befragten einen MP3-Player besaßen und nur 3 Prozent der Erwachsenen einen E-book Reader hatten.

Bei den Jugendlichen werden MP3-Player ebenfalls favorisiert, dreiviertel der 18 bis 24-Jährigen besitzen einen MP3-Player. Zudem haben 80 Prozent der Teenager zwischen 12 und 17 Jahren eine Spielkonsole wie beispielsweise Nintendo Wii, Xbox oder eine Play Station, Zum Vergleich: 37 Prozent der Erwachsenen berichten in der Studie, dass sie eine Spielkonsole wie Xbox oder Play Station besaßen und 18 Prozent waren im Besitz einer portablen Spielgerätes wie beispielsweise Nintendo DS.

Die aktuelle Untersuchung zeigte außerdem: Während 82 Prozent der Teenager zwischen 14 und 17 Jahren, die online waren, Soziale Netzwerke nutzten, waren ein wenig mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die zwischen 12 und 13 Jahre alt sind und im Netz surfen, in Sozialen Netzwerken angemeldet. Pew Internet & American Life Project gibt an, dass diese Ergebnisse im Licht der Altersbeschränkungen sinnvoll erschienen, diese legen fest, dass 12-Jährige davon ausgeschlossen sind, sich zu registrieren oder ihr Profil zu posten, aber nicht aktiv davon abgehalten werden. Weitere Informationen liefert das Download, das für Sie bereit gestellt ist.



Download vorhanden  "Pew Internet: 82 Prozent der Online-Teenager zwischen 14 und 17 Jahren nutzen Soziale Netzwerke" herunterladen
(pdf, 2.366 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://www.pewinternet.org/Reports/2010/Social-Media-and-Young-Adults. aspx


Im Angebot der SDC seit 05.02.10 (yze)

Verwandte
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Internationale Aspekte, Jugendschutz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein





EU Initiative klicksafe: Dossier zum Thema "Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Web"

Quelle: klicksafe vom 10.02.10

Am 9. Februar 2010 war wieder "Safer Internet Day". Der "Safer Internet Day" wird jährlich am zweiten Dienstag weltweit organisiert: Schulen, Initiativen oder Vereine veranstalten bunte Aktionen, die auf die Themen Internetsicherheit und Medienkompetenz aufmerksam machen. Partner des Netzwerks sind so genannte "Safer Internet Center", sie setzen gemeinsam das "Safer Internet Programme" der Europäischen Union um. In Deutschland hat diese Aufgabe der Verbund Safer Internet DE mit der EU-Initiative klicksafe übernommen.

Im Rahmen des Safer Internet Day 2010 hat klicksafe ein Dossier zum Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Internet veröffentlicht. Institutionen, Vereine und Autoren haben über ihre Erfahrungen und persönlichen Ansichten zu diesem Thema geschrieben. Das Dossier soll zum Nachdenken anregen und eine gesellschaftliche Auseinandersetzung anstoßen. Zudem wird deutlich, dass Datenschutz im Netz jeden Nutzer betrifft, einfache Beispiele dafür sind das Einrichten einer E-Mailadresse oder das Anlegen eines Profils in einem Sozialen Netzwerk, denn in beiden Fällen muss der Nutzer genau überlegen, was er von sich preisgibt.

Die Autoren des Dossiers beleuchten die Thematik auf mannigfaltige Weise: Kai Hanke (Referent für Medien, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.) verweist in seinem Bericht "Datenschutz 2.0 - Voraussetzungen für eine kinder- und jugendgerechte Informationsgesellschaft" darauf, dass alle Menschen heutzutage in einem digitalen Datengeflecht involviert sind und nennt Forderungen, wie Kinder und Jugendliche während der Netzkommunikation besser geschützt werden sollten.

Jutta Croll (Geschäftsführerin, Stiftung Digitale Chancen) verdeutlicht in ihrem Artikel "Von Schützern und Beschützern" den Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit und weist darauf hin, dass Datenschutz auch der Mitwirkung der Nutzerinnen und Nutzer bedarf. Bei ihnen ein Schutzbedürfnis zu entwickeln sei daher eine wichtige Aufgabe des Datenschutzes und der Vermittlung von Medienkompetenz.

Hingegen macht Prof. Dr. Klaus Neumann-Braun (Lehrstuhl für Medienwissenschaft, Universität Basel) in seinem Bericht "Gefühlte Privatheit im offenen Netz" darauf aufmerksam, dass Kinder und Jugendliche im Bereich Medienkompetenz oft auf sich allein gestellt sind. Der Autor ist der Meinung, dass Nutzer, die älter als 35 Jahre alt sind, auf Grund mangelnder Internetkenntnisse kaum in der Lage seien, Heranwachsende beim Surfen im Netz zu begleiten. Jugendliche würden eher ihre eigenen Erfahrungen im Netz sammeln, als von Eltern oder Pädagogen aufgeklärt zu werden.

Weitere Autoren des Dossiers sind Ilse Aigner (Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Gerhart Baum (Bundesminister a.D.), Dr. Alexander Dix (Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit), Dr. Kristina Köhler (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Peter Schaar (Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit).



Download vorhanden  "EU Initiative klicksafe: Dossier zum Thema "Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Web"" herunterladen
(pdf, 1.908 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
https://www.klicksafe.de/themen/aktuelles-thema/datenschutz-dossier/in dex.html


Im Angebot der SDC seit 10.02.10 (yze)
Safer Internet Day 2010

Safer Internet Day 2010


Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.


Verwandte
Themenbereiche:
Datenschutz, Jugendschutz, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Medienpädagogische Konzepte, Medienpädagogische Projekte





McAfee-Studie: 89 Prozent der US-amerikanischen Jugendlichen nutzen das Web für Hausaufgaben

von: Yvonne Zerbe
Quelle: McAfee vom 25.06.10


Das Unternehmen McAfee bietet Kunden Lösungen zum Schutz ihrer Computer und Netzwerke an und hat jetzt eine aktuelle Studie zum Thema "The Secret Online Lives of Teens" (auf Deutsch etwa: die geheimen Onlineleben von Jugendlichen) veröffentlicht. Die Studie hat das Online-Verhalten von 1.357 US-amerikanischen Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren, darunter 402 Jugendliche zwischen 10 und 12 Jahren, 593 Teenager im Alter von 13 bis 15 Jahren und 362 Teens im Alter von 16 bis 17 Jahren, beleuchtet. Die Studie zeigt: 59 Prozent der Befragten gaben an, das Internet seit fünf Jahren oder länger zu nutzen, und 58 Prozent der Befragten bezeichneten sich selbst als Intensivnutzer, da sie das Internet sechs oder sieben Tage in der Woche nutzen.

Wichtige Gründe für die Internetnutzung sind für Jugendliche die Aspekte Kommunikation, Spielen und Bildung. 89 Prozent der Befragten nutzten das Web, um für Hausaufgaben zu recherchieren. Die Nutzung Sozialer Netzwerke sind hingegen die am schnellsten wachsende Online-Aktivität: 81 Prozent der 16- bis 17-Jährigen berichteten, sie wären bei mindestens einem Netzwerk angemeldet. Im Hinblick auf den Einfluss der Eltern gaben insgesamt 91 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen an, ihre Eltern würden ihnen bei der Onlinenutzung Vertrauen entgegen bringen. Außerdem sagten 56 Prozent, ihre Eltern wüssten nur einige Details von dem, was sie online täten und 26 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, ihre Eltern hätten nicht genug Zeit, sie bei der Internetnutzung zu kontrollieren.

Bei der Studie gaben immerhin 56 Prozent der Jugendlichen an, sie würden ihre Online-Aktivitäten vor ihren Eltern geheim halten. 29 Prozent der Jugendlichen verstecken ihre Online-Aktivitäten, indem sie den Browser minimieren, wenn die Eltern in der Nähe sind, 20 Prozent verstecken und löschen schnell Textnachrichten und 21 Prozent entfernen die Browser-Chronik. Außerdem sagten 95 Prozent aller Heranwachsenden, sie würden sich sicher genug mit ihrer Fähigkeit fühlen, gefahrlos durchs Netz zu surfen. 52 Prozent der Studienteilnehmer gaben daher auch an, sie würden lediglich jemanden kennen, der Erfahrungen mit Cyberbullying, also mit dem Mobben und Ausgrenzen im Netz, gemacht hatte. Nur 29 Prozent der Befragten sagten, sie hätten damit auch schon selbst Erfahrungen gemacht. 25 Prozent der Jugendlichen sagten außerdem, sie stünden dem Problem Cyberbullying hilflos gegenüber und wüssten nicht, was in solch einer Situation zu tun sei.

Die Studie beleuchtet zudem das veränderte Nutzungsverhalten der Heranwachsenden im Vergleich zum Jahre 2008: 59 Prozent der 13- bis 17-Jährigen nutzten damals ein Soziales Netzwerk, heutzutage sind es schon 73 Prozent. Dieser Anstieg der Nutzung könnte laut Studie der Grund für den Anstieg der Preisgabe persönlicher Informationen sein. Insgesamt ist die Internetnutzung seit 2008 angestiegen, dies ist auch bedingt durch internetkompatible Smartphones und Spielkonsolen sowie durch die Zunahme von W-LAN Internetzugängen.

Mädchen sind laut Studie insgesamt online verletzbarer, da sie gerne miteinander kommunizieren und Informationen teilen. Die Zahlen zeigen: 25 Prozent der Mädels, inklusive 43 Prozent der jungen Frauen zwischen 16 und 17 Jahren, gaben an, sie würden online mit jemandem chatten, den sie nicht kennen. 35 Prozent der Jungen luden sich hingegen gerne Erwachseneninhalte herunter, insbesondere 45 Prozent der 16- bis 17-Jährigen. Weitere Ergebnisse der Studie "The Secret Online Lives of Teens" entnehmen Sie bitte dem Download, der in englischer Sprache für Sie bereit steht.



Download vorhanden  "McAfee-Studie: 89 Prozent der US-amerikanischen Jugendlichen nutzen das Web für Hausaufgaben" herunterladen
(pdf, 1.494 MB)


Mehr Infos finden Sie unter:
http://newsroom.mcafee.com/article_display.cfm?article_id=3659#


Im Angebot der SDC seit 25.06.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Jugendschutz, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Internet






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