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Das "The New Media Consortium" hat in Kooperation mit der EDUCAUSE Learning Initiative den "Horizon Report 2011" entwickelt. Der Report berichtet über Untersuchungsergebnisse, die den Einsatz von neuen Medien und neuen Technologien in den Bereichen Lehre, Lernen und kreative Forschung betreffen. Vorgestellt werden mediale Trends, die Reihenfolge der Vorstellung richtet sich nach der Einschätzung, wie bedeutend diese im Verlauf der nächsten fünf Jahre für Bildungsträger sein werden. Insgesamt präsentiert der Horizon Report 2011 sechs Trendtechnologien, die in drei Zeithorizonte eingeteilt wurden.
Der kurzfristige Zeithorizont sagt aus, dass die Technologien sich voraussichtlich in den nächsten zwölf Monaten durchsetzen werden. Zu diesen Techniken gehören elektronische Bücher und mobile Endgeräte. Der mittelfristige Horizont geht davon aus, dass die entsprechenden Techniken zwei bis drei Monate zur Etablierung brauchen. In diesen Bereich fallen Augmented Reality und Game-basiertes lernen. Der langfristige Zeithorizont geht davon aus, dass die entsprechenden technischen Entwicklungen vier bis fünf Jahre brauchen werden, um sich durchzusetzen. Dazu gehören gestenbasiertes Computing und Learning Analystics.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der deutschen Ausgabe des "Horizon Report 2011", die in Zusammenarbeit mit dem Multimedia Kontor Hamburg GmbH verfasst wurde und bei uns als Download erhältlich ist. Der Bericht steht unter Creative Commons Lizenz.
Die Initiative D21 hat im Rahmen des (N) Onliner Atlas 2011 eine Sonderstudie zum Thema "Digitale Medien in der Schule" veröffentlicht. Zur Datenerhebung wurden insgesamt 305 Interviews mit Lehrern durchgeführt. Alle teilnehmenden Pädagogen unterrichten mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer an Schulen in Deutschland, die zum Abitur führen. Untersucht wurden unter anderem die technische Ausstattung von Schulen, der Einsatz von Online-Angeboten im Unterricht und die Zufriedenheit mit technischer Ausstattung und Online-Angeboten.
Die Ausstattung der Schulen zeigt: 93,8 Prozent der Schulen sind mit Beamern ausgerüstet und 89,5 Prozent verfügen über Computer. An den Schulen werden jedoch Desktop-PCs und Laptops ganz unterschiedlich eingesetzt: In 88,5 Prozent der Schulen sind Desktop-PCs vorhanden, 23,9 Prozent der Schulen verwenden Notebooks und 4,3 Prozent setzten Netbooks (Mini-Laptops) ein. Die Schulen, die ihren Schülern die Computernutzung ermöglichen, sind mit einer unterschiedlichen Anzahl von Geräten versorgt: In 7,5 Prozent der Schulen steht jedem Schüler ein PC im Klassenzimmer zur Verfügung. 46,9 Prozent der Schulen bieten ihren Schülern einen zeitlich beschränkten und zentralen Zugang zu Computern, beispielsweise in der Schulbibliothek, an. In 10,5 Prozent der Schulen werden außerdem Computer gar nicht eingesetzt.
Die Sonderstudie hat auch den Einsatz elektronischer Hilfsmittel im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht beleuchtet: 73,8 Prozent der Schulen setzten in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) einen Computer ein und 65,3 Prozent der Schulen nutzen für die Unterrichtsgestaltung dieser Fächer einen Beamer. Die Häufigkeit der Nutzung veranschaulicht: Desktop-PCs werden von 24 Prozent der Schulen mehrmals in der Woche eingesetzt. Zum Vergleich: Notebooks kommen in 41 Prozent der Schulen mehrmals in der Woche in den MINT-Fächern zum Einsatz.
Die Untersuchung hat hinterfragt, wie sehr Eltern bereit sind, Schulen mit technischer Ausstattung finanziell zu unterstützten. Die befragten Lehrer erwarten, dass Eltern 121 Euro in die technischen Hilfsmittel ihrer Kinder an der Schule zu investieren bereit sind. Die Übersicht der alten und neuen Bundesländer macht Unterschiede deutlich: Lehrer in den neuen Bundesländern meinen, dass Eltern durchschnittlich 88 Euro pro Jahr für die Bildung ihres Kindes aufbringen würden. Die Lehrer in den alten Bundesländern gehen hier von 133 Euro aus.
Die Mehrheit der Lehrer nutzt zur Unterrichtsvorbereitung das Internet: 53,8 Prozent verwenden Wikipedia als Quelle, 52,8 Prozent forschen in Suchmaschinen und 36,4 Prozent erachten YouTube als wichtigen Bezugspunkt für die Unterrichtsplanung. Zudem forschen 43,3 Prozent der Lehrer bei Online-Angeboten von Verlagen nach Materialien für den Unterricht und 39,3 Prozent surfen auf Landesbildungsservern. Insgesamt 21 Prozent der Lehrer schauen sich für die Vorbereitung des Unterrichts auf dem Portal des sozialen Netzwerks Facebook um. Weitere Informationen zur Studie "Digitale Medien in der Schule" entnehmen Sie bitte dem Download.
Die Zeitschrift "Diskurs Kindheits- und Jugendforschung" hat im Sommer 2010 einen Beitrag der Autoren Bernward und Dagmar Hoffmann zum Thema "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" veröffentlicht. Die beiden Experten definieren darin den Begriff der "Medienpädagogik" und erklären die Bedeutung von "Medienerziehung", "Medienkompetenz" und "Medienbildung": So wird zunächst erläutert, dass die medienpädagogische Grundbildung ein wichtiger Bestandteil vieler kommunikations- und kulturwissenschaftlicher Lehrpläne sei. Das Ziel sollte es daher sein, den Rezipienten einen sozial- und ethisch verträglichen Umgang mit Medien vermitteln zu können.
Die Medienkompetenz wird von den Autoren als gesellschaftliche Schlüsselqualifikation verstanden. Traditionelle, analoge und digitale Medien bieten Rezipienten die Möglichkeit, Bildungsprozesse und Bildungserfahrungen zu erleben. Die Experten weisen in ihrem Beitrag darauf hin, dass es wichtig sei, die Verknüpfung von lebensweltlichen und institutionellen Bildungsprozessen anzuerkennen. Denn häufig würden Medieninhalte dazu genutzt werden, um sie im Alltag in Handlungswissen umzufunktionieren.
Bildung wird von Bernward und Dagmar Hoffmann als "Sich-In-Beziehung-Setzen" beschrieben, der Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Fähigkeit der Selbstreflexion. Medienbildung kann genau diesen Prozess fördern, denn die Medienrezeption beinhaltet Potentiale für verschiedene Sozialisationsprozesse. Lehrer und Eltern können viele Angebote wahrnehmen, um ihre Medienkompetenz zu verbessern und wirklichkeitsgemäße Medienbildung zu vermitteln. Dazu gehören beispielsweise Seminare, Leitfäden oder Handbücher.
Die Autoren nehmen medienpädagogische Aufklärung dennoch als sehr zäh war, da Kinder- und Jugendliche oft noch Schwierigkeiten bei der korrekten Mediennutzung aufweisen. Doch wird in dem Beitrag betont, dass in der medienpädagogischen Forschung und Praxis bereits viel erreicht wurde: Medienpädagogen konnten vermitteln, dass es wichtig ist, eigenes Medienhandeln zu reflektieren und sie haben auch auf das Problem der digitalen Kluft hingewiesen. Dadurch wird unter anderem verdeutlicht, dass Rezipienten, die digitale Technologien gut nutzen können, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Medienerziehung, denn damit sollen bildungsbenachteiligte Zielgruppen angesprochen werden. Die Autoren bemängeln allerdings, dass es in Deutschland häufig an organisatorischen Rahmenbedingungen in Bildungseinrichtungen fehlen würde, so dass eine nachhaltige Medienerziehung erschwert würde. Der Hauptkritikpunkt der Autoren in diesem Kontext ist: Es sei in Deutschland noch immer nicht erkannt, dass Medien einen pädagogischen Wert haben.
Die genannten Kritikpunkte führten im März 2009 dazu, ein "Medienpädagogisches Manifest" zu verfassen und damit die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" ins Leben zu rufen. Derzeit haben knapp 1000 Personen sowie Institutionen und Dachverbände aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen das Manifest unterzeichnet. Gefordert wird darin unter anderem eine dauerhafte Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen. Zudem sollten medienpädagogische Programme in den Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie in der Jugend- und Elternbildung verstärkt werden. Ein langfristiges Ziel ist es, ein breites gesellschaftliches Bündnis für Medienkompetenzförderung in Deutschland zu schließen. Im März 2011 wird daher der bundesweite, bildungspolitische Kongress "Keine Bildung ohne Medien!" an der Technischen Universität in Berlin stattfinden.
Den Kurzbeitrag "Jenseits des Palavers - Ein Plädoyer für eine bewusste Erziehung und Bildung mit Medien" bieten wir Ihnen auch als Download an.
Der Horizon (übersetzt: Horizont) Report 2009 wurde von dem New Media Consortium und der gemeinnützigen Gesellschaft "EDUCAUSE Learning Initiative" erstellt und berichtet über das Horizon Projekt, das sich mit neuen Technologien aus den Bereichen Lehre, Lernen oder Forschung auseinandersetzt. Vorgestellt werden in diesem 6. Jahresbericht neue Technologien und Anwendungen, die in den nächsten Jahren ihren Nutzen finden werden. Zudem werden Trends und Entwicklungen im Bereich der Hochschullehre aufgezeigt.
Zu den zukunftsweisenden Technologien gehören laut Forschungsbericht mobile Endgeräte wie Mobiltelefone oder Cloud (übersetzt: Wolke) Computing: Darunter wird ein Konzept verstanden, bei dem Daten und Anwendungen sich nicht auf einem lokalen Rechner, sondern in einem Netzwerk verbundener Server befinden. Weitere Technologien der Zukunft könnten smart objects (intelligente Objekte) sein, dabei handelt es sich um Technologien, die Objekte dazu bringen können, sich mit anderen Informationen zu verknüpfen oder ihre geografische Lage zu erkennen. Die Herausforderungen in der Lehre bestehen laut des Horizon Berichts darin, dass Hochschuleinrichtungen veraltetete Lernmaterialien benutzen. Zudem müssen immer mehr Daten der Studierenden erfragt und verwaltet werden und Studenten müssen umfassende technologische Fähigkeiten erwerben.
Mobile Endgeräte finden schon bald einen verstärkten Einsatz in der Lehre und Forschung, da sie die Anwendungsmöglichkeiten und die Flexibilität des Studierenden und Lehrenden erhöhen: Die Anwendungen von Mobilfunkgeräten beinhaltet die Nutzung von Werkzeugen zum Rechnen oder die Erstellung von Checklisten, außerdem können Videos, Töne und Bilder aufgenommen werden und der Zugang ins Internet ist ebenfalls möglich. Mobile Endgeräte werden beispielsweise in den Mathematikwissenschaften eingesetzt, wenn Studierende ihre iPhones in Computer umwandeln, oder in den Musikwissenschaften, beim Komponieren von Musikstücken.
Cloud Computing ist hingegen ein Service, der in drei unterschiedliche Formen umgesetzt werden kann: Die erste Form dient dazu, das Netzwerk unter anderem für eine erhöhte Datenspeicherung zu nutzen. Der zweite Typus konzentriert sich auf die Bereitstellung des technischen Equipments, um die Anwendung zu ermöglichen und die dritte Form des Services bietet nur Rechenleistungen an. Der Nachteil von Cloud Computing ist, das Daten nicht auf einem Computer gespeichert werden, sondern sie werden einer Cloud anvertraut. In Lehre und Forschung kann Cloud Computing jedoch Kosten senken und Gruppenarbeit fördern. In der Wissenschaft wird CloudComputing bereits bei dem Projekt Science Clouds eingesetzt: Forscher können Arbeitsspeicher innerhalb der Cloud namens Nimbus nutzen. Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Horizon Reports entnehmen Sie bitte dem Download.
Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Schülerhilfe eine Befragung zum Thema ‚Förderung an Deutschlands Schulen’ durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden folgende Fragen aus der Perspektive von Eltern und Lehrkräften fokussiert:
Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass Förderung an deutschen Schulen stark verbesserungswürdig ist: die befragten Eltern haben die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder als befriedigend eingestuft. Dies ist insoweit problematisch, da Förderung nur dann greifen kann, wenn Eltern und Lehrkräfte gut miteinander kooperieren. Dazu bedarf es einer professionellen Entwicklung von Förderplänen, da diese derzeit sehr selten eingesetzt werden.
Weiterhin sind lediglich 14,4% der Lehrkräfte mit diagnostischen Hilfsmitteln vertraut, die zur Entscheidung beitragen, ob ein Förderbedarf vorliegt – dies ist elementar für die Begründung und Kontrolle von Förderung. Sie geben weiter an, dass sie sich für keinen in der Befragung vorgegebenen Förderbereich gut vorbereitet fühlen – darunter fallen soziale Kompetenzen, Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung dazu: "Die durch das Bildungsbarometer aufgezeigten Problembereiche sind markant. Die Ergebnisse machen deutlich, warum Schule soziale Benachteilungen nicht auffangen kann. Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland und zur Sicherung von Chancengerechtigkeit."
Bei der Online-Befragung haben 1510 Personen den Fragebogen vollständig bearbeitet (510 Eltern und 545 Lehrkräfte).
Das Angebot zum Download der Studie ist mit ausdrücklicher Genehmigung des zepf erfolgt.