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Noch bedienen die Hersteller von Seniorenhandys eine Nische. Sie reiben sich jedoch bereits die Hände, denn der demographische Wandel und die immer älter werdende Gesellschaft formen einen wachstumsreichen Massenmarkt. Während die weltgrößten Handykonzerne weiterhin auf Hightech und technologischen Fortschritt setzen, überlassen sie mittelständischen Produzenten wie Fitage oder Emporia die Zielgruppe Senioren beinahe zur Gänze für sich. Diese haben sich erfolgreich in einem aussichtsreichen Markt positioniert und gehen nun in die Offensive.
Zukunftsmarkt mit wachsendem Potenzial
Mit großen Telefontasten, einer benutzerfreundlichen Menüsteuerung, Lieferverträgen mit Europas größten Mobilfunkern und einer weit auseinanderklaffenden Alterungsstatistik in der Hinterhand wollen die Anbieter von Seniorenhandys den Mobilfunkmarkt aufmischen. Bis 2050 klettert der Anteil der über 60-Jährigen etwa in Deutschland auf 37 Prozent, wie das Statistische Bundesamt aufzeigt. Nur jeder zweite Pensionist über 65 Jahre besitzt derzeit ein Handy. Das Markterschließungspotenzial ist somit anders als im Fall der überversorgten Zielgruppe junger Verbraucher noch enorm. Dessen sind sich auch die Netzbetreiber bewusst.
T-Mobile hat die Modelle von Emporia beispielsweise bereits im US- und Europa-Portfolio. In den kommenden Monaten dürfte auch Vodafone nachziehen. Emporia setzt neben einer leichten Bedienbarkeit der Geräte auf hohe Sprachqualität bei gleichzeitig ansprechendem Design und hat dem Handelsblatt zufolge im Vorjahr eine halbe Mio. Mobiltelefone für Senioren verkauft. Gemessen am gesamten Handymarkt ist der Absatz zwar noch verhalten. 2010 peilt der Hersteller jedoch bereits eine Verdoppelung an. Auch der Umsatz soll "Jahr für Jahr" verdoppelt werden, so das ambitionierte Ziel von Geschäftsführerin Eveline Pupeter-Fellner.
Software statt Hardware
Experten zufolge stellt der demographische Wandel alleine jedoch nicht unbedingt ein lupenreines Verkaufsargument für die Hersteller von Seniorenhandys dar. In wenigen Jahrzehnten stellen die heute jungen Verbraucher die Zielgruppe, sind dann aber mit dem Umgang mit herkömmlichen Handys und Smartphones vertraut.
Wettbewerbsvorteile würden somit vielmehr in der Entwicklung neuer Services und Applikationen sowie in der Weiterentwicklung von seniorentauglicher Software liegen als in neuer Hardware. So könnten zumindest eigene Kostenpositionen gegenüber der Konkurrenz gedrosselt werden. Ob Handyriesen wie Nokia ihren kleineren Konkurrenten dieses Feld jedoch weiterhin praktisch kampflos überlassen, bleibt vorerst offen.