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Pisa II: Initiative D21 fordert verstärkten Einsatz neuer Medien in der Bildung

Initiative D21
Quelle: PM Initiative D21 vom 07.12.04

Jürgen Gallmann
Anlässlich der Veröffentlichung der PISA II Studie fordert der stellvertretende Vorsitzende der Initiative D21 und Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland GmbH Jürgen Gallmann den verstärkten Einsatz von neuen Medien in der Schule sowie im vor- und außerschulischen Bereich.

PISA II attestiert Deutschland zwar leichte Verbesserungen in den untersuchten Kernbereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Insbesondere bei der Nutzung von Computern und der Erfahrung im Umgang mit neuen Medien besteht jedoch erheblicher Nachholbedarf gegenüber Schülerinnen und Schülern in den englischsprachigen und skandinavischen Staaten. Dort werden Computer im Unterricht bereits intensiv und auf vielfältige Weise eingesetzt. In Deutschland dagegen spielt die Schule nur eine geringe Bedeutung bei der Vermittlung von Computerkenntnissen, obwohl das Interesse an Computern bei deutschen Schülern überdurchschnittlich hoch ist: Nur 21% der Schüler nutzen den Computer im Unterricht regelmäßig. Schüler und Schülerinnen, die weder in der Schule noch in der Familie oder im Freundeskreis Gelegenheit haben, mit dem Computer vertraut zu werden, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

'Deutschland darf sich im internationalen Vergleich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben, wenn es um den selbstverständlichen Umgang mit Informationstechnologie in der Bildung geht. Vielmehr muss es unser Ziel sein, hier zukünftig Maßstäbe zu setzen. Der Umgang mit neuen Medien ist heute genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Medienkompetenz ist zur vierten Kulturtechnik geworden', so Gallmann. 'Der Einsatz von Computern ermöglicht neue Lernformen, die gezielt individuelle Stärken fördern und Schwächen ausgleichen können. Dies kommt vor allem Schülern mit besonderem Förderungsbedarf zu gute. Außerdem fördert die Nutzung von Informationstechnologie die Entwicklung wichtiger Sozialkompetenzen durch kollaboratives Lernen im Team. Neue Medien machen Lernen wieder zum Erlebnis, entfachen Neugier und motivieren damit Schüler. Und wer motiviert lernt, dem bleibt das Gelernte auch nachhaltig im Gedächtnis.'

Deshalb will die Initiative D21 zeigen, welche Möglichkeiten Informationstechnologie für die Wissensvermittlung bietet. Das Potenzial von Informationstechnologie muss insbesondere in der Bildung noch weitaus besser ausgeschöpft werden als bisher. Das umfasst weit mehr als die flächendeckende Ausstattung von Schulen und Hochschulen mit PCs.

  • Förderung frühkindlicher Bildung: Die Förderung von Wissbegier kann nicht früh genug erfolgen. Neue Medien können gerade im Alter von vier bis acht Jahren in Kombination mit herkömmlichen Methoden dazu beitragen, den natürlichen Lerndrang und die große Aufnahmebereitschaft der Kinder in vielfältiger Form zu unterstützen. Deshalb möchte die D21 insbesondere die Akzeptanz und den Einsatz von neuen Medien im vorschulischen Bereich fördern. Denn hier können mögliche Defizite, die aus unterschiedlicher sozialer Herkunft resultieren, besser ausgeglichen werden. So stellt auch die OECD-Kindergartenstudie zur frühkindlichen Bildung, die kürzlich vorgestellt wurde, fest, dass Deutschland mehr für die Qualität der vorschulischen Bildung tun muss. Versäumnisse in der frühkindlichen Entwicklung sind in späteren Jahren nur schwer auszugleichen.
  • Förderung neuer Lernformen: Auch später in der Schule können neue Medien einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Wissensvermittlung individueller, interaktiver und interessanter zu gestalten. Sie ermöglichen neue Lernmethoden wie kollaboratives Lernen, also das Lernen im Team, oder exploratives Lernen, das Lernen durch Herausfinden und Erforschen. Damit werden nicht nur Medienkompetenz, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamorientierung gefördert. Besonders das spielerische und entdeckende Erlernen kann bei richtigem Einsatz durch Informationstechnologie gefördert werden. Dies kommt der natürlichen Entwicklung des Kindes entgegen, es unterstützt den Drang zu Erforschen, neugierig zu sein.
  • Individuelle Förderung: Das Ganztagsschulen-Programm der Bundesregierung bietet hervorragende Möglichkeiten, neue Lernmethoden zu erproben. Dies unterstützt die Initiative D21 mit dem Projekt 'Innovative Ganztagsschule'. 'Individuelle Förderung' ist hier das entscheidende Stichwort. Denn beim Thema Ganztagsschule geht es nicht darum, den konventionellen Unterricht einfach auf den Nachmittag auszudehnen. Kinder und Jugendliche sollen ausprobieren, wie sie ihr Lernen und Arbeiten in der Schule eigenständiger gestalten können. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass ältere Schüler auf einer Homepage eine Bibliothek über interessante Berufsbilder und Erfahrungsberichte über Betriebe zusammenstellen, von denen andere Schüler dann profitieren.
  • Chancengleichheit durch außerschulische Bildungsangebote: Auch Pisa II zeigt wieder, dass sich in kaum einem anderen Land die soziale Herkunft so prägend auf den späteren Lebensweg auswirkt wie in Deutschland. Daher kommt der außerschulischen Bildung besondere Bedeutung zu, denn hier werden gerade Jugendliche aus sozial problematischem Umfeld erreicht. Ein gelungenes Beispiel für den Einsatz neuer Medien in diesem Bereich ist das D21 Projekt 'Bundesinitiative Jugend ans Netz'. Durch ein attraktives Leasingangebot können Jugendeinrichtungen sich mit den nötigen Geräten ausstatten und sie den Jugendlichen zur Verfügung stellen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Medienschulungen für deren erfolgreichen Abschluss die Jugendlichen Zertifikate erhalten.

Damit der Mehrwert von Informationstechnologie realisiert wird, fördert die Initiative D21 zurzeit rund 20 Modellprojekte für alle Alters- und Zielgruppen, mit denen neue Wege in der Bildung beschritten werden sollen. Es gibt also vielfältige Ansätze, die den Erfolg von Informationstechnologie auf Basis von Private Public Partnerships nachgewiesen haben.

Die Initiative D21 ist Deutschlands größte Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft (Public Private Partnership). In diesem 'Netzwerk für die Zukunft' initiieren und begleiten mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Unternehmen, Vereinen und anderen Einrichtungen gemeinnützige Projekte wie den Girls' Day oder den (N)ONLINER Atlas.

Mit ihrem Engagement wollen sie die Rahmenbedingungen für einen schnellen und erfolgreichen Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft verbessern und so Deutschland international wettbewerbs- und zukunftsfähiger machen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Schulen, Behörden, Verbände und Unternehmen zu einem souveränen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien zu befähigen.

Diese Schlüsselqualifikation fördert die Initiative D21 mit zielgruppengerechten Projekten zu den Themen: 'Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit', 'IT im Gesundheitswesen', 'Bildung, Qualifikation und Chancengleichheit' sowie 'eGovernment/Sicherheit und Vertrauen im Internet'. Dafür setzen sich unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder als Beiratsvorsitzender und zahlreiche deutsche Top-Managerinnen und Top-Manager ein. Die Initiative D21 ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Sie besteht seit 1999.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.initiatived21.de

Im Angebot der SDC seit 15.12.04

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Themenbereiche:
Bildungspolitik / Bildungswesen, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Sonderschulen, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Medienpädagogische Konzepte




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