AMSTERDAM, 20. Juni 2005 - Überregulierung und Zensur durch die Regierung sind in den Ländern Zentralasiens weit verbreitet und eine ernsthafte Gefahr für die neuen Medien in der entstehenden Internetszene, erklärte der für die Freiheit der Medien zuständige OSZE-Vertreter, Miklos Haraszti, im Anschluss an die dritte Internetkonferenz in Amsterdam vom 17. bis 18. Juni.
"In den zentralasiatischen Ländern ist Online-Information die wichtigste Quelle für pluralistische Informationen. Jede Überregulierung, jedes Filtern und jegliche Zensur durch die Regierung ist inakzeptabel. Die Bürger müssen das Recht haben, selbst zu entscheiden, was sie im Internet aufrufen und ansehen wollen."
Auf der vom OSZE Medienvertreter organisierten Konferenz trafen sich internationale Experten aus den Bereichen Menschenrechte und Internet aus West- und Osteuropa, dem Kaukasus, Zentralasien und Nordamerika.
Der Vertreter der OSZE im Bereich Medienfreiheit und die in Paris ansässige Organisation 'Reporters sans frontières' (Reporter ohne Grenzen) gaben eine gemeinsame Erklärung zur Medienfreiheit im Internet heraus. Hierin werden die sechs wichtigsten Prinzipien für den Schutz der Medienfreiheit im Internet aufgeführt. Darüber hinaus wird betont, dass die Bürger in einer demokratischen und offenen Gesellschaft selbst entscheiden, was sie im Internet aufrufen und ansehen wollen. Jegliches Filtern oder Bewerten von Online-Inhalten durch Regierungsstellen ist inakzeptabel, ebenso wie die Forderung, dass Websites bei den Behörden angemeldet werden müssen, so die Erklärung.
Die Freiheit des Internet wird auch der Schwerpunkt einer Medienkonferenz im Südkaukasus und Zentralasien im Herbst sein. "Ich hoffe, dass wir zusammen mit den Journalisten aus diesen Ländern einige hilfreiche Leitlinien zur Freiheit der Internetmedien erarbeiten können," erklärte Haraszti.
Mehr Informationen über die Konferenz finden Sie unter dem angegebenen Link.
Das Pdf zur Erklärung können Sie
hier downloaden.