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Zum Weltverbrauchertag 2007 warnen Verbraucherschützer vor Abzocke im Internet

Quelle: PM Verbraucherzentrale NRW vom 15.03.07

Zweifelhafte Firmen nutzen das Internet für höchst fragwürdige Lockangebote und ziehen neugierigen Nutzern - in erster Linie Jugendlichen - mit vermeintlich kostenlosen Diensten das Geld aus der Tasche. Bei der Verbraucherzentrale NRW häufen sich Beschwerden über Abzockmethoden im Netz - 5.450 Anfragen zu dubiosen Angeboten und drastisch verfassten Zahlungsaufforderungen zählten die Verbraucherschützer allein zwischen Mitte Februar und Mitte März 2007.

Die Dreistigkeit der Dienste, arglose Kunden mit zweifelhaften Informationen zu überziehen und ihnen dafür auch noch Geld abzuknüpfen, treibt uns dazu, vor den Tricks von Internet-Abzockern öffentlich zu warnen und Verbrauchern zu raten, die Finger von scheinbar kostenlosen Angeboten zu lassen, erläutert Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, das diesjährige Thema des Weltverbrauchertags am 15. März.

Gemeinsam mit klicksafe, dem EU-Projekt für mehr Sicherheit im Internet, fordert die Verbraucherzentrale NRW von den Betreibern einschlägiger Websites, den gesetzlichen Minderjährigenschutz nicht zu unterlaufen und fragwürdige Angebote Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugänglich zu machen. Um Abzocke von vornherein auszuschließen, müssen Anbieter zudem vor der Anmeldung darauf hinweisen, dass Infos, Prognosen, Tests und Preisvergleiche nicht zum Nulltarif zu haben sind.

Die Abzocke lauert im Kleingedruckten und ist beim ersten Klick auf eine Seite in der Regel nicht zu sehen. Nutzer müssen auf der entsprechenden Seite erst ganz nach unten scrollen, das Kleingedruckte lesen und die Teilnahmebedingungen extra anklicken, um Kosten und Tücken überhaupt zu erkennen, entlarvt Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und zuständig für klicksafe, einschlägige Seiten im Internet. Was dort an scheinbar reizvollen Diensten angeboten wird, häufig auch noch gekoppelt an ein Gewinnspiel, entpuppt sich in den meisten Fällen als Kosten- oder gar mehrjährige Abo-Falle, in die viele Nutzer arglos hineintappen. Wer der eigenen Neugierde nach- und persönliche Daten - also Namen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse - online in ein Formular eingibt, um etwa mehr über die eigene Intelligenz, Abstammung oder erotische Ausstrahlung zu erfahren, hängt fest an der Angel. Zu dieser Erkenntnis kommen Betroffene jedoch erst Tage oder Wochen später, wenn eine Rechnung vorliegt, bei der Summen zwischen 30 und 200 Euro oftmals im Voraus verlangt werden.

Internet-Nutzer dürfen sich von vermeintlichen Gratis-Angeboten nicht blenden lassen. Bevor man sich online registriert, sollte man stets das Kleingedruckte lesen, rät Ulrike Brunswicker-Hoffmann, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle in Düsseldorf zum aufmerksamen Studium sämtlicher Teilnahmebedingungen: Lange Vertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen weisen auf einen dauerhaften Abo-Abschluss hin, der stark ins Geld gehen kann.

Wer auf fragwürdige Internetangebote hereingefallen ist, kann in vielen Fällen von seinem zweiwöchigen Widerrufsrecht Gebrauch machen und schriftlich vom Vertrag zurücktreten. Bei Minderjährigen ist ein abgeschlossener Vertrag ohne Einverständnis der Erziehungsberechtigten sowieso unwirksam. Betroffene sollten sich von Betreibern zudem nicht unter Druck setzen lassen. Flattert eine Mahnung oder ein Inkassoschreiben ins Haus, können wir in vielen Fällen helfen. Denn oftmals ist gar kein kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen, so Brunswicker-Hoffmann.

Um dubiosen Internet-Anbietern ins üble Handwerk zu pfuschen, haben die Verbraucherzentrale NRW und die Initiative klicksafe die wichtigsten Tricks und Tipps zu Abzockmethoden in dem Faltblatt 'Erst durchblicken - dann anklicken' zusammengestellt, dass hier heruntergeladen werden kann (Link öffnet Klicksafe-Webseite in neuem Fenster).


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.verbraucherzentrale-nrw.de

Im Angebot der SDC seit 22.03.07 (jch)

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Themenbereiche:
Datenschutz, Verbraucherschutz, Jugendschutz, E-Commerce




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