|
![]() |
|
||||
|
Start |
||||||

Meine Damen und Herren,
"Internet erfahren" - so heißt die neue Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, mit der wir die Digitale Integration in Deutschland weiter voranbringen wollen.
Knapp zwei Drittel der deutschen Bevölkerung (ab 14 Jahre), nämlich 65,1% nutzen bereits das Internet. So lautet das zentrale Ergebnis des (N)ONLINER Atlas vom vergangenen Jahr. Es ist gut möglich, dass wir die Zweidrittel-Marke inzwischen schon überschritten haben. Das werden wir im kommenden Monat wissen, wenn der (N)ONLINER 2009 vorgestellt wird.
Sicherlich hat sich die Internetnutzung in Deutschland in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. 2003 zum Beispiel gehörte erst die Hälfte (50,1%) der Bevölkerung zu den Onlinern. Mancher mag sich vielleicht sogar fragen, ob angesichts der Entwicklung eine staatliche Initiative wie "Internet erfahren" überhaupt noch nötig ist.
Sie ist notwendig! Denn: Rund 30 % nutzen das Internet nicht - und, schlimmer noch, planen dies auch nicht für die nächste Zeit, auch dies ein Ergebnis des letzten (N)ONLINER Atlas. Für diese 30 % der Bevölkerung kann von Chancengleichheit in unserer Informations- und Wissensgesellschaft keine Rede sein. Das muss man so deutlich sagen. Der kompetente Umgang mit dem Internet ist heute aber eine Schlüsselqualifikation, die schon bald so wichtig sein wird wie die Fähigkeit zu lesen. Sie ist immer mehr Voraussetzung für Chancengleichheit im Beruf und Leben geworden. Das alltägliche Leben wird zunehmend vom Internet durchdrungen.
Die Digitale Integration bedeutet für die Menschen in der Regel eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität. In immer mehr Arbeitsbereichen werden bei der Besetzung von Stellen PC- und Internetkenntnisse vorausgesetzt. Als Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium muss ich hinzufügen: Nicht zuletzt geht es dabei auch um den Standort Deutschland und um die Sicherung unseres Wohlstandes: Eine wissensbasierte Volkswirtschaft wie die deutsche benötigt internetkundige Arbeitnehmer und Verbraucher, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Die Bundesregierung hat somit eine ganze Reihe von guten Gründen, die Digitale Integration weiterhin als wichtige Aufgabe zu betrachten.Es gilt, die "Integration von Bürgerinnen, Bürgern und Staat in die Informationsgesellschaft zu beschleunigen". So steht es wörtlich im Aktionsprogramm der Bundesregierung "iD2010 - Informationsgesellschaft Deutschland 2010".
Das Bundeswirtschaftsministerium hat bisher schon einiges unternommen, um die Nutzung des Internet weiter voran zubringen.
So veranstalten wir in diesem Jahr z. B. bereits zum sechsten Mal den Wettbewerb "Wege ins Netz". Mit dem Wettbewerb wollen wir vorbildliche Initiativen und Aktionen ermitteln, die die Internetnutzung fördern - und zwar insbesondere in solchen gesellschaftlichen Gruppen, die bisher im Netz noch unterrepräsentiert sind. Die prämierten Projekte sollen eine Signalwirkung für die Öffentlichkeit haben und andere Akteure zur Nachahmung anregen. Bewerbungsschluss ist der 17. Juli 2009.
Mit der Initiative "Internet erfahren" verfolgt das BMWi gesellschafts- und wirtschaftspolitische Anliegen, die über die bloße Erhöhung des Onliner-Anteils in der Bevölkerung hinaus gehen. Und wir müssen hier auch an die Qualität, an die Art der Internetnutzung denken. Wir wollen dabei auch neue Wege gehen.
Die Partner, mit denen wir die Initiative durchführen, haben in einer EU-weiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten. Sie verantworten unterschiedliche Programmteile der Initiative:
Die Service GmbH der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. - BAGSO - wird im Programm-Teil "Erlebnis Internet" in erster Linie ältere Menschen ansprechen. 32 Millionen Menschen in Deutschland sind 50 Jahre und älter, davon sind 19 Millionen bisher offline. Die BAGSO will dazu ehren- und hauptamtliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Seniorenarbeit, Vereinen sowie im Kur- und Rehabilitationsbereich als Medium für ihre Veranstaltungen nutzen.
Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. will im Programm-Teil "Internet-Patinnen und Paten" alltägliche Erfahrungen möglichst vieler Netznutzerinnen und -nutzer sichtbar machen und anregen, diese Erfahrungen miteinander zu teilen. Die konkrete Vermittlung von netzerfahrenen Patinnen und Paten mit Internetneulingen wird dabei nicht zentral gesteuert, sondern in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Kommunen als jeweils eigenes Patenschaftsprojekt entwickelt und erprobt.
Die Stiftung Digitale Chancen schließlich hat es sich zur Aufgabe gemacht, in ihrem Programm-Teil "Inklusive Internet" Neueinsteiger zu motivieren und Nutzerinnen und Nutzer für einen qualifizierten Umgang mit Angeboten wie E-Government, E-Commerce sowie den Möglichkeiten des Web 2.0 zu befähigen. Dazu sollen vor Ort Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch Trainingsangebote unterstützt werden. Für spezifische Zielgruppen, z. B. niedrigqualifizierte Frauen mit Migrationshintergrund, ältere blinde und sehbehinderte Menschen will die Stiftung spezielle Maßnahmen erproben.
Lassen Sie mich an dieser Stelle noch die drei Punkte herausstellen, die bei unserer Initiative "Internet erfahren" neuartig und besonders sind:
Ich bin davon überzeugt, dass die Initiative "Internet erfahren" ein Erfolg sein wird. Das BMWi tut sich hier mit qualifizierten und erfahrenen Partnern zusammen, und wir sprechen offenkundige Bedürfnisse der Menschen an:
Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage von tns infratest messen 93% der Befragten dem Internet große Bedeutung für den Beruf zu, und zwar noch mehr als für Freizeit und Alltag.
Ein weiteres Ergebnis bestätigt ebenfalls, dass das Konzept unserer Initiative stimmt: Nichtnutzer aller Altersgruppen würden in erster Linie die Unterstützung durch Freunde, Familie oder Bekannte wählen - und genau hier setzt ja unsere Initiative an.
All dies stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir mit unserer neuen Initiative auf dem richtigen Weg sind und einen bedeutenden Beitrag zur digitalen Integration leisten können.