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Berlin, Düsseldorf, Februar 2010
Mit dem klicksafe Preis für Sicherheit im Internet werden auch in diesem Jahr Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die einen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz und sicheren Nutzung des Internet leisten. Der Wettbewerb wird gemeinsam von klicksafe und der Stiftung Digitale Chancen durchgeführt. Vorschläge und Bewerbungen können bis zum 15. März 2010 unter http://www.digitale-chancen.de/klicksafepreis/ eingereicht werden. Die Stiftung Digitale Chancen sprach mit Dr. Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des Direktors der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (NRW), Konsortium der klicksafe Initiative.
SDC: Gerade erst hat der Safer Internet Day 2010 stattgefunden. Weltweit haben sich tausende von Menschen mit der Sicherheit im Internet befasst. Wieso ist das immer noch ein so großes Thema - ist das Netz unsicher?
Dr. Jürgen Brautmeier: Das Internet bietet den Nutzern einerseits immense Möglichkeiten, und diese werden auch immer mehr genutzt. Aber andererseits gibt es - wie auch bei vielen anderen Dingen im Leben - Risiken und Gefahren. Deshalb ist Aufklärung über mögliche Risiken gefragt. Dies versuchen wir zum Beispiel mit dem Safer Internet Day oder dem klicksafe Preis für Sicherheit im Internet.
SDC: Sind die Gefährdungen für alle Bevölkerungsgruppen gleich oder muss man unterscheiden zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?
Dr. Jürgen Brautmeier: Im Internet "abgezockt" zu werden kann Erwachsenen genauso schnell passieren wie Jugendlichen. Dennoch gibt es Gefahren im Internet, die Kinder und Jugendliche besonders betreffen. Dies können z. B. pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte sein, vor denen Heranwachsende besonders geschützt werden müssen. Zunehmend eine wichtige Rolle im Leben junger Menschen spielen auch soziale Netzwerke. Hier ist zum Beispiel die Sensibilisierung der Jugendlichen für den sorgsamen Umgang mit privaten Informationen nötig.
SDC: Wie geht man gegen die Risiken vor - kann man das Problem vielleicht technisch lösen?
Dr. Jürgen Brautmeier: Eine rein technische Lösung - wie zum Beispiel das Einsetzen von Filtersoftware - greift unserer Ansicht nach viel zu kurz. Ein größeres Augenmerk sollte auf der Vermittlung von Medienkompetenz liegen. Das heißt, die User dazu zu befähigen, kompetent und kritisch mit den Medien umzugehen, aber auch für Werte wie Fairness und Respekt zu sensibilisieren.
SDC: An wen wendet sich der klicksafe-Preis für Sicherheit im Internet?
Dr. Jürgen Brautmeier: Mit dem Aufruf zur Teilnahme am klicksafe-Preis richten wir uns an Projekte oder Internetangebote, die einen besonderen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz leisten. Über Bewerber aus den Themenbereichen "Generationen übergreifende Medienarbeit (Eltern, Kinder, Großeltern) zur Förderung eines sicheren und kompetenten Umgangs mit dem Internet" sowie "Förderung des sicheren und kompetenten Umgangs mit dem Internet für Migrantinnen und Migranten" freuen wir uns besonders. Andere Themenschwerpunkte sind natürlich auch herzlich willkommen.
SDC: Welche Absicht verbinden die Veranstalter des Wettbewerbs mit der Prämierung von besonderen Webangeboten und Projekten, Maßnahmen oder Initiativen?
Dr. Jürgen Brautmeier: Zum einen möchten wir mit dem Wettbewerb die Öffentlichkeit für das Thema Internetsicherheit sensibilisieren. Gleichzeitig möchten wir Projekte mit herausragenden Leistungen als Vorbild bekannt machen. Die Gewinner der vergangenen Jahre sind hoffentlich Ansporn für viele potenzielle Bewerber in diesem Jahr.
SDC: Vielen Dank für das Gespräch!

klicksafe ist eine Initiative im Safer Internet Programme der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.
klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im Safer Internet Programme der Europäischen Union. Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie das Kinder- und Jugendtelefon von Nummer gegen Kummer (Helpline) an.
Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.