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Internet verdrängt Fernseher - UCLA Internet Report 2002 bestätigt Rückgang der Fernsehnutzung bei den Onlinern

Mediendaten Südwest
Quelle: Mediendaten Südwest vom 28.02.03

Die These, das Internet verdränge die klassischen Medien nicht, gerät ins Wanken. Wissenschaftler an der Universität von Kalifornien haben jetzt bereits im zweiten Jahr bestätigt, dass Internet-Nutzer in den USA für ihre Zeit vor dem Computerbildschirm vor allem auf Fernsehzeit verzichten. Während Nicht-Nutzer des Internet in 2002 rund 16 Stunden pro Woche vor dem Fernseher verbrachten, saßen die Internet-Nutzer nur 11,2 Stunden vor dem Fernsehbildschirm. Gegenüber 2001 war der Fernsehkonsum der Onliner damit nochmal um über eine Stunde zurückgegangen. Sehr erfahrene Online-Nutzer schauten mit 10,2 Stunden wöchentlicher Fernsehnutzung in 2002 sogar 5,8 Stunden weniger fern als die Internet-Abstinenzler.

Mit dem "UCLA Internet-Report - Surveying the Digital Future, Year Three" untersucht das UCLA Center for Communication Policy an der Universität Kalifornien bereits im dritten Jahr den Einfluss des Internet auf das soziale, politische und ökonomische Verhalten der Nutzer und Nicht-Nutzer des Online-Mediums in den USA. Um Veränderungen abbilden zu können, werden dabei jedes Jahr dieselben rund 2.000 Haushalte in den Vereinigten Staaten befragt. Untersucht werden dabei die fünf Kernbereiche:
  1. Internet-Nutzer und Nicht-Nutzer: Wer ist online, wer nicht, und was tun die Nutzer im Internet?
  2. Mediennutzung und das Vertrauen in einzelne Medien
  3. Konsumentenverhalten
  4. Kommunikationsmuster
  5. Soziale Auswirkungen

Internet-Nutzung zu Hause nimmt zu, Breitbandzugänge gewinnen an Bedeutung, Zugang über Web-TV spielt keine Rolle

Insgesamt nutzten in 2002 71,1 Prozent aller Amerikaner ab 12 Jahren das Internet (2001: 72,3 Prozent), rund 60 Prozent gehen dabei von zu Hause aus online (2001: 58,4 %). Mit elf Stunden durchschnittlicher Internet-Nutzung pro Woche hat sich die Nutzungsdauer gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Stunden erhöht, was bedeutet, dass die Internet-Gemeinde in den USA zwar nicht weiter gewachsen ist, die Nutzungsintensität jedoch zugenommen hat. Der Zugang zum Internet im eigenen Haushalt erfolgt für drei Viertel der Amerikaner nach wie vor über ein Telefon-Moden (2001: 81 %), wenn auch mit rückläufiger Tendenz. Steigende Zuwachsraten erfahren dagegen die Breitbandzugänge via Kabelmodem (2002: 17 %, 2001: 12 %) oder DSL-Verbindung (2002: 5 %; 2001: 4 %), während der Zugang über Web-TV keine Rolle mehr spielt (2002: 0 %; 2001: 2%).

Das E-Mailen ist nach wie vor die beliebteste Tätigkeit im Netz, das Internet gewinnt als Nachrichten-Medium an Bedeutung

E-Mailen (87,9 % der Internet-Nutzer tun dies) und Surfen (76,0 %) sind nach wie vor die beliebtesten Aktivitäten im Internet, an dritter Stelle folgt das Abrufen von aktuellen Nachrichten (51,9 %). Das Internet hat damit als Nachrichtenquelle gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung gewonnen. Zurückgegangen sind dagegen die über das Internet getätigten Einkäufe (2001: 48,9%; 2002: 44,5 %). Die Internet-Nutzer fürchten nach wie vor die Sicherheitslücken bei der Bezahlung mit Kreditkarte im Internet.

Internet-Nutzung geht zu Lasten anderer Medien

Wie oben bereits beschrieben, geht die Internet-Nutzung vor allem zu Lasten des Fernsehens, was bedeutet, dass die Onliner im Schnitt pro Woche 4,8 Stunden weniger fernsehen als die Internet-Abstinenzler. Aber auch Bücher, Zeitungen. Zeitschriften und das Radio erfahren von den Internet-Nutzern eine zeitlich geringere Zuwendung als von den sog. Offlinern. Lediglich Tonträgermedien sowie Video- und Computerspiele werden von den Internet-Nutzern jeweils rund eine Stunde pro Woche länger genutzt.

Auch wenn diese Verdrängungstendenzen in Deutschland bisher nur in geringem Maße vorhanden sind, und die Ergebnisse aus den USA auch nicht 1:1 auf die hiesigen Verhältnisse übertragen werden können, so geben die Daten doch Hinweise auf mögliche Entwicklungen im Hinblick auf das Mediennutzungsverhalten der Deutschen.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.ccp.ucla.edu/pages/internet-report.asp

Im Angebot der SDC seit 03.03.03

UCLA Internet Report


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