Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung angenommen, in der sie die Mitgliedstaaten und die Regionen auffordert, ihre e- Business-Strategien zu überprüfen, mit denen sie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützen, um ihnen bei der Anpassung an das sich ständig wandelnde Umfeld im e-Business beizustehen. Im Rahmen des vom Europäischen Rat in Lissabon eingeführten politischen Verfahrens legt die Kommission es den Mitgliedstaaten nahe, freiwillige Vorgaben für die Politik im Bereich des elektronischen Geschäftsverkehrs aufzustellen, um den Übergang vom elektronischen Handel (kaufen und verkaufen) zum elektronischen Geschäftsverkehr (Integration aller Geschäftsabläufe unter Einsatz von Informatik-Instrumenten) zu beschleunigen. Freiwillige Zielvorgaben sollen den Mitgliedstaaten ferner dabei helfen zu bewerten, welche Fortschritte und Auswirkungen ihre Strategien für den elektronischen Geschäftsverkehr (e-Business) haben. Die Kommission betont die Bedeutung der Einführung und Verbreitung von IKT bei den KMU für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen und die Steigerung von Produktivität und Wachstum.
So sagte Erkki Liikanen, dass für Unternehmen zuständige Kommissionsmitglied: „Diese Mitteilung stellt einen wichtigen Schritt dar, schneller auf dem Weg zur Erreichung des Lissabon-Ziels voranzukommen, Europa zu einer wettbewerbsfähigeren und dynamischen, wissensbasierten Wirtschaft zu machen. Der strategische Schwerpunkt in Europa verlagert sich derzeit vom elektronischen Handel zu einem ganzheitlicheren Ansatz des elektronischen Geschäftsverkehrs. Dazu gehört die wirksame und produktive Einbeziehung der IKT in alle Geschäftsabläufe. Ich glaube, dass diese Mitteilung zur rechten Zeit kommt, um den Mitgliedstaaten die Notwendigkeit deutlich zu machen, ihre Politik neu auszurichten und klare Ziele und quantitative Vorgaben aufzustellen, denn dies ist ein effizientes Verfahren zur Bewertung des Fortschritts und der Auswirkungen ihrer Strategien im Bereich e-Business."
Diese Mittelung mit dem Titel „Anpassung der Politik im Bereich des elektronischen Geschäftsverkehrs an ein sich wandelndes Umfeld: Die Lehren aus der Initiative „GoDigital" und die künftigen Herausforderungen" folgt auf zwei frühere Mitteilungen, eine zur Initiative „GoDigital", die andere zum Thema „e-Economy", und behandelt die Fortschritte bei der Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und des elektronischen Geschäftsverkehrs durch europäische Unternehmen, insbesondere durch KMU, und den politischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Sie zeigt auf, was sich in den letzten Jahren geändert hat und was zu tun ist, um den KMU auf ihrem Weg in das „digitale Zeitalter" zu beizustehen.
Da es für KMU besonders schwierig ist, neue Technologien zu integrieren und ihre Geschäftsabläufe neu zu gestalten und weil sich das Umfeld des elektronischen Geschäftsverkehrs ständig wandelt, sollten die Strategien im Bereich E-Business neu ausgerichtet werden, damit sie die KMU in die Lage versetzen, ihre vorhandenen Geschäftsabläufe durch den Einsatz von Instrumenten des elektronischen Geschäftsverkehrs zu rationalisieren.
Die wichtigsten Herausforderungen hierbei sind: Verbesserung des Verständnisses von Managern in KMU für die Prozesse und Fähigkeiten im Bereich e-Business, Förderung der Bereitstellung von e-Business-Lösungen, die für KMU geeignet sind, und Erleichterung der wirkungsvollen Beteiligung von KMU an elektronischen Märkten und Unternehmensnetzen.
Darüber hinaus werden e-Business-Strategien zweifellos effizienter werden, wenn SMART-Ziele aufgestellt werden (spezifisch, messbar, angemessen erreichbar, realistisch und terminbezogen). Diese würden nämlich die Bewertung der praktischen Auswirkungen von e-Business- Strategien und die Ermittlung guter staatlicher Verfahrensweisen erleichtern.
Schließlich werden die Mitgliedstaaten und die Regionen in der Mitteilung aufgefordert, die Vernetzung im Bereich der e-Business-Politik zu intensivieren und im Rahmen des Aktionsplans eEurope weiterhin das europäische Netz für die Unterstützung von KMU beim elektronischen Geschäftsverkehr zu fördern.
Zusätzliche Informationen :
Das europäische Netz für die Unterstützung von KMU beim elektronischen Geschäftsverkehr
Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen:
„Den KMU den Weg zum elektronischen Handel ebnen"
Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament:
„Auswirkungen der e-Economy auf die Unternehmen in Europa: Analyse der wirtschaftlichen Aspekte und Einflüsse auf die Politik"
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen:
„eEurope 2005: Eine Informationsgesellschaft für alle"
Mitteilung
„Industriepolitik in einem erweiterten Europa"