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Lehren aus der Praxis: Informations- und Kommunikationstechnik in Telezentren - Teil IV : Aktivitäten der Telezentren Abschnitt 2

Quelle: Digital Dividend vom 01.01.03

Aktivitäten der Telezentren - Abschnitt 2

Finanzdienstleistungen

Finanzdienstleistungen, die z. B. Finanztransaktionen zu Einzelpersonen oder zu Klein- und Mittelbetrieben, Mikrofinanzierungsprogramme oder Überweisungsdienstleistungen gestatten, sind unter den Aktivitäten von Telezentren selten zu finden. Eine bemerkenswerte Ausnahme gibt es von Cooptions Technology in Andhra Pradesh. In ihrem Programm Karshaka Pragati nutzt die Firma standardisierte Software für die Bereitstellung von Bank-, Handels- und Landwirtschaftsdienstleistungen für die Bauern des indischen Staates. Sowohl das Bayanloco Community Learning Center in Nigeria als auch die Informationskioske des National Institute of Agricultural Extension Management's (MANAGE) Information Kiosks in Andhra Pradesh, Indien, unterstützen Kleinkreditprogramme für Frauen.

Gesundheit

Die Mehrheit der durch Telezentren unterstützten Gesundheitsangebote findet man in Mehrzweck-Telezentren, u.a. in Ghana, Surinam, Bhutan, Benin, Vietnam, India und Südafrika.

Radio

Einige Telezentren nutzen das Internet zur Verbesserung der 'alten' Technik des Gemeinderundfunks. In Sri Lanka durchsuchen die Mitarbeiter des Kothmale Internet Community Radio das Internet nach Informationen, die die Hörerschaft nachfragt, übersetzt sie in die örtlichen Sprachen und sendet sie dann in einem täglichen Programm. Parallel werden örtliche Gemeinden in dem Internet-Café des Senders und über zwei kostenlose Internetzugangsorte in den Bibliotheken der Gemeinde mit kostenlosem Internetzugang versorgt. Mit dem Projekt RURANET hat das afrikanische Niger ein Siebenjahresprogramm aufgelegt, mit dem ein Netz aus 160 selbstorganisierten, mit Solarenergie betriebenen Radiostationen für den ländlichen Raum aufgebaut werden soll, das den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik bereitstellt. Die UNESCO richtet in mehreren Ländern Community Multimedia Centers ein, die lokale Radiostationen und Mehrzweck-Telezentren in sich vereinen.

Frauenförderung

In einem großen Teil der Entwicklungsländer erschwert insbesondere die Diskriminierung der Frauen, dass diese Zugang zu IKT erhalten und davon profitieren können. Entsprechend bieten einige Telezentren Programme an, die speziell auf die Förderung von Frauen gerichtet sind. Das Bayanloco Community Learning Center, das 2001 den APC Africa Hafkin Preis gewann, bietet - zur Friedensförderung und Armutsbekämpfung - informationstechnische Bildung für Frauen im ländlichen Nigeria an. In Uganda helfen die Women's Information Resource and Electronic Services (WIRES) Unternehmerinnen und Frauenorganisationen, die Unternehmensentwicklung fördern, bei der Nutzung von Informationstechnik für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden. In Zusammenarbeit mit lokalen Kreditkooperativen hat das National Institute of Agricultural Extension Management (MANAGE) in Andhra Pradesh ein Kiosknetz zur Förderung der weiblichen Mitglieder der Kooperative aufgebaut. Es wurde für Bankgeschäfte geeignete Software entwickelt und in diese Kiosken eingebaut, so dass die Kredite der Mitglieder im einzelnen nachgehalten werden können. Die Starfish Initiative nutzt Informationstechnik zur Bildung von unterprivilegierten, gefährdeten Mädchen. In Zentren in Indien und Malawi erhalten die Mädchen Informationen über Wasser, Kinderversorgung, Ernährung und Krankheiten sowie eine Förderung ihrer Lese- und Schreibfähigkeit.

Jugend

Telezentren in Schulen konzentrieren sich natürlich auf die Jugend, es sind jedoch nicht die einzigen. Das Projekt Narrowing the Digital Divide von VAANCHA richtet sich auf die Förderung von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Jugendlichen, indem IT-Fähigkeiten in mit Solarenergie betriebenen IKT-Zentren mit Breitband-Funk vermittelt werden. Die Ausbildung legt besonderes Gewicht auf die Schaffung von Einkommen, Entwicklung von Kleinbetrieben und Bildung für den Arbeitsplatz. Das Project Clicar in Brasilien und das Street Children's Telecenter Project in Ecuador und Kolumbien haben Telezentren eingerichtet, die mit Hilfe des Internet den Straßenkindern Unterstützung bei der Lösung ihrer Probleme und bei der Schaffung von Chancen auf ein besseres Leben anbieten. Das Connecting Youth Project in Bolivien hat ein Internet-Café für Jugendliche eingerichtet, mit dem der Internetzugang und Unterricht für Computernutzung und Webseitenentwicklung gefördert wird. Der Internet Information Club in Kamerun und die Kidlink Khouses in Brasilien und Mexico arbeiten ebenfalls für die Förderung Jugendlicher mit Hilfe von Informationstechnik.

Weitere Ressourcen

Die in diesem Artikel aufgeführten Projekte sind nur ein Teil dessen, was in dem Projekt Clearinghouse der Digital Dividend zur Verfügung steht. Sie können selbst im Clearinghouse nach über 200 Telezentrumsprojekten suchen - klicken Sie hier! WRI-geförderte Fallstudien zu den Infocentros in El Salvador und zu TARAhaat in Indien finden Sie hier... Quellen zu Telezentren vom Quellenmarkt der Digital Dividend finden Sie hier… Den Artikel 'Community Telecenters: Assuring Impact & Sustainability' vom Development Gateway finden Sie hier… Lehren aus der Praxis: Informations- und Kommunikationstechnik in Telezentren - Teil I
Lehren aus der Praxis: Informations- und Kommunikationstechnik in Telezentren - Teil II
Lehren aus der Praxis: Informations- und Kommunikationstechnik in Telezentren - Teil III : Aktivitäten der Telezentren Abschnitt 1



Mehr erfahren Sie unter:
http://www.digitaldividend.org/knwldge_bank/knwldge_bank_05_tele.htm

Im Angebot der SDC seit 27.07.03

Digital Dividend: Lehren aus der Praxis


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Themenbereiche:
Nachhaltigkeit, Internationale Aspekte, Ländliche Regionen, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung




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