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idee_it - Ausbildungsbegleitforschung und Train-the-Trainer-Workshops
Bundesausbildungsprojekt idee_it
Für die an der Begleitforschung teilnehmenden Unternehmen bietet idee_it exklusiv Train-the-Trainer-Workshops zum Thema Gendersensibilisierung in der IT-Ausbildungspraxis an. Der vollständige Zwischenbericht der Erhebungsphase 2002 'Frauen und Männer in der IT-Ausbildung' steht zum Download zur Verfügung.
Zusammenfassung:
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an der Entwicklung und Gestaltung
der Informationsgesellschaft ist eines der strategischen Ziele der deutschen Bundesregie-rung
in ihrem Aktionsprogramm „Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesell-schaft“
(BMBF und BMWi 1999). Dabei soll der Anteil der Frauen an den IT-Ausbildungen bis
2005 auf 40 % gesteigert werden.
Auch die Unternehmen zielen auf eine stärkere Beteiligung von Frauen in technischen Be-rufen,
denn sie „brauchen eine möglichst große Vielfalt an Fähigkeiten und Talenten, um am
Markt erfolgreich zu sein“ (Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie
2003: 7).
Wie an den neuen IT- und Medienberufen zu sehen ist, wählen Frauen informationstechno-logisch
orientierte Berufe, wenn sie sich von den Inhalten angesprochen fühlen. Die im Ge-gensatz
zu den neuen Medienberufen deutlich geringere Beteiligung der Frauen an den IT-Ausbildungen
sowie deren durchgängig höhere vorzeitige Vertragslösungen zeigen jedoch,
dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, um sowohl die Ziele des Aktionsprogramms
zu erreichen als auch den Bedürfnissen der Wirtschaft nach einer Sicherung des Fachkräfte-potenzials
nachzukommen.
Mit der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit
der Initiative D21 und dem Verein Frauen geben Technik neue Impulse geförderten idee_it
Ausbildungsbegleitforschung werden die Berufswahl, die Ausbildungssituation und der Übergang
der weiblichen und männlichen IT-Auszubildenden der idee_it und D21-Partnerunternehmen
von der Ausbildung in den Beruf untersucht. Ziel der Erhebung ist die qualitative
Verbesserung der Ausbildung für Frauen und Männer, um auf diesem Wege sowohl die Abbruchquote
in den IT-Berufen zu verringern als auch zu einer gleichberechtigten Teilhabe
beider Geschlechter in diesen Berufen beizutragen. An der ersten von insgesamt drei Erhebungen,
die zwischen 2002 und 2004 online durchgeführt werden, haben 674 weibliche und männliche Auszubildende der neuen IT-Berufe teilgenommen.
Für die Phase der Berufsorientierung kommt dem Internet bei beiden Geschlechtern eine
quantitativ und qualitativ hohe Bedeutung bei der Informationsbeschaffung zu. Diese selbstverständliche
Nutzung des Internets bestätigt den in anderen Studien nachgewiesenen annähernd
gleichen Zugang von Männern und Frauen zum Computer. Dennoch schätzen
Frauen ihre Kenntnisse in diesem Bereich bedeutend geringer ein als Männer. Für die Wahl
eines IT-Berufes bedeutet das, dass sie deutlich häufiger als die Männer Angst haben, die
Anforderungen einer IT- Ausbildung nicht erfüllen zu können. Diese Selbstzweifel erschweren
den Frauen den Start in einen von Männern dominierten Beruf.
Sowohl die Frauen als auch die Männer entscheiden sich zu allererst aus Interesse an den
neuen Medien für eine der neuen IT-Ausbildungen. Um schließlich einen Ausbildungsplatzzu bekommen, scheint für die Frauen weniger das Bewerbungsschreiben als vielmehr das
Vorstellungsgespräch die größere Barriere auf dem Weg in die Ausbildung zu sein.
Einmal mit der Ausbildung begonnen, geben mehr Frauen als Männer an, dass ihnen die
Ausbildung insgesamt sehr gut bzw. gut gefällt, weisen paradoxerweise aber auch auf mehr
Optimierungspotenzial hin als die jungen Männer.
Im Gegensatz zu den Männern, die sowohl bei den kaufmännisch als auch bei den technisch
ausgerichteten IT-Berufen die technischen Aspekte der Ausbildung hervorheben, favorisieren
die Frauen jeweils die Schwerpunkte ihrer gewählten IT-Berufe. Dabei reklamieren sie
für ihre Ausbildung mehr fachliche Unterstützung. Ob der Bedarf der Frauen nach stärkerer
fachlicher Betreuung darauf zurückzuführen ist, dass ihre Beteiligung an den einzelnen Ausbildungsbereichen
deutlich geringer als bei den Männern ausfällt und die Bedürfnisse der
Frauen in der Ausbildung dadurch weniger Berücksichtigung finden, bleibt zu klären.
Die hohe Unzufriedenheit mit der Berufsschulsituation scheint weniger eine Frage der technischen
Ausstattung als vielmehr ein Problem von Lehrinhalten sowie deren Vermittlung und
Praxisorientierung zu sein. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Auszubildenden
erreichen in ihren Zwischenprüfungen schlechtere Ergebnisse als in ihren Schulabschlusszeugnissen.
Obwohl die Frauen über höhere und bessere Schulabschlüsse als die Männer
verfügen, können sie diesen Vorteil in den Zwischenprüfungen nicht entsprechend umsetzen
und schließen ihre Prüfungen durchschnittlich schlechter ab als die Männer. Auffallend ist,
dass sowohl die Übereinstimmung zwischen den Ausbildungsinhalten im Betrieb und den
Prüfungsinhalten als auch die zwischen Berufsschule und Prüfungsinhalten von den weiblichen
und männlichen Auszubildenden tendenziell als gering angesehen wird.
Trotz der im Vergleich zu den Männern höheren schulischen Vorbildung scheinen die Frauen
ihre schlechteren Prüfungsergebnisse nicht mit einer geringeren Unterstützung durch Betrieb
und Schule in Verbindung zu bringen. Sie kompensieren ihre während der Ausbildung erfahrenen
Frustrationen deutlich häufiger mit dem Gedanken an eine vorzeitige Lösung des Ausbildungsverhältnisses
als die Männer. Als Motiv führen sie hier hauptsächlich fachliche
Überforderung an. Dieser Grund wird von den Männern kaum angeführt. Sie verweisen eher
auf die mangelhafte Prüfungsvorbereitung in der Berufsschule.
Der Spaß am Beruf steht sowohl für die Frauen als auch für die Männer an erster Stelle,
wenn es darum geht, ihre beruflichen Anforderungen zu erfüllen.
Insgesamt scheinen die
Inhalte der IT-Berufe die Wünsche der weiblichen und männlichen Auszubildenden zu erfüllen,
denn der Großteil der Auszubildenden möchte im erlernten Beruf bleiben oder ein Studi-um
bzw. eine Weiterbildung in diesem Segment machen.
Der Zwischenbericht zur ersten Erhebungsphase für 2002 gliedert sich in sieben Kapitel.
Kapitel eins der vorliegenden Untersuchung widmet sich der Präsenz von jungen Frauen in
den IT- und Medienberufen und weist auf erste Problematiken in der IT-Ausbildung hin. An
den hohen Beteiligungszahlen von Frauen in den Medienberufen zeigt sich, dass sie ein
deutliches Interesse an der Arbeit mit den neuen Medien haben. Diesem Interesse stehen
die Anteile von Frauen in den IT-Berufen konträr gegenüber.
Methodik und Vorgehensweise der Untersuchung werden in Kapitel zwei dargestellt. Die
Erhebung ist als Online-Befragung konzipiert, die zwischen 2002 und 2004 durchgeführt
wird.
Kapitel drei widmet sich der Struktur der Partnerunternehmen und deren Auszubildenden.
Dabei zeigt sich, dass die Partnerunternehmen des Bundesausbildungsprojektes idee_it
über einen höheren Frauenanteil verfügen als der Bundesdurchschnitt der Unternehmen.
Der Großteil der Auszubildenden wird in Großunternehmen ausgebildet. Dies entspricht dem
allgemeinen Trend in der IT-Ausbildung.
Über welche Quellen sich die jungen Frauen und Männer zur Orientierung während der Berufswahl
informieren, welche Bedenken, aber auch welche Motive sie für ihre Berufswahl
nennen, ist in Kapitel vier nachzulesen. Darüber hinaus wird sowohl das Bewerbungsverfahren
als auch die anschließende Entscheidung für den Ausbildungsbetrieb aus Sicht der Aus-zubildenden
geschildert.
Kapitel fünf beschreibt die eigentliche Ausbildungssituation. Hier geht es einmal um die geschlechtliche
Zusammensetzung der Auszubildenden und um die Betreuung durch die Ausbilderinnen
und Ausbilder. Wesentlicher Aspekt dieses Kapitels ist die Bewertung der Ausbildungsinhalte
durch die weiblichen und männlichen Auszubildenden. Thematisiert wird aber
ebenso der Zugang der jungen Frauen und Männer zu den einzelnen Ausbildungsinhalten.
Abschließender Aspekt dieses Kapitels sind die Bewertung der betrieblichen Ausbildung und
mögliche Änderungswünsche für die Ausbildung.
Die Situation in der Berufsschule sowie die Zwischenprüfung werden in Kapitel sechs ausgeführt.
Dabei zeigt sich, dass insbesondere diese beiden Bereiche der Ausbildung von den
Auszubildenden stark kritisiert werden.
Kapitel sieben beschreibt schließlich überblicksartig die Ausbildung, fragt nach Anforderungen,
die die weiblichen und männlichen Auszubildenden an den Beruf stellen, nach einer
Gesamtbewertung des Berufs, nach der Zufriedenheit mit der Ausbildung und dem Ausbil-dungsbetrieb
sowie nach Motiven für den Gedanken an einen möglichen Ausbildungsab-bruch.
Ebenso werden Pläne für die weitere berufliche Zukunft thematisiert.
Kapitel acht fasst die Ergebnisse überblicksartig zusammen und weist auf Handlungsmöglichkeiten
hin.
Mehr erfahren Sie unter:
http://www.idee-it.de/partner/begleitforschung.html
Im Angebot der SDC seit 05.08.03 (cha)
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Themenbereiche:
- Bildungspolitik / Bildungswesen, Berufliche Aus- und Weiterbildung, Mediennutzung durch Mädchen / Aktivitäten spez. für Mädchen, Public-Private-Partnership