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Internetnutzung in Europa, Teil 2 - Flash Eurobarometer 135 (11.2002)

Michael Doh, Deutsches Zentrum für Alternsforschung (DZFA)
Quelle: EOS Gallup Europe, European Commission vom 01.12.02

Im November 2002 führte die Europäische Kommission erneut unter den 15 Mitgliedsstaaten eine Studie zum Umgang mit dem Internet durch. Dabei wurden mittels Telefonbefragung jeweils ca. 2000 Personen ab 15 Jahren pro Land erfasst. Hier nun der zweite Teil ausgewählter Ergebnisse.

Ausgewählte Ergebnisse:
Nicht nur die Diffusion und die tatsächliche Nutzung des Internets nimmt in der EU kontinuierlich zu, auch die Intensität der Nutzung: 44% aller Befragten in der EU nutzen dieses Medium (fast) täglich, 2001 waren es noch 40,8%. Weitere 25% nutzen es mehrmals in der Woche. Dänemark ist wiederum das Land mit den intensivsten NutzerInnnen (58% (fast) täglich).
In Deutschland hat zwar die Zahl der Heavy-User' von 38,6% auf 41% zugenommen, doch im Ländervergleich liegt dieser Wert im unteren Drittel. Rechnet man die nächste Kategorie (mehrmals pro Woche) hinzu (64%), so findet sich unter den 15 Staaten nur ein Land das weniger häufig das Internet nutzt: Frankreich mit 62%. Dänemark und die Niederlande führen das Ranking mit 78% an.

Nach Alter differenziert, zeigen sich zwar die bekannten Unterschiede, doch fallen sie weit geringer aus. Die Kluft zu den älteren Menschen hat sich etwas verkleinert. So nutzen 37% der ab 55jährigen (fast) täglich das Internet (2001: 33,9%); der höchste Anteil liegt nicht bei der jüngsten Altersgruppe (15-24 Jahre), sondern bei den - vermutlich überwiegend berufstätigen - 25-39jährigen mit 46% (2001: 43,5%). Allerdings zeigt sich in der ältesten Altersgruppe auch der höchste Anteil, der weniger als einmal im Monat das Internet nutzt (12%, der Durchschnitt liegt bei 9%).

Der Ort der Nutzung ist zumeist zu Hause: 71% im europäischen Durchschnitt (leichter Zuwachs zu 2001: 66,8%). 43% nutzen das Internet bei der Arbeit (2001: 40,1%).
Das Land der Home-User ist die Niederlande mit 87%, gefolgt von Schweden und Luxemburg (je 84%); in Griechenland geben hingegen nur 50% der Befragten an, das Internet zu Hause zu nutzen. Deutschland ist mit 72% knapp über dem Durchschnitt. Hingegen ist hier die Nutzung vom Arbeitsplatz mit 37% weit unterdurchschnittlich. Lediglich Spanien (36%) und Griechenland (26%) haben noch geringere Werte. Schweden hat mit 50% den Spitzenwert.
Öffentliche Zugangsorte werden von durchschnittlich 13% der Befragten genutzt. Die höchste Nutzungsrate entfällt auf Irland mit 19%, gefolgt von Großbritannien (18%) und Finnland (17%). Die Schlusslichter bilden hier Griechenland und Österreich mit je 4%.

Bezüglich der häuslichen Internetnutzung haben sich vormals bestehende Altersunterschiede fast nivelliert. Die älteren Menschen haben mit 72% aufholen können und liegen nun nahezu gleichauf mit den jüngeren Altersgruppen (73%). Lediglich die jüngste Gruppe zwischen 15 und 24 Jahre fällt mit 66% etwas ab. Die Altersgruppe der 40-54jährigen ist mit einem Anteil von 59% führend bei der Internetnutzung am Arbeitsplatz. Öffentliche Zugangsorte werden weit mehr von den Jüngsten genutzt (21%). Ab 25 Jahren hat nur jeder Zehnte in der EU davon Gebrauch gemacht.

E-Commerce wurde in der EU von mittlerweile 38% der Befragten genutzt, wenngleich nur 5% dies häufig tun. Am Verbreitesten ist dieser Online-Dienst in Großbritannien (53%) und in Deutschland (52%), wohingegen lediglich 11% in Griechenland und 15% in Italien angeben, jemals Online-Shopping gemacht zu haben.
Mit 30% Online-Shopper liegt die Gruppe 55+ noch hinter der jüngsten Gruppe (15-24 Jahre) mit 33%. Lediglich 3% der SeniorInnen nutzen den Kauf von Produkten über das Internet häufig. Am meisten wird dieser Dienst von der Gruppe der 25-39jährigen genutzt (44%). Mit 42% (davon 6% häufig) nutzen es auch mehr Männer als Frauen (35%, davon 4% häufig).

Von allen Anwendungsmöglichkeiten ist das E-Mailen in allen Ländern und in allen erhobenen Subgruppen die mit Abstand häufigste genutzte(im Durchschnitt 78%).
Online-Banking nutzen hingegen erst ein Drittel aller Befragten. Finnland ist diesbezüglich deutlich voraus (67%), vor Schweden (56%) und Dänemark (54%); in Griechenland (11%) und in Italien (16%) ist diese Nutzungsform vergleichsweise selten.
Am ehesten wird Online-Banking von der Altersgruppe zwischen 25 und 39 Jahre wahrgenommen, die SeniorInnen liegen mit 32% etwas unter dem Durchschnitt. Auch nutzen es mehr Männer (36%) als Frauen (29%).

Kleines Manko am Rande: In der neuen Erhebungswelle wurde die Kategorie Rentner' ersetzt durch Nicht-Berufstätige'. Der vormals mögliche Vergleich zwischen älteren Menschen ab 55+ und Rentnern ist somit nicht mehr möglich.

Hier geht’s zu Teil 1: Artikel, Teil1



Mehr erfahren Sie unter:
http://europa.eu.int/comm/public_opinion/flash/fl135_en.pdf

Im Angebot der SDC seit 25.08.03 (mdo)

Eurobarometer


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