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Europa und die USA - Männer und Frauen diesseits und jenseits der digitalen Spaltung

Robyn Greenspan, übersetzt von Anne Bausch

Weibliche Internetnutzer haben in den USA gegenüber den männlichen einen leichten Vorsprung, jedoch nicht in Europa. Im Mai 2003 waren 42 Prozent der europäischen Internetnutzer - 35 Mio. Menschen - Frauen, in den USA dagegen 52 Prozent. Nielsen/NetRatings erwarten ein Gleichziehen in Europa nicht vor 2010.

Sowohl Nielsen/NetRatings als auch Jupiter Research stellten fest, dass Großbritannien mit ca. 41 Prozent und Schweden mit ca. 44 Prozent bei der Internetnutzung durch Frauen in Europa an vorderster Front stehen.

Frauen und Männer online, 2001 (in Mio.)
Land Männer Frauen % der Online-Bevölkerung
Großbritannien 13,4 9,3 41
Deutschland 17,7 11,3 39
Frankreich 8,2 4,9 37
Spanien 4,8 2,2 31
Italien 9,6 4,3 31
Schweden 3,1 2,4 44


Tom Ewing, der für den europäischen Markt zuständige Analytiker von Nielsen/NetRatings, erklärt, warum die digitale Kluft aufgrund des Geschlechts geschlossen werden sollte: "Weil das Internet immer noch als stark von Männern dominiert wahrgenommen wird. Das muss sich ändern, damit mehr Websites eine große weibliche Nutzerschaft gewinnen. Es gibt zwar Fortschritte, aber auf einigen Märkten geht es sehr langsam voran."

In Amerika ließen im September 2003 die demographischen Zahlen von Hitwise erkennen, dass Frauen für den größten Teil der Internetnutzung verantwortlich sind - 51,4 Prozent gegenüber 48,6 Prozent; Jupiter Research stellte dagegen fest, dass Frauen online in der Minderheit sind. Laut Jupiter werden weiterhin mehr Männer online sein als Frauen, aber da es mehr Frauen gibt, die online einkaufen, ergeben sich für sie 52 Prozent der gesamten E-Commerce-Einnahmen im Jahr 2007.

Durchschnittliche Ausgaben beim Online-Einkauf nach Geschlecht
  Männer Frauen Gesamt
2002 $ 477 $ 510 $ 492
2003 $ 515 $ 551 $ 532
2004 $ 559 $ 597 $ 576
2005 $ 606 $ 648 $ 626
2006 $ 658 $ 707 $ 681
2007 $ 718 $ 767 $ 741


Amerikanische Männer und Frauen kaufen unterschiedliche Dinge online; dadurch ergeben sich auch die nach Geschlecht unterschiedlichen Ausgaben. Männer kaufen eher Verbrauchselektronik, Sportzubehör, Software, Computer und Zusatzgeräte, Autos und Zubehör sowie Videospiele als Frauen. Diese geben ihr Geld dagegen in der Mehrheit für Bettwäsche und Heimzubehör, Pflegemittel und Kosmetik, Spielsachen, Geschenkgutscheine, Schmuck und Uhren sowie Tierfutter und Zubehör aus.

Nielsen/NetRatings erstellte diese Erhebung nach Geschlecht im August 2003 und notierte die jeweils wichtigsten Online-Ziele. Frauen besuchten mehrheitlich die Website für Windeln, Huggies.com, gefolgt von DrPhil.com und verschiedenen Sites für Kosmetik, Kleidung, Schmuck und Geschenke. Männer wurden angezogen von einer Elektronik-Website, Creative.com, der Verkaufssite CCBill.com, dem Hersteller von Funkgeräten, Linksys.com und verschiedenen Finanz-Sites.


Im Angebot der SDC seit 16.10.03

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