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Offliner bleiben länger arbeitslos

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen
Quelle: BMWA, tns emnid vom 31.10.03

Sonderauswertung Internet und Arbeitsmarkt vorgelegt

Eine Sonderauswertung des (N)Onliner Atlas 2003 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bei tns emnid in Auftrag gegeben. Ziel war es herauszufinden, ob und inwieweit sich die Nutzung des Internet auf die Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche auswirkt. Befragt wurden im Zeitraum zwischen März und Juni 2003 1.068 deutschsprachige Bürger in Telefonhaushalten mit dem derzeitigen Status arbeitslos". Die Klassifizierung enspricht der des (N)Onliner Atlas in Onliner (habe in den letzten zwölf Monaten das Internet genutzt), Nutzungsplaner (beabsichtige, das Internet in den nächsten zwölf Monaten zu nutzen) und Offliner (habe nicht die Absicht, das Internet künftig zu nutzen).

Mit 50,4 % Onlinern entspricht die Zahl der Nutzer unter den Arbeitslosen der in der Gesamtbevölkerung, die Steigerungsrate seit dem Vorjahr ist mit 17 % deutlich größer als in der erwerbstätigen Bevölkerung. Hier dürfte sich allerdings eine nicht unerhebliche Zahl von im letzten Jahr arbeitslos gewordenen gut qualifizierten Mitarbeitern aus der Internetbranche bemerkbar machen.

Weitere Schlüsselergebnisse sind:
  • Alter und Bildungsgrad sind – wie in der Gesamtbevölkerung – ausschlaggebende Einflussfaktoren für die Internetnutzung der Arbeitslosen.
  • Langzeitarbeitslose (ein Jahr und länger) nutzen zu 65 % das Internet nicht und haben auch nicht vor, in den nächsten 12 Monaten online zu gehen.
  • 92 % der arbeitslosen Onliner haben bereits vor der Arbeitslosigkeit das Internet genutzt; Offliner und Nutzungsplaner haben häufiger mit Wegfall ihrer Erwerbtätigkeit auf Internetnutzung verzichtet.


Wie sehen die Arbeitslosen das Internet
  • 41 % der Arbeitslosen stehen dem Internet immer noch skeptisch gegenüber, wenn auch 58 % der Offliner gute Computer- und Internetkenntnisse für geeignete Zusatzqualifikationen halten, die die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern helfen.
  • Onliner nutzen das Internet zur Stellensuche; Offliner und Nutzungsplaner würden daneben eher beratende und informative Bereiche nutzen.
  • Das Internet wird als Verbesserung bei der Job-Suche besonders hinsichtlich der Aktualität und der Möglichkeit, sich online zu bewerben, gesehen.
  • Erfolgreiche Job-Akquise via Internet ist nicht illusorisch – 17 % der Onliner, 6 % der Nutzungsplaner und 5 % der Offliner haben bereits eine neue Anstellung über das Internet gefunden.
  • arbeitsamt.de besitzt im Vergleich zu den kommerziellen Jobbörsen unter den Arbeitslosen die größte Bekanntheit.
  • Onliner kennen mehr Jobbörsen und haben durchschnittlich bessere Erfahrungswerte.


Dauer der Arbeitslosigkeit – Offliner sind länger arbeitslos
Grafik, die die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Onlinern, Offlinern und Nutzungsplanern darstellt

65 % der Offliner sind seit über einem Jahr arbeitslos; fast ein Viertel sogar seit 4 Jahren und länger. Der Durchschnitt liegt bei 24,2 Monaten. Die Dauer der Arbeitslosigkeit bei den Nutzungsplanern liegt zu einem Großteil (75 %) zwischen einem Monat und 2 Jahren; im Durchschnitt bei 14,2 Monaten. Die Onliner sind durchschnittlich 13,9 Monate arbeitslos; bei fast zwei Drittel (64 %) dauert die Arbeitslosigkeit unter einem Jahr an.

Laut Statistischem Bundesamt sind 50 % der Erwerbslosen unter und 50 % über einem Jahr arbeitslos. Des Weiteren sind die neuen Länder eher von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (Quelle: Mikrozensus 2002).

Bekanntheit von Qualifizierungsangeboten: Internetführerschein – Kenntnis kaum vorhanden, selten gemacht

Relativ gesehen wissen die Onliner mehr, aber die vom Arbeitsamt angebotenen Weiterbildungsangebote und Zusatzqualifikation sind generell recht unbekannt. EDV-Kenntnisse liegen bei allen Befragten an zweiter Stelle – berufsspezifische Fortbildungen sind am bekanntesten. Grafik, die den Grad der Bekanntheit des Internetführerscheins unter Onlinern, Offlinern und Nutzungsplanern darstellt

Hier wird besonders deutlich, dass ein Bedarf an Qualifizierungsangeboten hinsichtlich des Internet besteht, dieser Bedarf wird sich mit der Einführung des Virtuellen Arbeitsmarktes weiter erhöhen. Vorhandene Angebote müssen daher weiter ausgebaut und verstärkt kommuniziert werden.

Mit dem Virtuellen Arbeitsmarkt stellt die Bundesanstalt für Arbeit eine bedeutende Weiche. Allerdings muss der Gefahr, Bevölkerungsgruppen auszugrenzen, durch geeignete Maßnahmen begegnet werden. Immerhin sehen 72 % der Nutzungsplaner und 48 % der Offliner in der Jobsuche online einen Anreiz, das Internet zu benutzen. Dieses Potential gilt es auszunutzen und durch geeignete Trainingsangebote zu fördern.


Im Angebot der SDC seit 31.10.03 (jcr)

TNS-EMNID


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Themenbereiche:
Wirtschaftspolitik, Mediennutzung durch Arbeitslose / Aktivitäten für Arbeitslose, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Arbeitswelt




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