Indien wird in den nächsten vier Jahren 2,7 Milliarden US-Dollars für die Überwindung der wachsenden technologischen Spaltung einschließlich eines Internettools für ländliche Analphabeten ausgeben, so die Regierung. Dies meldete das Online-Magazin "AustralianIT" am vergangenen Montag, 3. November 2003.
Der "Weltcomputer" wird billig sein und mündlichen Anweisungen der Dorfbewohner unabhängig von deren Sprache folgen, teilte Rajeeva Ratna Shah, der Minister für Industriepolitik und -förderung Indiens, mit. "Er muss mündlichen Anweisungen folgen können, vollständig interaktiv sein, und Analphabetentum darf nicht als Barriere wirken", sagte Shah auf einer Konferenz in der südindischen Stadt Bangalore, in der über 1000 ausländische IT-Firmen ansässig sind.
Er solle so etwas Ähnliches sein wie der
Simputer, einem Handgerät mit E-Mail, Voicemail, "text-to-speech" (Sprachausgabe des Bildschirminhalts) und Internetzugang, das 200 US-Dollar kostet und vor zwei Jahren von indischen Ingenieuren herausgebracht wurde, so Shah. Das Ziel der Regierung sei, alle ländlichen Regionen mit Breitband auszustatten; ein Pilotprojekt in einem Korridor in dem nördlichen Staat Uttar Pradesh sei bereits gestartet.
Er fuhr fort, dass bis 2007 124 Milliarden Rupien (3,8 Millarden Dollar) für die Bekämpfung der "digitalen Spaltung" bereitgestellt würden, die "eine der größten Sorgen der Regierungen weltweit" sei. "Wir wollen nicht in die Lage kommen, dass IKT (Information, Kommunikation und Technik) und ihr Fortschritt soziale und wirtschaftliche Abgründe zwischen den Besitzenden und den Armen entstehen lassen. Computer könnten diese noch tiefer werden lassen, denn es wird mehr Besitzende geben, und die Armen werden noch stärker benachteiligt", warnte Shah.
In einem Modellversuch in der Nähe von Neu Delhi laden Postangestellte E-Mails auf drahtlose Handgeräte herunter und liefern sie an die Dorfbewohner, die auf dem gleichen Wege antworten können, berichtete Shah. "Das ist Offline-Konnektivität. Aber zumindest ein Mal am Tag besteht die Möglichkeit, eine Nachricht rund um die Welt zu schicken."
Weiterhin wies er darauf hin, dass Indien bald ein Portal einrichten wird, über das alle Firmen direkt online mit der Regierung Kontakt aufnehmen können. "So können wir die Korruption einschränken", sagte Shah.