Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und unbeeindruckt von den Turbulenzen in der IT- und Telekommunikationsbranche erweisen sich die breitbandigen Zugänge zum Internet als robustes Wachstumssegment. Die Analysen und Prognosen des aktuellen Themenreports "Breitband-Access 2007" des Marktforschungsunternehmens Prognos zeigen weiter auf Wachstum, wenn auch auf verlangsamtes: Nach Power-Usern und Technikfreaks entdecken nun zunehmend auch die Standard-Nutzer die Vorteile des schnellen Internet-Zugangs.
Von einem - mit Ausnahme von Österreich - marginalen Niveau im Jahr 2000 hat sich der breitbandige Internet-Zugang in den letzten beiden Jahren zu einer bedeutenden Alternative auch für die privaten Haushalte entwickelt. So gab es in Deutschland Ende 2002 mehr als 3,2 Mio. Breitband-Haushalte, in Österreich und der Schweiz waren es jeweils etwa 450.000. Damit erreichte die Schweiz eine Haushaltspenetration von mehr als 14%, in Österreich waren es knapp 14%. In Deutschland verfügten Ende 2002 rund 8,5% der Haushalte über einen Breitband-Zugang zum Internet. Laut Prognos wurde das Teilnehmerwachstum allerdings nicht durch stark fallende Preise erkauft, sondern erfolgte vor dem Hintergrund moderat fallender Durchschnittspreise in Österreich und der Schweiz bzw. vor dem Hintergrund teilweise steigender Preise in Deutschland.
Für Deutschland erwartet Prognos bis Ende 2007 eine Haushaltsversorgung mit Breitband-Zugängen von etwa 27%, dann sind mehr als 10 Millionen Haushalte breitbandig mit dem Internet verbunden. Für Österreich liegt die Prognose bei 32% bzw. knapp 1,1 Millionen, für die Schweiz sogar bei 47% bzw. 1,5 Millionen. Bezogen auf den Breitband-Anteil an den Internet-Haushalten gehen die Basler Experten bis Ende 2007 von Werten zwischen 40% und 60% in den drei Ländern aus. Die Wachstumsperspektive ist jedoch an eine Reihe von Erfolgsfaktoren geknüpft. Hierzu gehören eine geeignete Produktdifferenzierung für die verschiedenen Nutzergruppen (Power-User, Mittelbau, Einsteiger), ein weiterhin umfangreiches Angebot an Free-Content im Internet, ein breites Portfolio von zielgruppen-spezifischen Pay-Content-Angeboten sowie eine gesamtwirtschaftliche Erholung spätestens ab 2004.
Von den verschiedenen Technikalternativen des Breitband-Zuganges haben sich zwei am Markt wirklich durchgesetzt: ADSL und Kabel-Internet. In Deutschland dominierte ADSL von Beginn an und erreichte Ende 2002 einen Marktanteil von mehr als 98% der Breitband-Zugänge. Die zersplitterte und im Umbruch befindliche Kabelszene Deutschlands war bezüglich Flächendeckung des Angebots und aggressiver Vermarktung gegenüber dem Tandem T-Com/T-Online klar im Hintertreffen. Die Telekom konnte so eine First-Mover-Strategie erfolgreich umsetzen. Aufgrund der eher vorsichtigen Investitionsplanungen der neuen Eigentümer der Kabelnetze geht Prognos für Deutschland davon aus, dass Kabel-Internet hier auch nur langsam Marktanteile gewinnen wird. In Österreich und der Schweiz hat dagegen Kabel-Internet seinen Startvorsprung bis heute behauptet, allerdings holt ADSL kontinuierlich auf. Für die Schweiz erwartet Prognos bis 2007 ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in Österreich wird ADSL das Kabel-Internet voraussichtlich übertreffen.
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