Die Wahl des ersten Berufes stellt Jugendliche vor eine schwere Entscheidung: Was passt zu den eigenen Interessen? Welche Aufgaben verbergen sich eigentlich hinter so mancher
Berufsbezeichnung? Das sind Fragen, auf deren Antwort ein Schulabgänger momentan oftmals lange warten muss, wenn er sich zum Termin bei der Berufsberatung vormerken lässt. Um dieses Manko zu beheben, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sich für den Einsatz einer virtuellen Agentin entschieden. Sie heißt Luca und steht Schülern bei der Berufswahl zur Seite. Ein ausgefüllter Job, den die Neue aber spielend meistert. Luca basiert auf der Technologieplattform für natürlichsprachliche Dialogsysteme der Hamburger novomind AG. Ihre besondere Kompetenz: Luca beantwortet alle Anfragen automatisiert und umgangssprachlich. Realisiert wurde das Projekt vom novomind-Partner Init AG.
Immer mehr Behörden bieten inzwischen ihre Services im Internet an. Hinter dieser Strategie steht fast immer das Ziel, die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Dies ergab eine aktuelle Studie zum Thema E-Government. Zudem wollen 83 Prozent der Verwaltungen durch eine verbesserte Online-Präsenz den Kundenforderungen nach neuen und besseren Services nachkommen. Im Mittelpunkt der Entwicklung steht der messbare Mehrwert eines per Internet bereitgestellten Dienstes und nicht eine sture technische Umsetzung des Leistungsangebotes.
Haben deutsche Behörden bisher noch Nachholbedarf, was ihre Online-Präsenz betrifft, so holen sie derzeit kräftig auf. Sie belegen momentan international gesehen unter anderem nach Kanada, Singapur und den USA Platz 10 der am weitesten entwickelten E-Government-Nationen. Bis zum Jahr 2005 sollen alle onlinefähigen Dienstleistungen der Bundesregierung auch elektronisch verfügbar sein. Für Projekte in diesem Bereich stellt der Bund deshalb momentan 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Dafür sollen ab 2005 jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden, weil der Verwaltungsapparat verschlankt werden kann. Diese Potentiale können allerdings nur mit einem kundenfreundlichen und serviceorientierten Auftritt realisiert werden. Die virtuellen Agenten eignen sich sehr gut für den Dialog mit dem Kunden, weil sie individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen können.
Erstmals vorgestellt wurde Luca auf der E-Government-Messe
"Moderner Staat", die vom 25. bis 26. November 2003 in Berlin stattfand.