Bildung/Kultur > Artikel
Artikel
Studie 'KIM 2003': Internetnutzung bei Kindern steigt weiter an - Mädchen auf der Überholspur
Quelle: Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (MPFS) vom 28.11.03
Wie die aktuelle Untersuchung "KIM 2003 - Kinder und Medien" des
Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest belegt, sind Computer und
Internet bei Kindern weiter auf dem Vormarsch. Bereits 70 Prozent der 6-
bis 13-Jährigen haben erste PC-Erfahrungen gesammelt. Und wenn Kinder
Computer nutzen, lernen sie dabei immer häufiger auch das Internet kennen.
Waren im Jahr 2002 bereits mehr als die Hälfte der Kinder mit
Computererfahrung auch schon einmal im Internet (53%), ist dieser Anteil im
Jahr 2003 auf 60 Prozent angestiegen. Während bei Jungen mit
Computererfahrung der Anteil an Internetnutzern nur um fünf Prozentpunkte
angestiegen ist, fiel der Zuwachs bei Mädchen mehr als doppelt so stark
aus. Somit zählen erstmals mehr computererfahrene Mädchen (62%) als Jungen
(58%) zu den - zumindest seltenen - Internet-Nutzern. Zieht man den
Vorjahresvergleich nach Altersgruppen, so weisen vor allem die 10- bis
11-Jährigen mit Computererfahrung einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei
der Internetnutzung auf (plus elf Prozentpunkte).
Zu den regelmäßigsten (mind. einmal pro Woche) Anwendungen am PC zählen
nach wie vor Spiele, 70 Prozent der computererfahrenen Kinder spielen dabei
alleine, 53 Prozent gemeinsam mit anderen. 46 Prozent der Kinder nutzen den
Computer auch regelmäßig für die Schule, 44 Prozent arbeiten dabei
mindestens einmal pro Woche mit einem Lernprogramm.
Ein Drittel der Kinder, die ins Internet gehen, tut dies meist alleine, 39
Prozent surfen meist gemeinsam mit den Eltern, 18 Prozent mit Freunden.
Dabei sind Jungen (37%) häufiger alleine online als Mädchen (25%). Bei den
Jüngsten (6-7 Jahre) surfen nach eigenen Angaben 16 Prozent meist alleine,
bei den Ältesten (12-13 Jahre) sind es bereits 46 Prozent. Die Liste der
regelmäßigen Internettätigkeiten (mind. einmal pro Woche) wird von der
Suche nach Informationen für die Schule (42%) angeführt, es folgt dicht die
Suche nach Informationen zu bestimmten Themen (41%) sowie das Versenden und
Empfangen von E-Mails (40%).
Bei den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Kinder rangieren nach wie vor
nichtmediale Aktivitäten auf den ersten Plätzen. Am liebsten treffen die 6-
bis 13-Jährigen Freunde (46%) oder spielen draußen (43%). Fernsehen
erreicht mit 34 Prozent den dritten Platz der beliebtesten
Freizeitaktivitäten und ist nach wie vor - trotz leichtem Rückgang - (2002:
39 %) die beliebteste Medienbeschäftigung der Kinder. Das Spielen oder
Arbeiten mit dem Computer wird von 19 Prozent genannt. Während allerdings
für jeden vierten Jungen der Computer zur liebsten Freizeitbeschäftigung
zählt, trifft dies nur auf 13 Prozent der Mädchen zu.
Mit der Studie KIM 2003 hat der Medienpädagogische Forschungsverbund
Südwest (MpFS) bereits zum vierten Mal das Medienverhalten der 6- bis
13-Jährigen in der Bundesrepublik untersucht. Hierzu waren von Mai bis Juli
2003 über 1.200 Kinder und deren Mütter persönlich befragt worden. Im
Mittelpunkt der Untersuchung standen die Medien Computer und Internet. Eine
ausführliche Dokumentation der Studie wird Anfang 2004 vorliegen.
Mehr erfahren Sie unter:
http://www.mpfs.de/studien/kim/kim03.html
Im Angebot der SDC seit 28.11.03 (mdo)
- Verwandte
Themenbereiche:
- Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Forschung
