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Neue Möglichkeiten der Arbeitsuche im Netz - www.arbeitsagentur.de für mehr Transparenz auf dem Arbeitsmarkt

Marion Brüggemann, Stiftung Digitale Chancen

Jutta Reiprich, Leiterin des BIZ Bremen

Die Stiftung Digitale Chancen hat mit Jutta Reiprich, der Leiterin des Berufsinformationszentrums (BIZ) des Arbeitsamtes Bremen über den Start der neuen Arbeitsmarkt-Plattform gesprochen. Unter der Adresse www.arbeitsagentur.de können Arbeits- und Ausbildungssuchende ab sofort passgenau zum neuen Job oder zur Ausbildungsstelle surfen. Auch für Arbeitgeber hat der neue Service Vorteile: Sie können schneller als bisher geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden, so die Vorankündigung. Der Virtuelle Arbeitsmarkt, wie die Plattform auch genannt wird, ist Teil der enormen Umstellung, die zurzeit von der Bundesanstalt geleistet wird. Der neue Internetauftritt vollzieht einen weiteren Schritt vom alten Amt zur neuen Serviceagentur. Geboten wird neben einem neuen Suchverfahren auch eine überarbeitete Struktur, die alle bisherigen Serviceangebote des Arbeitsamtes bündelt.

Wir wollten von Frau Reiprich wissen, welche Vorteile das neue Angebot für die Arbeitsuchenden hat und wie die Umstellung auf das neue Portal vor Ort vollzogen wird. (Das Gespräch führte Marion Brüggemann.)

SDC: Der virtuelle Arbeitsmarkt ist frisch gestartet. Schon rein optisch erwartet die Arbeitsuchenden ein komplett anderes Angebot. Es ist sicher nicht nur für die Arbeitsuchenden neu und ungewohnt, sondern auch für Ihre Kolleginnen und Kollegen. Wie haben sie sich hier im Arbeitsamt Bremen auf den Start vorbereitet?

Jutta Reiprich: Wir haben Schulungen gehabt zum Virtuellen Arbeitsmarkt und eine Internetseite wo es Demoversionen gab. Hier konnten die Mitarbeiter in den letzten Wochen schon mal üben. Dann haben wir regelmäßig Teambesprechungen durchgeführt, um mögliche Schwierigkeiten, die es gerade in den ersten Tagen immer geben kann, abzuklären.

SDC: Was bringt das neue Angebot den Arbeitsuchenden? Was ist anders, was ist besser als vorher?

Jutta Reiprich: Besser ist auf alle Fälle, dass die Suche sehr vereinfacht ist. Bisher haben die Kunden auf verschiedenen Plattformen, auf verschiedenen Ebenen gesucht. Sie mussten Suchvorgänge immer wieder neu anstoßen. Und wenn sie jetzt über die neue Schnellsuche suchen, dann reichen drei Stichworte aus und man bekommt sinnvolle Ergebnisse. So kann man sich einen Überblick über bestimmte Bereiche des Marktes verschaffen. Wenn sie genauer suchen wollen, können sie auch ohne sich registrieren zu lassen, etwas detaillierter suchen. Die Arbeitsuchenden müssen jedoch einige Angaben machen. Der Vorteil liegt für den Kunden darin, dass wenn er sich registrieren lässt, der Arbeitgeber ihn auf der neuen Plattform finden kann. Arbeitsuchende können sich mit ihren Qualifikationen und ihren Wünschen an den Arbeitsplatz den Arbeitgebern präsentieren. Ganz neu ist auch das Suchverfahren, mit dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammengebracht werden – das bidirektionale Matching.

SDC: Was ist bidirektionales Matching? Bitte erklären Sie das genauer.

Jutta Reiprich: Es wird auf zwei Seiten gesucht. Zum einen auf Arbeitgeberseite. Der Arbeitgeber hat seine Ansprüche an den Arbeitnehmer; welche Fähigkeiten soll der potentielle Mitarbeiter haben? Was hat er als Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zu bieten? Der Arbeitnehmer hat ebenfalls Wünsche an den seinen zukünftigen Arbeitgeber und verfügt über bestimmte Qualifikationen und Fähigkeiten. Diese wechselseitigen Ansprüche und Wünsche werden in dem neuen Suchverfahren über Kreuz abgeglichen. Das ist neu und wird die Qualität der Suchergebnisse deutlich erhöhen. Es wird also auf mehreren Ebenen nach Übereinstimmungen gesucht. Das ist bidirektionales Matching.

SDC: Letztendlich sind es ja die Arbeitsuchenden, die den virtuellen Arbeitsmarkt nutzen sollen und diese müssen die neuen Suchstrategien verstehen, um zu guten Suchergebnissen zu kommen, bzw. geeignete Stellenangebote zu finden. Welche Hilfestellungen gibt es für Arbeitsuchende - also ihre Kunden - damit sie mit dem Virtuellen Arbeitsmarkt zurechtkommen?

Jutta Reiprich: Wir haben unsere neue virtuelle Mitarbeiterin Bea. Sie erklärt das neue Portal auf einfache, verständliche Weise. Das neue Suchverfahren bringt in jedem Fall die qualitativ hochwertigeren Ergebnisse.

SDC: Welche Hilfestellungen gibt es darüber hinaus für Arbeitsuchende Menschen, die nicht ohne weiteres Zugang zum Internet haben und sich nicht auskennen mit der Jobsuche im Internet?

Jutta Reiprich: Wir haben täglich Informationsveranstaltungen zu den bisherigen Angeboten von Arbeitsamt-Online gemacht. Das ganze wird jetzt umgestellt nach dem Start des Virtuellen Arbeitsmarktes. Die Kunden haben die personelle Unterstützung des Arbeitsamtes z.B. sind wir hier im BIZ permanent ansprechbar. Die Kunden, die überhaupt keine Interneterfahrung haben, haben die Möglichkeit ein Internetzertifikat zu erwerben. Wir machen gleichzeitig Informationsveranstaltungen, und legen Listen aus für Einführungsveranstaltungen. Wenn wir genügend Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammen haben, laden wir zu Infoveranstaltungen ein. Es soll niemand ohne Hilfe bleiben beim Umgang mit dem neuen Angebot.

SDC: Gibt es ein bundesweites Programm zur Einführung in den virtuellen Arbeitsmarkt?

Jutta Reiprich: Nein, ein bundesweites Programm gibt es nicht, aber eine bundesweite Hotline, die bei der Nutzung des virtuellen Arbeitsamtes berät! Die Nummer der Hotline ist 01805-345321.

SDC: Die Umstellung auf das neue Serviceportal geschieht im Hinblick auf die unterschiedlichsten Ziele. Welches Ziel ist für sie persönlich, vor dem Hintergrund ihrer Tätigkeit hier im Berufsinformationszentrum besonders wichtig?

Jutta Reiprich: Das Wichtigste ist für mich, dass der Arbeitmarkt für die Kunden transparenter und übersichtlicher wird!

SDC: Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen & Hilfen

Der Virtuelle Arbeitsmarkt wird in mehreren Stufen entwickelt. Seit dem 1. Dezember stehen die Hauptfunktionen des neuen Portals bereits zur Verfügung. Bis Mitte nächsten Jahres werden die vorhandenen Funktionen ausgebaut. Mit der zweiten Stufe im Mai 2004 soll ein Bewerbungsmanagement sowie die multimediale Präsentation von Unternehmen über das Portal möglich sein. In der dritten Stufe führt die BA ein virtuelles Auskunftszentrum ein, welches auf Anfragen der Kunden reagiert.

Schon jetzt steht den Nutzerinnen und Nutzern die virtuelle Mitarbeiterin Bea zur Verfügung. Die nette und hilfsbereite Bea führt mit ihren Erklärungen den ungeübten Nutzer durch den Virtuellen Arbeitsmarkt und gibt Orientierung im Angebot. Für alle Fragen, die Bea nicht beantwortet, steht eine bundesweite Hotline der BA zur Verfügung (01805-345321 / 12 ct./Min.), bzw. ein E-Mailservice der Fragen zum neuen Angebot beantwortet (hotline@service.arbeitsagentur.de).

Wenn Sie in einer sozialen Einrichtung arbeiten und ihre Klientel an die Möglichkeiten des virtuellen Arbeitsmarktes heranführen wollen, können Sie darüber hinaus auf den Seiten der Stiftung Digitale Chancen neue Informationen zur Jobsuche im Internet einsehen. Unter anderem finden Sie hier eine Liste mit häufig auftretenden Fragen (FAQs) zum Virtuellen Arbeitsmarkt, die wir ständig für Sie aktualisieren:
Zur FAQ-Liste


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.arbeitsargentur.de

Im Angebot der SDC seit 04.12.03 (mbr)

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Erwachsenenbildung, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Arbeitslose / Aktivitäten für Arbeitslose, Arbeitswelt, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein




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