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199 Franken für 5 Tage Internet - Weltgipfel in Genf gibt schlechtes Beispiel
WSIS Koordinierungskreis
Auf dem diese Woche in Genf stattfindenden UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft wird es kein freies Internet geben. Anfänglich mit Unglauben aufgenommene Gerüchte haben sich nun bewahrheitet. Der Gipfel, der sich u.a. mit Lösungen zur Überwindung der digitalen Spaltung befasst, geht mit schlechtem Beispiel voran. Alle akkreditierten Besucher bekommen ein auf zwei Stunden begrenztes Zeitkontingent für den Internetzugriff – für die Option während des 5-tägigen Gipfels zeitlich unbegrenzt auf das Internet zugreifen zu können, werden 199 Schweizer Franken verlangt.
Nicht nur Besucher und Besucherinnen aus der dritten Welt sind empört über diese Herangehensweise und die hohen Kosten. »Von diesem Geld kann man in Bulgarien zwei Monate leben«, sagte Veni Markovski, Chair der Internet Society Bulgaria, ICANN Direktor und Mitglied des zivilgesellschaftlichen WSIS Büros in Genf.
»Diese Herangehensweise ist inakzeptabel für einen Weltinformationsgipfel.«, so Markus Beckedahl vom WSIS-Koordinierungskreis. »Die Inititiative vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen auf dem WSIS zeigt, dass es auch anders geht: mit Hilfe von Wireless-LAN sollen freie Netzwerke auf dem Gipfelgelände entstehen. In vielen entwicklungspolitischen Projekten als auch in deutschen Kommunen werden freie Netze schon eingesetzt, um die Teilhabe vieler Menschen am Internet zu ermöglichen.«
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