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Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) warnen vor einer unkontrollierten Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten. "Unternehmen sammeln immer mehr und immer systematischer Daten über Verbraucher", sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller und ULD-Leiter Helmut Bäumler ergänzte mit einer Parole: "Heraus aus der Lethargie, dem Desinteresse und der Resignation.". "Sonst", sagte er weiter, "wachen Sie morgen in einer anderen Gesellschaft auf."
Bei der Präsentation ihres gemeinsam herausgegebenen Buches zum Datenschutz für Verbraucher beklagten der vzbv und das ULD eine "unterentwickelte Datenschutzkultur" in Deutschland: "Die Dämonisierung des Problems hilft ebenso wenig wie das Kleinreden realer Risiken", sagte der Leiter des ULD, Dr. Helmut Bäumler. "Die sorglose Freigiebigkeit vieler Verbraucher bei den eigenen Daten, die zunehmende Ausbeutung von Kundendaten und die neue staatliche Sammelwut nach dem 11. September verdichten sich zu einem gefährlichen Gemisch," so vzbv-Chefin Edda Müller.
Die fortschreitende Digitalisierung und die explosionsartige Zunahme der Datenströme führen zu einer immer stärkeren Vernetzung und Ausnutzung von Verbraucherdaten. Besonders problematisch sind die folgenden Entwicklungen:
Die Sorge über die Sammelwut der Unternehmen hat einen realen Hintergrund: Informationen über Kunden und Verbraucher sind bares Geld wert - und können Verbraucher teuer zu stehen kommen. Die Möglichkeiten der modernen Datenverarbeitung verleiten manche Branchen dazu, wirtschaftliche Risiken völlig minimieren zu wollen. Zentrale Datenbanken der Versicherungs- und Kreditwirtschaft halten jedes abweichende Verhalten fest. Schon Bagatellen können noch nach Jahren zur Benachteiligung von Kunden führen.
Mit dieser Entwicklung hat das Datenschutzrecht nicht Schritt gehalten. Statt das Bundesdatenschutzgesetz immer komplizierter zu verästeln, sollte der Gesetzgeber das Datenschutzrecht gezielt in drei Punkten schnell und wirkungsvoll verbessern:
Bäumler und Müller riefen die Verbraucher zu mehr Vorsicht beim Umgang mit ihren Daten auf. "Man kann im Internet einkaufen, ein Handy haben und Tickets online buchen und trotzdem eine Menge zum Schutz der eigenen Daten unternehmen", so Helmut Bäumler. "Genau deshalb veröffentlichen wir auch unser Buch mit 99+1 Tipps zum Datenschutz für Verbraucher."
99+1 Beispiele zu Ihrem Datenschutz
Das Buch "Datenschutz für Verbraucher: 99+1 Beispiele zu Ihrem Datenschutz" will Verbrauchern Hilfestellung bei einem wirksamen Schutz der eigenen Daten geben. Anhand zahlreicher Alltagsbeispiele zeigt der Ratgeber konkrete Schritte, um die eigenen Daten besser im Blick zu behalten. Außerdem bekommen Unternehmen Tipps, wie das BDSG in der Praxis umzusetzen ist. Das 167 Seiten umfassende Buch ist eine gemeinsame Veröffentlichung des ULD und des vzbv.
Das Buch "Datenschutz für Verbraucher 99+1 Beispiele zu Ihrem Datenschutz" kann für eine Versand- und Portokostenpauschale von zwei Euro bestellt werden beim Versandservice des vzbv, Heinrich-Sommer-Str. 13, 59939 Olsberg, Tel. (02962) 90 86 47, Fax (02962) 90 86 49,
versandservice@vzbv.de oder als pdf-Datei von der vzbv-Website (Allg. Verbraucherfragen - Datenschutz - Dokumente & Positionen, 800KB) heruntergeladen werden. Sie können es auch über den vzbv-Shop (www.ratgeber.vzbv.de) online bestellen.