Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat am 25. Februar 2004 die zweite "MoBüD"-Projektphase eingeleitet. Im Rahmen des Projekts werden die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Bürgerberater nicht mehr an die Räumlichkeiten des Bürgeramts gebunden sind. Entgegenkommen will die Verwaltung damit vor allem älteren, kranken oder behinderten Menschen, denen der oft beschwerliche Weg in die Ämter erspart bleiben soll.
Ein Rollkoffer mit tragbarem Rechner, Drucker, Kartenlesegerät, Formularen und Amtsstempeln ermöglicht es, an beliebigen öffentlichen Orten (z.B. Krankenhäuser, Schulen, Einkaufszentren) für einige Stunden ein Bürgeramt aufzubauen. Dort kann der Bürger Dienstleistungen wie Passanträge, An- und Ummeldungen oder die Ausstellung von Lohnsteuerkarten nutzen. Die Übertragung der Daten vom mobilen Bürgeramt zum Netzwerk des Landes erfolgt drahtlos über das Breitbandnetz UMTS. Für die Entwicklung sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik und IVU Traffic Technologies verantwortlich.
MoBüD ist ein Leitprojekt der Initiative MobilMedia des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Das Ministerium fördert das etwa 4 Millionen Euro teure Projekt mit 2,6 Millionen.
Das Pilotprojekt in den Bezirken Spandau und Pankow läuft bis September 2004. Ob und wann das System flächendeckend eingeführt wird, ist noch nicht geklärt.