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Durchgeführt wurde die Benchmarking-Studie von der Internetplattform politik-digital.de mit Sitz in Berlin. politik-digital.de berichtet über Internet-Wahlkämpfe, Trends und politische Kampagnen im Netz und führt regelmäßig Vergleichstests von Internetseiten durch. Unter anderem wurden die Websites von Abgeordneten des Deutschen Bundestages wiederholt getestet.
„Mit dem Vergleichstest wollen wir den Nachzüglern auf die Sprünge helfen und honorieren, dass in der politischen Kommunikation einzelne Akteure ihre Lektion gelernt haben“, erklärt Christoph Dowe, Geschäftsführer von politik-digital.de.
Alle 16 Länderparlamente haben inzwischen einen eigenen Internetauftritt.
Bewertet wurden die Internetseiten jeweils in sieben Kategorien: Inhalte, Service, Interaktivität, Navigation, Technik, Gestaltung und Erreichbarkeit. Zusätzlich wurden allen Landtagen E-Mails gesendet, um die Reaktionszeit der Verwaltung zu messen. Insgesamt erreicht werden konnten 205 Punkte. In jeder Kategorie wurde ein separates Ranking erstellt, um die Stärken und Schwächen einzelner Länderparlamente sichtbar zu machen, dass auf der Internetseite www.politik-digital.de eingesehen werden kann. Sieger der einzelnen Kategorien:
- Inhalt: Hessischer Landtag und Landtag Nordrhein-Westfalen
- Service: Bayerischer Landtag
- Interaktivität: Landtag Rheinland-Pfalz
- Navigation: Hamburgische Bürgerschaft, Landtag Niedersachsen, Landtag Saarland
- Technik: Hamburgische Bürgerschaft und Bayerischer Landtag
- Gestaltung: Landtag von Baden-Württemberg, Bayerischer Landtag, Landtag Niedersachen
- Erreichbarkeit: Bremische Bürgerschaft
- Reaktion: Landtag von Baden-Württemberg
Zwar haben alle Parlamente ihre ersten Lektionen gelernt – bei Gestaltung, Navigation und Erreichbarkeit stehen die meisten Länderparlamente gut da.
Auch die Aufbereitung der Inhalte wurde von den Testern weitgehend positiv bewertet. Verbesserungswürdig sind allerdings die Servicebereiche und interaktive Kommunikationsmöglichkeiten – hier zeigt sich, dass der Bürger als Adressat von vielen Landtagsparlamenten noch nicht ausreichend mit Angeboten zum politischen Leben in einem Bundesland bedient wird.
Auf die Test-Mails antworteten viele Länderparlamente in der vorgegebenen Zeit – allerdings in stark unterschiedlicher Qualität und Geschwindigkeit. Die schnellste Antwort kam aus Baden-Württemberg – auch die inhaltliche Qualität stimmte.
Kurios: In der Testphase wurde ausgerechnet in Hamburg ein neuer Internetauftritt freigeschaltet, der daher zweimal getestet werden musste – im Ranking schnellten die Hamburger vom drittletzten auf den ersten Platz.
Noch hat kein Landesparlament die Vorteile des Internet wirklich verstanden:
In den meisten Fällen wird das neue Medium als Sendemedium wie Tageszeitung oder Fernsehen verstanden. Die Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation werden bei weitem nicht ausgeschöpft. Selbst das bestplazierte Parlament in Hamburg erreichte daher nur 128 von 205 möglichen Punkten. Die schlechteste Website aus Sachsen-Anhalt erhielt dagegen nur 96 Punkte.
Tröstlich: Alle Parlamentsseiten liegen in der Bewertung nah beieinander – auf Länderparlamentsseiten regiert also das Mittelmaß. Innovative Methoden der Politikvermittlung sucht man weitgehend vergebens. „Das ist schade.“ kommentiert Christoph Dowe. „Die Länderparlamente sollten mehr Mut beweisen, mit dem neuen Medium Bürgernähe zu stärken. Die Parlamente müssen neue Methoden erarbeiten, um Politik interessant und lebensnah darzustellen. Gerade junge Menschen sind dabei anzusprechen – dort ist die Wahlbeteiligung schließlich längst ein großes Problem. Aber auch ältere Bürger verlangen nach professioneller Politikdarstellung in den neuen Medien.“
Die gesamte Studie und alle Rankings sind auf der Internetseite www.politik-digital.de abrufbar.
politik-digital.de ist Preisträger des Grimme Online Award Medienkompetenz 2001 und weiterer Preise. Die Redaktion berichtet regelmäßig über die Themen E-Democracy, E-Government und E-Consumer. politik-digital.de führt regelmäßig Chats mit Politikern in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern durch (tagesschau.de, sueddeutsche.de, Fraunhofer Gesellschaft etc.) und erarbeitet wissenschaftliche Studien, die sich mit dem bürgerfreundlichen und partizipativen Einsatz des Internet in der Politik beschäftigen. Die Website wird vom überparteilichen Trägerverein pol-di.net e.V. betrieben.