Nach Berechnungen aus der letzten ARD/ZDF-Online-Studie von 2003 gab es in der Altersgruppe 50+ relativ und absolut betrachtet hohe Zuwächse.
Zwischen den Erhebungswellen von 2002 und 2003 kamen 2,3 Millionen Onliner in dieser Altersgruppe hinzu, das ist ein Zuwachs von 47 Prozent. In der absoluten Masse ist das der höchste Zuwachs seit Beginn der Studie 1997. Bislang gab es den höchsten Zuwachs 2001 mit 1,7 Millionen. Siehe hierzu Grafik 1:
Mit 7,2 Millionen Onlinern beträgt der Anteil an Internetnutzern in der Gruppe 50+ nunmehr 25,4 Prozent. 2002 betrug der Anteil noch 17,6%; der Anstieg um 7,8 Prozentpunkte ist ebenfalls der bislang höchste; 2001 betrug der Anstieg 6 Prozentpunkte. Siehe hierzu Grafik 2:
Auch wenn der fast 50-prozentige Zuwachs innerhalb der älteren Onliner-Gruppe erfreulich hoch ist, relativieren sich die Zahlen, wenn man sie in Bezug zur Bevölkerungsgröße dieser Altersgruppe setzt: Denn bei einer Gesamtgröße von über 28 Millionen Personen ab 50 Jahren bewirken die 2,3 Millionen neuen Onliner lediglich einen Anstieg um 8,1 Prozent.
Ernüchternd auch, wenn man die Zugewinne mit denen der jüngeren Restgruppe von 14-49 Jahren vergleicht. Mit 3,9 Millionen hinzugekommenen Onlinern wuchs die Onliner-Gruppe auf 27,3 Millionen. Das ist ein Zuwachs um 16%, was verhältnismäßig gering ist. Im Jahre 200 und 2001 fiel der absolute Zuwachs mit 6,1, Millionen und 4,8 Millionen deutlich höher aus. Bezogen auf die Gesamtgröße dieser Altersgruppe, mit ca. 36 Millionen Personen, ist dies immerhin ein Anstieg um etwa 11 Prozent.
Der Anteil an Internetnutzern stieg um 11,5 Prozentpunkte auf nunmehr 75,8 Prozent. Dieser Anstieg in der Internetpenetration ist der niedrigste Wert seit 1999, dennoch aber höher als in der Gruppe 50+ (7,8 Prozentpunkte). Während drei Viertel der 14-49jährigen zu den Onlinern zählt, ist es nur jeder Vierte bei den Personen ab 50 Jahren.
Die Kluft zwischen alt und jung hat bezogen auf die Internetanteile demzufolge weiter zugenommen: Betrug der Abstand 2002 46,7 Prozentpunkte sind es nunmehr 2003 50,4 Prozentpunkte!
Trotz hoher Zuwächse bleibt also die Problematik der sogenannten digitalen Spaltung' zwischen alt und jung mehr denn je bestehen.
Ein positiver Effekt haben die Zugewinne der älteren Onliner allerdings: Eine Alterung der Onliner-Gemeinde! Denn durch die 2,3 Millionen hinzugekommenen Onlinern ab 50 Jahren, beträgt deren Anteil nunmehr 21 Prozent. 2002 waren es noch 17 Prozent. Jeder Fünfte Onliner ist somit 50 Jahre und älter. Siehe hierzu Grafik 3:
Abschließend sei noch die Frage gestellt, warum es 2003 zu diesen hohen Anstieg bei den älteren Onlinern kam? Zum einen gab es generell einen hohen Wachstumsschub, was sich in beiden Gruppen alt und jung niederschlug. Zum anderen: 2002 fiel das Wachstum bei den Personen ab 50 Jahren sehr niedrig aus bzw. stagnierte. Zu 2003 gab es anscheinend eine Art Aufholung', zumindest scheint die Entwicklungskurve wieder ihren linearen Verlauf von 2001 zu nehmen. Offen bleibt, warum es 2002 zu diesem Wachstumsknick kam - ob aus methodischen Gründen (z.B. ungünstiger Erhebungszeitraum) oder tatsächlich altersspezifische Ursachen eine Rolle gespielt haben? In der Altersgruppe 14-49 Jahren gab es zumindest 2002 nicht diese Stagnation, vielmehr verlief die Wachstumskurve gleichmäßig.
Fußnote: Als Onliner gilt in dieser Studie wer gelegentlich das Internet nutzt'.
Die Grafiken stehen auch als pdf-Datei zur Verfügung
Trotz hoher Zuwächse bei 50plus bleibt ‚digitale Kluft’ zwischen alt und jung bestehen