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Handel und Arbeit kommen zurück ins Dorf

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Quelle: Volksblatt "Karlstadt" vom 03.11.00

Schnelle Datenleitungen machen es möglich RETZSTADT (KA) Schnelle Datenleitungen können die Arbeit und den Handel zurück ins Dorf holen. Wie Kommunen im ländlichen Raum diesen Prozess forcieren können, war Thema einer Arbeitstagung des Kreisverbandes Main-Spessart des bayerischen Gemeindetages zum Thema "Zukunft der Arbeit im ländlichen Raum". Sie fand einen Tag vor dem offiziellen Ende der Expo in Retzstadt statt. 35 Bürgermeister und leitende Verwaltungsbeamte sowie die beiden Landräte Armin Grein und Waldemar Zorn kamen. Wie Kreisvorsitzender Roland Metz bei der abschließenden Pressekonferenz erläuterte, müssen die Gemeinden vor allem die Rahmenbedingungen schaffen. Insbesondere sei ein schnelles Breitbandnetz als Infrastruktur notwendig. Allerdings würden neue Breitbandnetze in den nächsten drei Jahren eher nicht entstehen. Damit haben neben Retzstadt mit bereits aufgerüstetem Netz die Gemeinden Rimpar, Güntersleben, Thüngersheim, Erlabrunn, Zellingen und Himmelstadt dank existierender Breitbandverkabelung, die mit dem Rückkanal aufgerüstet werden könnten, einen gewissen Vorsprung Architekt Rudolf Röbig aus Schondra zeigte in seinem Vortrag auf, dass es für Telearbeit keiner Gewerbegebiete bedarf. Seine Idee für Retzstadt: Ein Modellgebiet rund um die alte Jugendherberge, die als Telehaus genutzt werden könnte, das Wohnen, Arbeit und Freizeit optimal integriert. Zum "virtuellen Rathaus" sagte Roland Metz, es könne die echten Rathäuser nicht ersetzen, aber ergänzen. Mit ihm könne der Bürger Dienstleistungen der Gemeinde in Anspruch nehmen, ohne das Rathaus zu betreten. Retzstadts Bürgermeister Reinhold Möller war als Referent bei der Arbeitstagung in seinem Element. Sein Fazit: Für Warenströme muss ein Gewerbestandort an Auto- und Eisenbahn angebunden sein, für die Arbeit an die "Datenbahn". So könne die Arbeit ins Dorf zurückkehren, ortsansässige Händler in den E-Commerce einsteigen und neue Handelsunternehmen mit niedrigen Gewerbesteuer-Hebessätzen angelockt werden. Über Pro-Share hatte sich Michael Gutjahr, Geschäftsführer des Tele-GIS Innovationscenter aus Sternenfels in Baden-Württemberg, während der Tagung für einen Vortrag zugeschaltet. In diesem "Expo-Dorf-2000" mit 2500 Einwohnern und zwei Ortsteilen wurden in den zehn Jahren 750 neue Arbeitsplätze im Bereich der Hochtechnologie geschaffen. Auch in Sternenfeld setzt man auf die Weiterbildung der Einwohner. Dank der Unterstützung durch die Telekom und das Land Baden Württemberg konnten fünf Fahrzeuge mit mobilen Internetcafés angeschafft werden. Das Interesse zu lernen, wie man mit dem Internet arbeiten kann, sei sehr hoch, berichtete Gutjahr. Inzwischen würden sogar andere Gemeinde beraten.


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