|
![]() |
|
||||
|
Start |
||||||
Die Grameen Bank aus Bangladesch hat unter mehr als 220 internationalen Nominierungen den Zuschlag für den Petersberg Prize 2004 erhalten. Mit dem Projekt "Village Phone" ermöglicht es die Bank Frauen aus ländlichen Regionen in Bangladesch, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich damit aus den Fängen der Armut zu befreien. Weltbank-Präsident James D. Wolfensohn überreichte den mit 100.000 Euro dotierten Preis an Grameen-Bank-Gründer und -Direktor Muhammad Yunus.
Der erstmals ausgeschriebene Petersberg Prize wird Projekten verliehen, die durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einen herausragenden Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Er wird von der Development Gateway Foundation, gegründet von der Weltbank, vergeben. Das Preisgeld von 100.000 Euro spendeten die Deutsche Telekom AG und die Microsoft Deutschland GmbH. Gastgeber Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßte Gäste aus internationaler Politik und Wirtschaft zur Preisverleihung auf dem Petersberg bei Bonn. Den feierlichen Festakt begleiteten prominente Redner wie Paul Kagame, Präsident von Ruanda, und Jorge Quiroga, ehemaliger Staatspräsident Boliviens, sowie Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, Jürgen Gallmann, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, und die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, Bärbel Dieckmann.
Mobiles Dorftelefon macht aus Bäuerinnen Geschäftsfrauen Die auf Mikrokredite spezialisierte Grameen Bank ermöglicht es mit ihrem Projekt Village Phone engagierten Frauen, einen mobilen Telefondienst im ländlichen Bangladesch einzurichten. Damit haben sich nicht nur die betreffenden Frauen aus der Armut befreit, sie haben auch eine Dienstleistung aufgebaut, die gleichzeitig der Landbevölkerung von Nutzen ist. So können sich heute die Bauern vor Ort über aktuelle Marktpreise für Agrarprodukte informieren und haben die Möglichkeit, bei medizinischen Notfällen Hilfe anzufordern. Über 28.000 Dörfer profitieren schon heute von diesem Service. "Ich hoffe, die Welt wird in Zukunft der Bedeutung von Informationstechnologien zur globalen Bekämpfung der Armut mehr Aufmerksamkeit schenken" erklärte Muhammad Yunus.
Development Gateway Forum diskutiert den Beitrag von IKT zur Armutsbekämpfung
Die Preisverleihung ist Teil und Auftakt des zweiten Development Gateway Forums, einer zweitägigen Fachkonferenz auf dem Petersberg zur Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien bei der Bekämpfung der Armut.
Veranstalter des Forums sind die Development Gateway Foundation mit Sitz in Washington D.C., das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Telekom.
Die Forumsteilnehmer werden diskutieren, wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern an Informations- und Kommunikationstechnologien teilhaben können, um lokale Bildungskapazitäten und Wirtschaftswachstum aufzubauen.
Die Ergebnisse der Debatten werden in einen Aktionsplan einfließen, der als so genannte "Petersberg-Declaration" dazu beiträgt, dass auch Menschen in den ärmsten Regionen der Welt am Informationszeitalter teilhaben können.