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Unter den Teilnehmern des Forums, das im Konferenz-Center des Petersbergs bei Bonn Wege aus der Armut in Entwicklungsländern mithilfe innovativer ICT-Techniken diskutierte, befanden sich offizielle Vertreter von Staaten, hochkarätige Geschäftsleute sowie Privatpersonen. Veranstaltet wurde das Forum von der Development Gateway Foundation, einer Initiative der Weltbank, gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Telekom AG.
Der Aktionsplan fasst die wichtigsten Ergebnisse des Forums als Strategiepapier für die Zukunft zusammen:
- Die Effektivität von Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern: Bereits existierende Online-Verzeichnisse über weltweite Entwicklungsprojekte, wie das 500.000-Einträge starke AiDA-Verzeichnis, müssen möglichst anwenderfreundlich und praxisorientiert gestaltet und so vielen Nutzern wie möglich zur Verfügung gestellt werden.
- Der Einsatz von ICT zum Erreichen der Ziele in der Entwicklungszusammenarbeit dieses Jahrtausends (Millennium Development Goals, MDGs): Damit weltweit und auf entsprechend lokalen Ebenen die Aktivitäten zum Erreichen der Ziele jederzeit verfolgt werden können, muss eine Organisationsplattform geschaffen werden, die überprüfende Funktionen ausführt.
- Der Einsatz von ICT im Zusammenhang mit öffentlichen Mitteln: Das "dgMarket-System" der Development Gateway nutzen, um Transparenz in die Ausgaben öffentlicher Mittel in den Entwicklungsländern zu bringen und Korruption zu unterbinden.
- Das Ende von Sprachbarrieren: Durch die Verbreitung des Englischen besteht nicht nur eine IT- sondern auch eine sprachliche Barriere, die nicht-englischsprachige Menschen ausgrenzt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, mehr regionale Inhalte in den entsprechenden Sprachen zu schaffen. Diese Aufgabe übernehmen die lokalen Country Gateways, die in Zusammenarbeit mit dem Development Gateway in 55 Ländern der Welt aktiv sind.
Das Development Gateway übernimmt die Ergebnisse des Forums als Teil seiner Geschäftsstrategie.
Die Ziele in der Entwicklungszusammenarbeit erreichen
"Die Entwicklungsländer spielen eine zentrale Rolle für das Wachstum, die wirtschaftliche Entwicklung, die Stabilität und den Frieden dieser Welt", so der Leitgedanke der Rede von James D. Wolfensohn, Präsident der Weltbank. Nachdem er den bisherigen Erfolg des Development Gateway hervorgehoben hatte, betonte er, dass nun die wahre Herausforderung darin bestehe, "diese Informationen so zu verwerten, dass am Ende die Ziele erreicht werden".
Dr. Mamphela Ramphele, Präsidentin der Development Gateway Foundation, fügte hinzu, dass es das zugrunde liegende Prinzip der Arbeitsweise des Development Gateway sei, "entscheidende Informationen zeitkritisch bereitzustellen, und zwar dort, wo die Betroffenen leben. Wir wissen, dass die Welt darauf zählt, dass wir die Ziele unserer Entwicklungszusammenarbeit erreichen, also müssen wir alles aus den Mitteln herausholen, die uns dafür zur Verfügung stehen. ICT ist hier eines der vielversprechendsten Mittel".
Ministerpräsident Peer Steinbrück begründete das Engagement Nordrhein-Westfalens auch damit, dass das Land mit rund 350.000 Beschäftigten einer der führenden europäischen Standorte im Bereich der Medien- und Kommunikationswirtschaft sei, der auch weniger entwickelte Länder von diesem Know-how profitieren lassen wolle. Er rief zu gemeinsamen Anstrengungen auf, um die "digitale Kluft" zwischen den Technologie-Nationen und den Ländern der 3. Welt zu verringern.
Während des Forums wurde erstmalig der "Petersberg Prize" für den herausragenden Einsatz von ICT in der Entwicklungszusammenarbeit vergeben.
Preisträger ist das "Village Phone-Projekt" der Grameen Bank in Bangladesch. Das Projekt erhielt den Preis für seine Idee, Frauen durch den Vertrieb von Mobiltelefonen zu Geschäftsleuten zu machen und ihnen zu ermöglichen, aufgrund dieser Selbstständigkeit ihre Armut zu überwinden. Das Projekt hat bislang 28.000 abgelegene Dörfer mit wichtigen Markt- und Alltagsinformationen versorgen können und den Menschen dort ermöglicht, erstmals mit der Welt außerhalb ihrer Dörfer zu kommunizieren. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wurde gesponsert von der Deutsche Telekom und Microsoft.
Auf dem Development Gateway Forum wurden Ansprachen u. a. von James D. Wolfensohn, Präsident der Weltbank, Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda und Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender und CEO der Deutsche Telekom gehalten.
Die Development Gateway Foundation (www.developmentgateway.org) ermöglicht den Einsatz von ICT in der Entwicklungszusammenarbeit. Sie hilft den Bewohnern von Entwicklungsländern, ihre Armut zu überwinden, indem sie Partnerschaften und Informationssysteme koordiniert, die das entsprechende Know-how hierfür bereitstellen. Die Foundation ist eine unabhängige, nicht-profitorientierte Organisation mit Sitz in Washington DC, USA.