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"Deutsch und PC" wurde im Herbst 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dem Kultusministerium an drei Grundschulen im Frankfurter Gallusviertel mit einem Zuwandereranteil von bis zu 70 Prozent ins Leben gerufen. Erstklässler mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden seitdem in eigenen Fördergruppen parallel zum Klassenverband täglich zwei Stunden in den Fächern Deutsch und Mathematik unterrichtet. Dies ermöglicht eine sehr gezielte und individuelle Unterstützung der Kinder. Dieser Unterricht wird durch den Einsatz von Lernprogrammen am PC ergänzt. Er zielt auf die Förderung der Sprach-, Lese- und Medienkompetenz der Zuwandererkinder, die aufgrund der Lebensumstände in der Regel eine geringere häusliche Unterstützung in diesem Bereich erfahren. Das Modellprojekt im Gallusviertel ist auf fünf Jahre angelegt.
Hertie-Stiftung und Kultusministerium haben den Projektverlauf an den drei Modellschulen - der Ackermannschule, der Günderrodeschule und der Hellerhofschule - seither genau beobachtet und können ein sehr positives Fazit ziehen: Zuwandererkinder, die mit erheblichen sprachlichen Defiziten eingeschult wurden, schaffen mithilfe der intensiven Förderung den Anschluss an die Muttersprachler. Mit der sprachlichen Mobilität wächst die Selbstsicherheit: Aus anfangs oft "stummen" Kindern, die sich am Unterricht nicht beteiligen und müde und abwesend wirken, werden lebhafte Mitschüler, die sich in das Klassengefüge integrieren und die keine Angst mehr haben müssen, allein wegen mangelnder deutscher Sprachkenntnisse das Klassenziel nicht erreichen zu können. Auch die übrige Klasse profitiert. Sie kann ohne Rücksicht auf nicht gut deutsch sprechende Kinder zügiger lernen.
Zum Vergleich: Laut "Migrationsbericht Hessen 2002" werden ausländische Kinder im Vergleich zu deutschen mehr als doppelt so häufig vom Schulbesuch zurückgestellt. Sie wiederholen drei bis vier mal so häufig eine Klasse, fast ein Viertel von ihnen bleibt ohne Hauptschulabschluss und nur 11 Prozent erreichen das Abitur. "Frühes Deutsch lernen wird hier die Kehrtwende bringen", so die Ministerin. "Die Beherrschung der deutschen Sprache ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsweg von Zuwandererkindern," ergänzte Dr. Kaehlbrandt. "Sie müssen die deutsche Sprache deshalb so früh, so perfekt und so vollständig wie möglich erlernen."
Den zwölf neuen Projektschulen, die alle einen hohen Zuwandereranteil haben, wird vom Ministerium je eine halbe Lehrerstelle zusätzlich zugewiesen. Schon jetzt erhalten diese Grundschulen wie auch alle übrigen Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil in Hessen je nach Schülerzahlen ein bis drei Stellen zusätzlich für Deutsch-Förderangebote für Migrantenkinder. Die Hertie-Stiftung, die das Modellprojekt mit einem Budget von 1,3 Mio. € fördert, stellt für die Ausweitung noch einmal 140.000 € zur Verfügung. Hiervon wird die Ausstattung der neuen Schulen mit PCs finanziert. Ein Teil der Mittel fließt in den Aufbau eines Netzwerkes aller 15 "Deutsch und PC"-Schulen in Hessen.
Beide Projektpartner verfolgen das Ziel, die Integration ausländischer Kinder in die Gesellschaft unseres Landes zu fördern. Mit der gezielten Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache wollen sie den Anteil von Zuwanderern auf weiterführenden Schulen und beim Abitur deutlich erhöhen. Für die Hessische Landesregierung ist "Deutsch und PC" Teil eines umfassenden Förderkonzeptes für Migrantenkinder. Hessenweit werden schulische Förderkurse angeboten, die im Schuljahr 2003/04 von rund 71.000 Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in 8.690 Kursen besucht werden. "Die Zahl der Deutsch-Förderangebote in Hessen hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt", sagte Wolff. Für das Förderkonzept stellt das Land insgesamt 940 Lehrerstellen und 500.000 € für Sachmittel bereit.
Für die Hertie-Stiftung begründete Deutsch und PC den Förderschwerpunkt Integration. Mit 1,7 Mio. € hat sie 2002 das START-Stipendienprogramm für begabte und engagierte Zuwandererkinder und -jugendliche in Hessen ins Leben gerufen, das inzwischen über Hessen hinaus Verbreitung gefunden hat. Seit diesem Jahr setzt sich die Stiftung mit dem Projekt "frühstart - Deutsch und interkulturelle Erziehung im Kindergarten" gemeinsam mit der Herbert-Quandt-Stiftung und der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung in Kooperation mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Hessischen Kultusministerium für den vorschulischen Spracherwerb ein. frühstart hat ein Volumen von 500.000 €.
Die 12 neuen Schulen im Projekt "Deutsch und PC":
Brüder-Grimm-Schule Stresemannstr. 10 63450 Hanau
Grundschule Villa Kunterbunt Goethestr. 61 63477 Maintal 2
Heinrich-Heine-Schule, Karlsbader Str. 12, 63454 Hanau
Brüder-Grimm-Schule, Luisenstr. 22, 36179 Bebra
Humboldtschule, Humboldtstr. 30, 63069 Offenbach a. M.
Wilhelmschule, Wilhelmstr. 12, 63065 Offenbach a. M.
Astrid-Lindgren-Schule, Nibelungenstraße, 63128 Dietzenbach
Aueschule, Talstr. 1-3, 63128 Dietzenbach
Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Schulstr. 23, 63128 Dietzenbach
Regenbogenschule, Theodor-Heuss-Ring 5, 63128 Dietzenbach
Sterntalerschule, Kindäckerweg 2, 63128 Dietzenbach
Grundschule II, Heinrich-Schneider-Str. 48, 35260 Stadtallendorf