Das Internet beeinflusst das Alltagsleben der Amerikaner, doch traditionelle offline Gewohnheiten herrschen immer noch vor.
Eine große Mehrheit der amerikanischen Internetnutzer sagt, dass das Internet eine Rolle in ihrem üblichen Tagesablauf spielt und dass ihr täglicher Rhythmus negativ beeinflusst würde, könnten sie nicht länger online gehen.
Doch trotz großer Beliebtheit und Verlockung spielt das Internet gegenüber altmodischen Gewohnheiten immer noch die zweite Geige.
Einige der Schlüsselergebnisse einer neuen Umfrage des Pew Internet & American Life Project sind:
- 88 Prozent der online Amerikaner sagen, dass das Internet eine Rolle in ihrem üblichen Tagesablauf spielt. Ein Drittel von diesen gibt an, dass es eine wichtige Rolle spielt, während die restlichen zwei Drittel sagen, es spiele eine weniger wichtige Rolle. Die Aktivitäten, die diese Gruppe als sehr wichtig bezeichnet, sind die Kommunikation mit Familie und Freunden und die Möglichkeit eine Fülle von Informationen zur Hand zu haben.
- 64 Prozent der Internetnutzer sagen, dass ihre täglichen Routinen und Aktivitäten negativ beeinflusst würden, könnten sie das Internet nicht länger benutzen.
- 53 Prozent der Internetnutzer sagen, sie würden bestimmte tägliche Aktivitäten allein deshalb häufiger ausüben, weil sie diese mit Hilfe des Internets verrichten können. Die beliebtesten sind die Kommunikation mit Familie und Freunden und das Nachschauen von Informationen.
Auch wenn fast alle Internetnutzer online gehen, um einige ihrer üblichen Alltagsverrichtungen online auszuüben, behalten die meisten Menschen trotzdem die traditionellen offline Möglichkeiten zur Kommunikation, Abwicklung von Geschäften, Beschaffung von Informationen und Unterhaltung bei. Bevorzugt offline würden sie zum Beispiel Folgendes tun: Nachrichten rezipieren, Spiele spielen, Rechnungen bezahlen, Postkarten verschicken, Telefonnummern und Adressen nachschauen, Fahrkarten oder Eintrittskarten kaufen, Sportergebnisse prüfen, Musik hören, Termine vereinbaren und sich mit Freunden in Verbindung setzten.
"Innerhalb von nur wenigen Jahren hat das Internet deutliche Spuren im Alltagsleben hinterlassen," sagt Deborah Fallows, zuständige Forscherin des Pew Internet Project und die Autorin des Berichtes. "Doch ist es zumeist noch so, dass die Internetnutzer sich auf die offline Alternativen zur Erledigung der wichtigeren Aufgaben ihrer Leben verlassen."
Von den 18 der vom Pew Internet Project untersuchten Aktivitäten, würden online Amerikaner für 17 weitaus öfter die Realwelt wählen statt der virtuellen Möglichkeit. "Es ergibt Sinn, dass die Menschen sich zwischen realen und virtuellen Welten hin- und herbewegen," sagt Fallows. "Sie würden vielleicht einerseits online die Eintrittskarten für einen gerade freigegebenen Film kaufen, aber direkt zur Kasse gehen und ein paar Dollar sparen, wenn es sich um einen weniger populären Film handelt. Bezeichnend ist, wie sehr das traditionelle offline Verhalten die Wahrnehmung von online Angeboten beeinflusst."
Die einzige Aktivität bei der die Internetnutzung gegenüber der offline Möglichkeit überwiegt, verdeutlicht den Nutzwert von zwei bedeutenden Vorzügen des Internet: seine Leistungsfähigkeit und eine so gut wie grenzenlose Datenbank. Volle 87 Prozent der Internetnutzer suchen nach Landkarten oder Wegbeschreibungen online, und bei diesem Thema wählen sie grundsätzlich in allen Fragen eher das Onlineangebot. "Jeder, der schon einmal eine Anwendung zum Finden von Wegbeschreibungen online benutzt hat, weiß wie überlegen dieses Erlebnis im Vergleich zum ungeschickten und zeitaufwendigen Fummeln und Finden mit Straßenkarten ist," sagt Fallows.
Die Umfrage zeigt also, dass für einen beachtlichen Teil der Internetnutzer die Nutzung des Internet für alltägliche Aktivitäten und Kommunikation besonders wichtig ist. Etwa 30 Prozent der Internetnutzer sagen, dass das Internet eine "bedeutende Rolle" in ihren Leben spielt, und viele von diesen verlassen sich mehr auf das Internet als auf offline Quellen, um Aufgaben des täglichen Lebens zu erfüllen. Diese Internetenthusiasten sind in den meisten Fällen online Veteranen mit mehr als sechs Jahren Erfahrung, haben in der Regel einen höheren sozioökonomischen Status und verfügen über Breitbandanschluss.
Einer dieser Enthusiasten fast das mit folgenden Worten zusammen: "Die Welt wäre auf den Kopf gestellt, wenn es das Internet morgen nicht mehr gäbe, und man müsste noch einmal ganz von vorne beginnen!"
Die Studie "Das Internet im Alltag" wurde durch Befragung von 2.013 mit zufälliger Telefonnummerwahl ausgewählter amerikanischer Erwachsener, von denen 1.358 Internetnutzer waren, im November und Dezember 2003 durchgeführt.
Die Studie und der Fragebogen dazu stehen in englischer Sprache hier als PDF-Dokumente zum Download zur Verfügung.
Das Pew Internet & American Life Project ist überparteiliche Non-Profit-Organisation, die vollständig von den Pew Charitable Trusts gefördert wird, um die sozialen Effekte des Internet auf das Leben in den USA zu untersuchen.