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Neue Nutzerzahlen verändern die Debatte über die Digitale Spaltung

Amanda Lenhart, Pew Internet & American Life Project

20 Prozent der Internet-Nichtnutzer wohnen in einem Haus mit Internetanschluss
Es gibt viel mehr Bewegung in der Internet nutzenden Bevölkerung, als die meisten Analysten denken.

Etwa ein Viertel der Amerikaner lebt mit einiger Distanz zum Internet - sie waren nie online und kennen auch nicht viele Internetnutzer. Gleichzeitig haben Amerikaner, die das Internet zurzeit nicht nutzen, es früher genutzt, oder sie wohnen in Häusern mit Internetanschluss. In einem Bericht des Pew Internet & American Life Project werden drei neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Internet-Nutzung und -Nichtnutzung beschrieben:
  • 20 Prozent der Nichtnutzer leben in Häusern mit Internetanschluss und bleiben trotzdem offline.
  • 17 Prozent der Nichtnutzer sind Netz-Aussteiger. Sie nutzten das Internet früher, haben aber damit aufgehört.
  • Über eine Viertel der jetzigen Internetnutzer gaben an, dass sie als Nutzer irgendwann in ihrem Leben das Internet für eine längere Zeitspanne nicht nutzten.
Die Untersuchungen des Pew Internet Project zeigen, dass ca. 80 Millionen erwachsene Amerikaner - 42 Prozent der erwachsenen Bevölkerung - erklären, sie nutzten das Internet nicht. Aber es hat sich herausgestellt, dass die Aussage, dass Menschen entweder "online" oder "offline" sind, nicht so klar ist, wie sie aussieht. "Die Internet nutzende Bevölkerung verändert sich viel stärker als viele meinen - viele Menschen bewegen sich ziemlich regelmäßig in die Internetwelt und wieder hinaus," erklärte Amanda Lenhart, die Spezialistin beim Projekt, die den neuen Bericht "The Ever-Shifting Internet Population: A new look at Internet use and the digital divide" (Die Internet nutzende Bevölkerung ändert sich ständig: ein neuer Blick auf die Internetnutzung und die digitale Kluft) erstellte. Sie erläuterte weiter: "Es ist zu einfach, von einer digitalen Kluft zu sprechen, die ausschließlich auf Zugangsproblemen beruht, denn jetzt ist deutlich geworden, dass der Zugang sich für viele Amerikaner von Monat zu Monat ändert. Eine überraschend große Anzahl wollen keinen, obwohl sie das Online-Leben ausprobiert oder den Internetanschluss praktisch im Nebenzimmer haben." In dem Bericht von Lenhart wird festgestellt, dass 24 Prozent der Amerikaner ohne Anschluss an das Internet bleiben. Sie haben es nie ausprobiert und haben oft eine recht große Distanz zur Bevölkerung mit Abschluss. Darüber hinaus gibt es in einigen demographischen Bereichen immer noch erhebliche Lücken in der Internetnutzung: Ältere Amerikaner haben in viel geringerem Maße Internetanschluss als jüngere; Minderheiten haben weniger Anschluss als Weiße; diejenigen mit geringerem Einkommen und niedrigerem Bildungsstand haben weniger Anschluss als diejenigen mit College-Bildung und einem Haushaltseinkommen über 75.000 Dollar, und die auf dem Lande wohnende Bevölkerung mit Internet liegt hinter den Bewohnern der Vorstädte und Städte. Das Pew Internet & American Life Project stellte auch fest, dass es soziale und psychologische Erklärungen dafür gibt, warum einige Amerikaner das Internet nicht nutzen. So kann zum Beispiel das Gefühl der persönlichen Kompetenz den Unterschied darstellen, warum jemand ins Internet geht oder nicht. Menschen, die meinen, ihr Leben weniger im Griff zu haben, gehen eher nicht ins Internet. Auch Behinderungen halten einige Amerikaner davon ab, das Internet zu nutzen. Fast drei Viertel der behinderten Amerikaner gehen nicht ins Internet, und 28 Prozent von ihnen erklärten, ihre Behinderung oder Beeinträchtigung mache ihnen dies schwer oder unmöglich. Ein Teil der Internet-Nichtnutzer ist sozial vom Internet abgekoppelt; dabei gibt mehr als ein Viertel (27 %) an, dass sie fast niemanden kennen, der das Internet nutzt. Eine ähnlich große Gruppe von Nichtnutzern (22 %) erklärte, sie wüssten von keinen öffentlichen Internetzugangsorten in ihren Kommunen. Gleichzeitig kennen mehr als die Hälfte der Nichtnutzer Menschen in ihren sozialen Netzwerken, die das Internet nutzen, und die meisten sagen, es sei kein Problem für sie, zu einem öffentlichen Zugangsort in ihrer Nähe zu gelangen. "Diejenigen, die sich wegen der digitalen Kluft Sorgen machen, müssen die echten Nicht-Angeschlossenen verstehen," erklärte Lee Rainie, der Direktor des Pew Internet & American Life Project. "Die Gründe, warum Nichtnutzer sich vom Internet fernhalten, sind unterschiedlich und komplex. Viele haben nicht die entsprechenden Mittel. Andere leben nicht in einer sozialen Umgebung, in der Internetnutzung von Bedeutung ist, und wieder andere haben keine Ahnung, dass die Kommunikations- und Informationsfunktionen des Internet ihnen helfen können, ihr Leben zu verbessern." Etwa 40 Prozent der Nichtnutzer meinen, sie werden eines Tages das Internet nutzen, und 56 Prozent glauben, sie werden dies nie tun. Diese Studie wurde in den Monaten März, April und Mai 2002 per Telefonumfrage nach dem Zufallsprinzip durchgeführt und verarbeitet auch die Angaben von sechs aus neuen Nutzern und Nichtnutzern bestehenden Fokusgruppen aus öffentlichen Technologiezentren in der Region Washington DC. Die Studie in englischer Sprache steht hier zum Download zur Verfügung. Außerdem finden Sie hier eine englischsprachige PowerPoint-Präsentation zur Studie zum Download.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.pewinternet.org/

Im Angebot der SDC seit 20.07.03 (jcr)

Logo: Pew Internet & American Life Project

Pew Internet & American Life Project

Das Pew Internet & American Life Project ist eine überparteiliche Non-Profit-Organisation mit Sitz in Washington, DC. Sie untersucht die sozialen Effekte des Internet auf das Leben in den USA.

Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.

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Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Ländliche Regionen, Städte / urbane Regionen, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Infrastruktur, Mediennutzung allgemein




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