Das haben wir schon immer so gemacht, das war noch nie so, da könnte ja jeder kommen ... das scheint jetzt auch für Internetnutzer zu gelten
Die Daten der neuen Allensbacher Computer- und Technik-Analyse geben einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand von Computerbesitz und -ausstattung, der quantitativen und qualitativen Internet-Nutzung, die Ausstattung der Haushalte mit Kommunikationstechnologien und Unterhaltungselektronik, den Boom der digitalen Fotografie und die Anschaffungspläne der Bevölkerung auf all diesen Feldern. Befragt wurden im Zeitraum Januar bis August 2004 insgesamt 10.287 deutsche Personen im Alter zwischen 14 und 64 Jahren. Die Interviews wurden anhand eines standardisierten Fragebogens im Privathaushalt am Ort der Hauptwohnung der Befragten geführt.
Der Anteil der 14- bis 64jährigen Bevölkerung, der privat oder beruflich über einen PC verfügt, hat mittlerweile die 70 Prozent-Marke überschritten. 1998 stuften sich noch 53 Prozent der Bevölkerung auf diesem Gebiet als Laie oder Anfänger ohne nennenswerte Vorkenntnisse ein, heute nur noch 33 Prozent; gegenläufig hat der Anteil der Bevölkerung, der seine Computerkenntnisse als fortgeschritten oder sogar auf Profiniveau bewertet, von 21 auf 38 Prozent zugenommen.
Der Kreis der Internet-Nutzer umfasst mittlerweile knapp 59 Prozent der Bevölkerung; weitere 13 Prozent planen, sich in absehbarer Zeit einen Online-Anschluss zuzulegen:
Die Nutzerstruktur wird zunehmend von erfahrenen Nutzern geprägt, die bereits drei Jahre und länger über einen Internetzugang verfügen. 2001 hatten lediglich 26 Prozent der damaligen Internet-Nutzer bereits drei Jahre und mehr Erfahrungen mit diesem Medium, heute 61 Prozent.
Mit der zunehmenden Erfahrung der Nutzer kristallisieren sich allmählich feste Nutzungsmuster heraus, die Rückschlüsse auf die künftige Bedeutung und Positionierung dieses neuen Mediums im Vergleich zu den anderen Informationsmedien zulassen. So zeigt die Trendanalyse, dass das Internet als Informationsquelle über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen wie auch bei anderen Informationen, die täglich in hohem Maße aus anderen Medien bezogen werden, stagniert. So liegt der Anteil der 14- bis 64jährigen Bevölkerung, der aktuelle Nachrichten zur Politik (auch) aus dem Internet bezieht, stabil bei 35 Prozent; der Anteil, der zumindest sporadisch aktuelle Wirtschaftsmeldungen aus dem Netz bezieht, hat sich nur geringfügig von 27,5 auf 28,5 Prozent erhöht; Sportnachrichten beziehen unverändert 26 Prozent der Bevölkerung zumindest sporadisch aus dem Netz:
Es beziehen zumindest gelegentlich folgende Informationen aus dem Netz | 2003 % | 2004 % | Index (2003=100) |
| Wetterbericht und Reisewetter | 38,6 | 38,9 | 101 |
| Aktuelle Nachrichten zur Politik | 34,8 | 35,2 | 101 |
| Nachrichten zu Computerthemen | 30,5 | 29,9 | 98 |
| Aktuelle Wirtschaftsmeldungen | 27,5 | 28,5 | 104 |
| Sportnachrichten | 26,4 | 26,2 | 99 |
| Fernsehprogramm | 20,5 | 20,2 | 99 |
| Börsenkurs | 18,1 | 15,8 | 87 |
Während das Internet als Informationsquelle für den täglichen kontinuierlichen Informationsbedarf der Bevölkerung stagniert, wächst seine Bedeutung bei der Deckung des sporadisch auftretenden, stärker fokussierten Informationsbedarfs. Das gilt für Informationen im Zusammenhang mit Schule und Ausbildung wie für Veranstaltungshinweise, Immobilienangebote, PKW- und Stellenmärkte und Recherchen zu Reisezielen:
Es beziehen zumindest gelegentlich folgende Informationen aus dem Netz | 2003 % | 2004 % | Index (2003=100) |
| Informationen über Reiseziele | 40,2 | 42,7 | 106 |
| Informationen für Schule und Ausbildung | 39,0 | 41,6 | 107 |
| Veranstaltungshinweise | 38,1 | 40,5 | 106 |
| PKW-Angebote | 27,3 | 28,9 | 106 |
| Stellenanzeigen, Stellenmärkte | 26,0 | 27,9 | 107 |
| Immobilienangebote | 14,1 | 15,4 | 109 |
Besonders steil haben Recherchen zu Informationen über Medikamente im Netz zugenommen. In den letzten zwei Jahren hat sich der Anteil der Bevölkerung, der solche Informationen aus dem Netz bezieht, verdoppelt:
Generell zeigt sich zunehmend die Tendenz, das Internet für Produktrecherchen zu nutzen. Insbesondere Informationen über Einrichtungsgegenstände, Spielwaren, Lebensmittel, Unterhaltungselektronik, Mode und Accessoires und Haushaltswaren werden heute in höherem Maße aus dem Netz bezogen als noch vor einem Jahr. So ist der Anteil der Bevölkerung, der zumindest sporadisch Informationen über Reiseangebote aus dem Netz bezieht, von 30 auf knapp 33 Prozent gewachsen, der Anteil, der sich über Mode und Accessoires informiert, von knapp 11 auf knapp 13 Prozent; Informationen über Möbel und andere Einrichtungsgegenstände beziehen heute knapp 10 zumindest sporadisch aus dem Netz, vor einem Jahr knapp 8, vor drei Jahren 3 Prozent.
Die vollständige Studie kann bis zum 31. 10. 2004 zum Subskriptionspreis von 750 Euro online beim Allensbacher Institut bestellt werden, ab 1. 11. 2004 beträgt der Preis 850 Euro.