Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit hat die RAMBØLL Management GmbH eine Studie zum Thema "Aktuelle Herausforderungen und Strategien zur Nutzung des E-Business in KMU" vorgelegt. Die Studie beruht auf einer Befragung von mittelständischen Unternehmen in Deutschland, den USA, den Niederlanden, Dänemark, Großbritannien, Schweden und Italien.
Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Alfred Tacke, begrüßte die Ergebnisse des Gutachtens: "Ich freue mich, dass deutsche Mittelständler das E-Business mittlerweile häufiger und anspruchsvoller für sich nutzen. Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland nehmen im internationalen Vergleich vor allem dort eine Vorreiterrolle ein, wo E-Business auch die Digitalisierung interner Prozesse mit einbezieht. Das ist nicht zuletzt auch ein Ergebnis der bewährten Förderpolitik der Bundesregierung auf diesem Gebiet."
So kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: Die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ohne Internetzugang ist seit 1999 rückläufig. Während vor fünf Jahren noch 28 % der KMU über keinen Internetzugang verfügten, gilt dies heute nur noch für 1 % der Unternehmen. Auch die Zahl der Unternehmen, die E-Business nur über einen - dafür aber höherwertigen - Internetzugang nutzen, verringerte sich kontinuierlich von rund 25 % in 1999 auf heute nur noch 5 %. Gleichzeitig ist die Zahl der Intensiv-Nutzer in diesem Zeitraum deutlich gestiegen, etwa der Nutzer einer B2B-Integration von 15 % auf 35 % und der "Rundum-Nutzer" von 10 % auf 25 %.
Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung geben folgende Trends wieder:
-
Deutsche KMU werden immer intensivere E-Business-Nutzer. Allerdings haben Kleinstunternehmen (1 - 10 Mitarbeiter) ihre E-Business-Nutzung noch nicht in demselben Maße intensiviert wie größere Unternehmen.
- Es deutet viel darauf hin, dass der Verzicht auf E-Business mit einem Verzicht auf unternehmerischen Erfolg einher gehen kann. Unternehmen, die sich wenig bis gar nicht am elektronischen Handel beteiligen, haben ihre Ziele u.a. bei Gewinn und Beschäftigungsanstieg weniger oft erreicht.
- Stand im Jahr 2001 noch die Marktentwicklung im Fokus der E-Business-Nutzung, investieren deutsche KMU heute vor allem deshalb in E-Business, um den Wünschen ihrer Kunden zu entsprechen.
- Die erfolgreichsten E-Business-Applikationen finden sich bei den KMU, die mit Großkunden gemeinsame Lösungen entwickeln.
- Es gibt keine für alle Branchen und alle Betriebsgrößen gleichermaßen geeigneten E-Business-Lösungen. Erfolgreiche E-Business-Lösungen sind mindestens branchenspezifisch, wenn nicht sogar unternehmensspezifisch ausgestaltet.
- Hinsichtlich der Nutzungshäufigkeit unterschiedlicher E-Business-Lösungen gibt es keinen eindeutigen Favoriten.
- Die Nutzung von E-Government-Angeboten ist in Deutschland zwar vielfach vorhanden, fällt aber im internationalen Vergleich weit zurück.
Tacke: "Viele mittelständische Unternehmen stehen noch vor der Aufgabe, ihre eigene E-Business-Strategie zu entwickeln und in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. Häufig investieren sie nur dann in neue E-Business-Anwendungen, wenn es die konkreten Kunden-Lieferanten-Beziehungen erfordern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wird deshalb auch zukünftig kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützen, die für einen nachhaltigen Geschäftserfolg notwendigen E-Business-Strategien zu entwickeln und durchzusetzen."
Der Abschlussbericht der Studie "Aktuelle Herausforderungen und Strategien zur Nutzung des E-Business in KMU" steht als Download in der englischen und deutschen Vollversion, als Kurzfassung und als Chartversion auf der Website des BMWA zur Verfügung.