Trotz wachsender Sicherheitsbedenken nehmen Online-Einkäufe für die Festtage zu.
In diesem Jahr erledigen in den USA mehr Menschen ihre Weihnachtseinkäufe online; wie zwei Erhebungen zum Fest von America Online und eBay ergaben, geben sie einen größeren Teil ihres Geschenkbudgets online aus als je zuvor. Verbraucher, die online suchen oder einkaufen, wollen in dieser Festsaison mehr als die Hälfte (53 %) ihres Geschenkbudgets online ausgeben. Das heißt, dass das Online-Einkaufen in diesem Jahr zum ersten Mal in den drei Jahren, in denen AOL diese jährliche Erhebung durchführt, einen größeren Umfang hat als das traditionelle Einkaufen. In der Erhebung 'Online Shopping Cities' wurden 6.250 Menschen nach ihren Einkaufsplänen im Hinblick auf die Festtage gefragt; dabei wurde festgestellt, dass sie ihre Online-Ausgaben um durchschnittlich 6,5 % erhöhen wollten. Das ergibt 295 $ im Vergleich zu 277 $ im letzten Jahr.
Dieser Anstieg ist umso bedeutender, wenn man ihn im Lichte des 3,6-prozentigen Rück¬gangs bei den Gesamtfesttagsausgaben betrachtet, den die Forscher vorhersagen - von 578 $ im Jahr 2003 auf 558 $ im Jahr 2004. Bei der Erhebung wurde auch festgestellt, dass die Anzahl der Online-Käufer, die das Internet häufig für Vergleiche nutzen, seit 2002 um 80 % zugenommen hat.
'Wir haben festgestellt, dass das Online-Verhalten überlegter wird; dabei sind die jährlichen Zuwachsraten geringer als in den vorangegangenen Jahren,' sagte Patrick Fall, der für E-Commerce zuständige Vizepräsident von America Online. 'Wir sehen auch eine zunehmende Beziehung zwischen der Anzahl der Menschen, die online Vergleiche anstellen für Einkäufe, die sie dann online oder auf traditionellem Wege durchführen.'
eBay lieferte in seinem Bericht andere Zahlen für die Zunahme bei Online-Geschenkkäufen. Die Anzahl der Befragten, die mindestens einen Einkauf online tätigen wollen, stieg um 9 % gegenüber 2003. Insbesondere gaben 20 % der Befragten an, sie wollten 21-50 % ihrer Festeinkäufe in diesem Jahr online durchführen. eBay führte 1007 Online-Interviews mit einer repräsentativen Auswahl an Befragten durch.
Wie viel Prozent Ihrer Festeinkäufe haben Sie letztes Jahr online durchgeführt?
| 0 % (keine) |
25 % |
| unter 10 % |
27 % |
| 10-20 % |
19 % |
| 21-50 % |
16 % |
| 51-80 % |
10 % |
| 81-100 % |
4 % |
| Grundlage: 1007 |
| Quelle: ACNielson 2004 |
Wie viel Prozent Ihrer Geschenke wollen Sie in diesem Jahr online einkaufen?
| 0 % (keine) |
16 % |
| unter 10 % |
25 % |
| 10-20 % |
22 % |
| 21-50 % |
20 % |
| 51-80 % |
13 % |
| 81-100 % |
4 % |
| Grundlage: 1007 |
| Quelle: ACNielson 2004 |
Auf die Frage nach den Gründen für Online-Shopping erklärten 78 % der Befragten, dass sie so Zeit sparten; 51 % gaben an, es würden bessere Preise angeboten, 43 % wiesen auf eine größere Auswahl hin und 40 % sagten, online sei der Versand bequemer.
| Gründe in %
Spart Zeit |
78 % |
| Bessere Preise |
51 % |
| Mehr Auswahl |
43 % |
| Bequemerer Versand |
40 % |
| Möglichkeit, ein persönlicheres Geschenk zu finden |
28 % |
| Mehr Information zu den
Produkten |
20 % |
| Andere |
8 % |
| Grundlage: 1007 |
| Quelle: ACNielson 2004 |
Die Planungen für umfangreicheres Online-Shopping in diesem Jahr stehen in Widerspruch zu einer von TNS und TRUSTe
herausgegebenen Untersuchung, in der festgestellt wird, dass fast sechs von zehn Verbrauchern (58 %) aufgrund von Bedenken hinsichtlich Identitätsdiebstahl und anderen Datenschutzproblemen in dieser Saison ihre Online-Ausgaben reduzieren könnten. Diese Zahl stieg von 49 %, die die Untersuchung im vorigen Jahr ergab.
'Das Ergebnis zeigt, dass die Verbraucher auf die Angriffe durch Spyware, Phishing, Identitätsdiebstahl und Kreditkartenbetrug reagieren,' meinte Fran Maeir, der Geschäftsführer von TRUSTe.
Patrick Fall von AOL erklärte hingegen, es gäbe zwar einen bezifferbaren Anstieg des Bewusstseins von den Gefahren bei Online-Käufe, er glaube jedoch nicht, dass dies den von der TRUSTe/TNS-Erhebung vorausgesagten abschreckenden Effekt auf das Ausgabenwachstum haben werde.