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Hitliste der Herzenswünsche

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen

Mädchen vor dem Computer

Wenn in diesem Jahr die Kerzen angezündet werden, sind besonders viele Kinder und Jugendliche gespannt, ob das Christkind ihre Multimedia-Wünsche erfüllt. 39 % aller Jugendlichen zwischen 13 und 22 Jahren wünschen sich Produkte aus der Sparte Unterhaltungselektronik und Multimedia, 27 % setzen Computer und Computerspiele an die erste Stelle auf dem Wunschzettel. Bei Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren sieht es anders aus. Hier sind Computer und zugehörige Spiele mit 33 % an zweiter Stelle der Hitliste der Herzenswünsche zu finden hinter Hobby, Spielzeug und Bastelsachen (42 %), während Unterhaltungselektronik und Multimedia mit 30 % erst an vierter Stelle stehen.

Nach den Ergebnissen der Studie des Instituts für Jugendforschung ist zumindest bei den Jüngeren die Welt noch so in Ordnung, wie sich Oma und Opa das vorstellen. Und die meisten scheinen den Großeltern die richtige Auswahl aus der bunten Vielfalt der Multimediamärkte zuzutrauen, denn die realen Wünsche sind klar vor dem Wunsch nach Geld platziert.

Während hier die ältere Generation noch eine gewisse Technikscheu an den Tag legt, wird lt. einer Studie von International Demographics aus den USA eine deutliche Zunahme der Silver-Surfer gemeldet. In der Altersgruppe der 55 - 64-Jährigen zählen dort bereits 56,7 % zu den regelmäßigen Nutzern des Internet und stellen damit einen Anteil von 11,3 % an der Gesamtzahl der erwachsenen Internetnutzer.

Von den Unternehmen werden die Silver-Surfer als eine wichtige Zielgruppe des E-Commerce betrachtet. Und das Online-Weihnachtsgeschäft gibt ihnen Recht: Trotz Sicherheitsbedenken haben die Online-Einkäufe zu den Festtagen in den USA in diesem Jahr deutlich zugenommen. Als wichtigste Gründe werden Zeitersparnis, bessere Preise, mehr Auswahl und bequemer Versand genannt - Aspekte, die gerade auch die ältere Generation von den Vorteilen des Online-Shopping überzeugen, wie eine Studie das FAZ-Instituts belegt.

Die W3B-Studie bestätigt diesen Trend. Rd. 57 % der Onliner wollen dieses Jahr im Internet nach Geschenken suchen, mehr als die Hälfte der Kaufinteressenten ließ im letzten Jahr der Absicht Taten folgen und kaufte online ein. Wer sich in die virtuellen Shopping-Malls noch nicht hineinwagt, hat zumindest das elektronische Post-Amt im Visier. Fast zwei Drittel der deutschsprachigen Internetnutzer versenden elektronische Weihnachtsgrüße. Überhaupt dient das Internet dem Großteil der Nutzer zur Kommunikation, und noch immer gilt E-Mailen mit Kindern und Enkelkindern als Hauptargument, um ältere Menschen für das Internet zu gewinnen.

Der Einstieg in die E-Mail-Nutzung ist einfach und eine Adresse im zweistündigen Schnupperkurs schnell eingerichtet. Selbst wer über keinen eigenen Internetzugang verfügt, kann bei einem der kostenlosen Anbieter von Webadressen Kunde werden. Doch Erfahrung im Umgang den neuen Dienstleistungen ist gefragt. Für Kunden, die unter www.hamburg.de eine kostenlose Adresse eingerichtet hatten, gab es ein böses Erwachen, als die Adressen kostenpflichtig wurden. Nicht nur lokalpatriotische Hamburger sind enttäuscht, dass sie die beliebte Adresse meinName@hamburg.de nur noch gegen eine Gebühr in Höhe von 29 Euro/Jahr nutzen können. Wer sich dagegen entscheidet, muss den Aufwand für eine Änderung der Adresse abschätzen, und wer ein E-Mail-Postfach einrichtet, sollte auch wissen, dass er nun den elektronischen Posteingang ebenso regelmäßig prüfen muss, wie er seinen Briefkasten an der Haustür leert. Allzu schnell sind sonst Verabredungen und Termine verpasst.

Den kompetenten Umgang mit medialen Dienstleistungen bezeichnet man als Medienkompetenz. Seit Dieter Baacke die vier Dimensionen der Medienkompetenz definierte, hat sowohl der Begriff als auch dessen Inhalt eine Bedeutungsverschiebung erfahren. Einerseits sprechen Politiker von Medienkompetenz als vierter Kulturtechnik neben Rechnen, Lesen und Schreiben, die in der Schule vermittelt werden soll. Andererseits hat sich mit der Verbreitung des Internet eine neue Form der Mediennutzung etabliert, die an den kompetenten Umgang veränderte Anforderungen stellt. Zwischen den Rezipienten und den klassischen Medien stehen Heerscharen von so genannten Gatekeepern, die in den Redaktionen eine Auswahl aus den verfügbaren Informationen treffen und diese medienadäquat aufbereiten. Der ganzen Fülle des Internet stehen die Nutzer heute direkt gegenüber und müssen selbst entscheiden, was glaubwürdig ist und was nicht. Erfahrungswerte mit den bekannten Medien werden daher auf das Internet übertragen, weshalb die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ebenso einen Vertrauensbonus genießen, wie Online-Shopping-Anbieter, die als Versandhandelshäuser einen guten Ruf haben. Generell vertrauen gerade Jugendliche am ehesten den herkömmlichen Medien wie Tageszeitung (42 %) und Fernsehen (30 %). Nur 15 % der Jugendlichen setzten in der JIM-Studie 2004 das Internet an die erste Stelle der Glaubwürdigkeitsskala.

Für den sicheren und vertrauten Umgang mit dem Internet ist eine angemessene Vermittlung von Medienkompetenz die wesentliche Voraussetzung. Die EU-Kommission nennt die 'digitale Kompetenz' der Bürger als wesentliche Voraussetzung der Digitalen Integration und damit als eine der zentralen Herausforderungen für die europäische Informationsgesellschaft ab 2005. Entsprechende Kurse werden für die einzelnen Zielgruppen von verschiedenen Einrichtungen angeboten und so ist auch das von der Stiftung entwickelte Training zur Qualifizierung von Jugendmultiplikatoren auf reges Interesse gestoßen. Ab Januar 2005 finden in Bremen und Würzburg die ersten von Sponsoren geförderten Veranstaltungen statt.

Für die technische Ausstattung können Jugendeinrichtungen bundesweit das kostengünstige Angebot der vom BMFSFJ gestarteten Initiative 'Jugend ans Netz' in Anspruch nehmen und so vielleicht einen Herzenswunsch der Einrichtung zu Weihnachten erfüllen.


Im Angebot der SDC seit 14.12.04 (jcr)

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Themenbereiche:
Medienkompetenz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung durch SeniorInnen / Aktivitäten für SeniorInnen




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