Die neuen Internet-Strukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen der repräsentativen Umfrage des IV. Quartals 2004 zeigen ein vermindertes Wachstum der Anzahl neuer Internetzugänge im Vergleich zum Vorjahr auf - formale Bildungsqualifikationen sind nach wie vor ein zentrales Kriterium, das über die Verteilung des Internet-Zugangs entscheidet. Ein diesbezüglich deutliches Wachstum zeigt sich aber besonders bei der Gruppe der formal geringer Qualifizierten, wie Hauptschülern ohne Lehre (6% Zuwachs) und Arbeitern (8% Zuwachs). Diese holen im Vergleich zum Vorjahr auf, so dass sich die Schere zwischen den Bevölkerungsgruppen im zeitlichen Verlauf allmählich schließen könnte.
Zur Erhebung der Strukturdaten für das Internet befragte die Forschungsgruppe Wahlen telefonisch 3.761 Deutsche ab 18 Jahren zwischen dem 26.10. und 9.12.2004..
Veränderungen im Laufe der Zeit
Im vierten Quartal 2004 stieg die Zahl der Internetnutzer der Erhebung zufolge auf 62 Prozent der deutschen Bevölkerung an.
Der Nutzeranteil im Vergleich zum vierten Quartal 2003 stieg damit um vier Prozentpunkte von 58% auf 62%, allerdings ist dieser Zuwachs deutlich geringer als in den vergangenen Jahren: vom IV. Quartal 2002 zum IV. Quartal 2003 betrug er noch acht, im Jahr davor neun Prozentpunkte. Der Internet-Boom zu Anfang des Jahrtausends scheint damit von einem langsameren Wachstum der Internet-Gemeinde abgelöst worden zu sein.
Noch immer sind die Deutschen im Westen der Republik (63 Prozent) stärker präsent im Netz als jene im Osten (55 Prozent). Bei den Frauen steigt der Anteil der Nutzer um fünf Prozentpunkte auf 56 Prozent, bei den Männern lediglich
um zwei Punkte auf 68 Prozent.
Altersstruktur
In Bezug auf das Alter zeigen sich ungleichmäßige Zuwachsraten: Vergleichsweise hohe Zuwächse mit jeweils sieben Prozentpunkten verbuchen die 18- bis 24-Jährigen (82 Prozent) sowie die 50- bis 59-Jährigen (69 Prozent). Ebenfalls überdurchschnittlich legen die über 60-Jährigen mit plus sechs zu (30 Prozent). In allen anderen Altersgruppen fallen die Zuwächse leicht unterdurchschnittlich aus.
Internet und formale Bildung
Die formale Bildung gibt auch weiterhin einen wesentlichen Ausschlag dafür, ob jemand einen Zugang zum Internet hat: So verfügen mehr als vier Fünftel der Deutschen mit Hochschulreife (82 Prozent) über einen Zugang zum Internet, im Gegensatz dazu nur etwas mehr als ein Fünftel der Hauptschüler ohne Lehre (23 Prozent). Letztere Bildungsgruppe verzeichnet mit sechs Prozentpunkten allerdings als einzige überdurchschnittliche Zuwächse. Unter Hauptschulabsolventen mit Lehre sind 42 Prozent online, unter Deutschen mit Mittlerer Reife sind dies 63 Prozent.
Berufsstruktur
Noch immer gilt: Je höher die berufliche Qualifikation, desto höher auch der prozentuale Anteil an Internet-Nutzern. Dennoch zeigen sich innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen sehr unterschiedliche Zuwachsraten im Jahresvergleich. Einzig die Arbeiter (45 Prozent) haben mit acht Prozentpunkten überdurchschnittliche Zuwächse. Die einfachen und mittleren Angestellten und Beamten (62 Prozent) erzielen durchschnittliche Zuwächse. Leicht rückläufig ist hingegen der Anteil unter den Selbstständigen (76 Prozent) sowie jener unter den leitenden und höheren Angestellten und Beamten (68 Prozent), die über einen Zugang zum Internet verfügen.
Nutzungsverhalten
Was die seit Jahren abgefragten Nutzungszwecke anbelangt, ergibt der Jahresvergleich wenige nennenswerte Veränderungen. Lediglich Online-Shopping (54 Prozent) erfährt mit fünf Prozentpunkten eine deutlich steigende Tendenz, wohingegen der Abruf von Wirtschafts- und Börsennachrichten (32 Prozent) minus vier Punkte verzeichnet. Kaum Änderungen zeigen sich im Nutzungsverhalten in Bezug auf das Vergleichen von Preisen (67 Prozent), das Online-Banking (51 Prozent), den Abruf von Politiknachrichten (30 Prozent), den Abschluss von Online-Versicherungen (11 Prozent) und Online-Brokerage (10 Prozent).
Die komplette Studie ist zum Preis von EUR 40,00 erhältlich bei der Forschungsgruppe Wahlen (bestellung@forschungsgruppe.de).