...und sagt Google Print den Kampf an
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels plant den Aufbau einer eigenen zentralen Plattform zur Volltextsuche von Büchern im Internet. Sie soll einen zentralen Zugang zu digitalen Volltextdateien von Büchern in deutscher Sprache ermöglichen. Das Projekt namens "Volltext-online" ist eine Antwort auf das Bestreben des Suchmaschinenbetreibers Google, welcher angekündigt hatte, sämtliche Buchbestände digitalisieren zu wollen und damit in den letzten Wochen kontroverse Diskussionen und Bedenken ausgelöst hat.
Matthias Ulmer, Initiator der Arbeitsgruppe "Volltext-Online", begründet den Schritt damit, dass der Aufbau und der Betrieb einer gemeinsamen Plattform im Interesse der gesamten Branche läge:
"Wir haben das Potenzial, die Erfahrungen und das technische Know-how für eine solche Lösung, sollten das gegenüber branchenfremden Anbietern in unserem eigenen Interesse nutzen und dabei die Kontrolle über unsere Titel behalten"
.
Einen ersten Vorschlag will die Arbeitsgruppe auf den Buchhändlertagen am 16. und 17. Juni 2005 in Berlin vorstellen.
Der Suchmaschinenbetreiber Google arbeitet an dem neuen Service
"Google Print" und will perspektivisch sämtliche Buchbestände zur Volltextsuche im Internet bereit stellen. In vielen Ländern löste Googles Ankündigung kontroverse Debatten aus. Bereits zu Beginn dieses Monats haben sich neben Deutschland vier weitere europäische Länder - Spanien, Italien, Polen und Ungarn - hinter einen Plan Frankreichs gestellt, mit Hilfe finanzieller Unterstützung der EU eine
"Europäische digitale Bibliothek" anzulegen. 19 europäische Nationalbibliotheken haben sich bereits zusammen getan, um diesen Plan zu verwirklichen.
US-amerikanische Publizisten zeigen auch wenig Begeisterung für die neue Suchmöglichkeit, die Google den Internetnutzern anbietet. Die
Association of American University Presses, eine Non-Profit-Interessenvertretung für Verfasser wissenschaftlicher Publikationen, äußert Bedenken vor allem zu Einzelheiten des Urheberschutzes. Die Mitglieder des AAUP halten die Idee von Google Print grundsätzlich für lobenswert, fürchten aber um die Wahrung ihrer Rechte und den Verlust von Einnahmen. "Das sind sicher alles nette Jungs und sie haben wunderbare Ideen", sagte Peter Givler, Geschäftsführer von AAUP. "Aber da sind noch einige Fragen offen, über die wir uns ernsthaft unterhalten müssen."