Studie: Jugend und Beruf
Deutsche Jugendliche blicken skeptisch in ihre berufliche Zukunft
Die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Untersuchung "Jugend und Beruf" fragt nach der Selbstwahrnehmung der deutschen Jugendlichen. In der Umfrage wurden 14 bis 20jährige Jugendliche zwischen April und Mai 2005 persönlich befragt. Die Studie liefert Daten und Hinweise zur Selbstwahrnehmung Jugendlicher an der Schwelle zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Gefragt wurde u. a. danach, wie sie zu ihrer Berufsentscheidung finden. Dabei zeigt sich, dass das Internet bereits an siebter Stelle steht. 31% der befragten Jugendlichen räumen Informationen aus dem Netz einen sehr großen Einfluss auf die Berufswahl ein.
Im Folgenden einige Ergebnisse der Studie im Detail:
Mehr als die Hälfte der deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren blickt skeptisch (42 Prozent) oder sogar pessimistisch (10 Prozent) in die berufliche Zukunft. Die Stimmung unter den Jugendlichen ist alles andere als hoffnungsfroh: Mehr als jeder dritte Jugendliche (39 Prozent) macht sich große Sorgen darüber, keinen Ausbildungsplatz zu bekommen. 34 Prozent haben Angst davor, später in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.
Besonders ausgeprägt scheint der Pessimismus bei Jugendlichen mit einfacher Schulbildung. Zwei Drittel der Hauptschüler blicken mit negativen Gefühlen in ihre berufliche Zukunft. Sie sehen sich selbst als die großen Verlierer im Kampf um Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Auch unter den Realschülern ist noch jeder zweite Jugendliche skeptisch, was seine Zukunftschancen betrifft. Mehr als vier Fünftel aller Jugendlichen sind der Meinung, dass Schüler mit einem Hauptschulabschluss bei der Lehrstellensuche und der anschließenden Arbeitsplatzsuche benachteiligt werden.
"Unsere Studie zeigt, dass die Jugendlichen in Deutschland - insbesondere die Hauptschüler - durch die Misere am Arbeitsmarkt und den chronischen Lehrstellenmangel erhebliche Zukunftsängste haben", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Professor Heribert Meffert.
Die Untersuchung zeigt, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen (59 Prozent) bei der Suche nach einem Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz selbst in der Verantwortung sieht. Mit großem Abstand folgen die Eltern, bei denen 15 Prozent der Jugendlichen die Verantwortung für ihre berufliche Integration sehen, sowie Betriebe (10 Prozent), Schule (9 Prozent) oder der Staat (7 Prozent).
Einen Mangel an Informationen zur Berufswahl beklagen die Jugendlichen nicht. Entscheidende Einflussgrößen zur Berufsorientierung sind in diesem Zusammenhang eigene Erfahrungen, etwa über Praktika, oder die Tätigkeit der Eltern. Broschüren und anderes Informationsmaterial spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Insgesamt ist die Berufswahl einer der wenigen Bereiche, in dem Jugendliche ihre Eltern noch um Rat fragen oder ihnen noch Kompetenz zusprechen. Freunde oder Lehrer sind als Ratgeber weniger wichtig. Immerhin nimmt das Internet unter 15 vorgegebenen Einflussgrößen den 7. Platz ein. 31% der befragten Jugendlichen räumen Informationen aus dem Netz einen sehr großen Einfluss auf die Berufswahl ein.
Sie können hier eine ausführliche Zusammenfassung der Studie der Bertelsmann Stiftung als Pdf hier herunterladen:
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